Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) stellt sich beim Kampf der Grünen gegen die neue Kanzlerin klar hinter ihre Mutterpartei und schaut der Wahrheit ins Gesicht: Der Merkelismus wird alles andere als gut für Deutschland und Europa sein.

Die Wahl der ersten Kanzlerin der Republik ist kein Anzeichen für eine weniger sexistische Gesellschaft oder eine plötzlich emanzipierte CDU. Sie ist ein Zeichen für einen langsamen Wandel, der immernoch gefährdet ist und weiter vorangetrieben werden muss. Die Besetzung des KanzlerInnenpostens durch eine Frau ist hauptsächlich 25 Jahren emanzipierter und emanzipierender grüner Politik zu verdanken. Diejenigen, die jetzt ein Lobeslied auf die neuen Koalitionsparteien singen, verschließen ihre Augen vor der Realität. Die Hoffnungen, die an eine große Koalition gebunden sind, sind übersteigert und schon jetzt ist uns klar, dass die GroßkoalitionärInnen alles andere tun werden, als für die Schwachen einzutreten oder Deutschland international voranzubringen und gleichzeitig Armut und Gewalt international zu bekämpfen. Schon gar nicht werden sie Deutschland in so wichtigen Themenfeldern wie der Umwelt oder den BürgerInnenrechten voranbringen können, da beide Parteien zu sehr an einem konservativen Gesellschaftsbild hängen, welches einen Blick in die Zukunft und damit verbundene nachhaltige Entscheidungen nicht zulässt. Es ist eine Schande, wenn Mitglieder einer Partei, die noch eben den Atomausstieg propagierten und sich angeblich für soziale Interessen einsetzten, nun dafür sorgen, dass unser Land von Ursula von der Leyen, Horst Seehofer und anderen Menschen regiert wird, denen soziale Verantwortung und Umweltbewusstsein mehr als fremd sind. Mit der Wahl Sigmar Gabriels führt die neue Bundesregierung ein Spiel fort, welches die schwarz-gelbe Regierung in Niedersachsen schon seit einigen Jahren betreibt: Mit einer Person, die auf dem Gebiet Umwelt unbedarft, mensch könnte sogar sagen, unfähig ist, wird dieses wichtige Amt besetzt. Eine Person wie Sigmar Gabriel oder Hans-Heinrich Sander, die nicht viel von regenerativen Energien halten, den Grünen Punkt abschaffen wollen oder davon überzeugt sind, dass sich die Umwelt anderen Themenfeldern, wie der Wirtschaft, bedingungslos unterordnen muss, dürfen nicht für die ökologische Zukunft unseres Landes zuständig sein. Die GJN sieht die Gefahren, die mit der Bildung einer Großen Koalition verbunden sind deutlich und wird nicht hinnehmen, dass positive grüne Errungenschaften wieder zunichte gemacht werden.

Laura Kroschewski, Sprecherin der Grünen Jugend Region Braunschweig, spricht auf dem Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen über den junggrünen Wahlkampf, dem Kampf gegen das geplante Einkaufszentrum in Braunschweig und die Zukunft der Grünen.

Hallo Niedersachsen!
Freut mich, dass ihr alle den Weg nach Braunschweig gefunden habt.
Ich bin Laura Kroschewski, Sprecherin der Grünen Jugend Region Braunschweig. Region deshalb, weil anfangs nur die BraunschweigerInnen und WolfenbüttlerInnen aktiv waren, sie sich damit aber nicht zufrieden geben wollten – Junggrüne Ideen braucht es schließlich überall- Daher gründeten sie 2001 den Regionalverband Braunschweig. Mittlerweile stehen uns Wolfsburg, Gifhorn und seit neustem auch Peine in nichts nach.
Ich erinnere mich noch sehr genau an den Spatenstich für das ECE-Center, zu dem ihr ja schon einiges von unserem Kreisverband gehört habt. Das war der letzte Schultag vor den Ferien. Traditionell der Tag, an dem alle Braunschweiger Schüler im Schlosspark den Ferienanfang feierten. Nur, den Schlosspark gab es nicht mehr. Dort, wo einst die grüne Lunge Braunschweigs zu finden war, klaffte nun ein riesiges Loch. Von offizieller Seite hieß es jetzt, wir sollten irgendwo am Stadtrand feiern, (am besten da, wo uns keiner sieht und wir niemanden stören können). Gesponsert wurde die Party dort von – na von wem wohl? vom ECE Center.
Das wollten und konnten wir uns nicht bieten lassen und haben zusammen mit anderen linken Jugendorganisationen eine Alternativparty direkt vor dem Rathaus veranstaltet. Und siehe da, trotz der strengen Auflagen von Hoffmann und Co. sind viele gekommen, um ihren Protest gegen diese jugendfeindliche Politik kund zu tun.
Dann kam der Wahlkampf. Wir waren davon genauso überrascht wie ihr und haben trotzdem alles gegeben. Ob nun als Sträflinge verkleidet, um auf die miserable Situation von PraktikantInnen in diesem Lande aufmerksam zu machen, oder als Pinguine, die mit dem Slogan „Hilfe, mein Eis schmilzt“ zu mehr Klimaschutz aufgerufen haben. Wir haben uns in einem Gespräch in der Braunschweiger Zeitung mit Wolfgang Gerhardt über Studiengebühren gestritten. Damals war er noch unglaublich siegesgewiss. Tja, so schnell kann´s gehen, Herr Gerhardt.
Wir haben an dem landesweiten Aktionstag gegen Rechts mitgemacht. Nachdem wir schon im Juni an der Demo gegen den NPD-Aufmarsch teilgenommen hatten und der unverhältnismäßig harte Kurs der Polizei gegen Protestierende es bis in die bundesweiten Medien schaffte.
Wir waren die Wochen vor der Wahl regelmäßig in der Fußgängerzone zu finden. Haben Erstwähler geworben, sind auf die Menschen zugegangen, hatten keine Berührungsängste. In einer Schulpodiumsdiskussion mit allen Jugendparteien schnitten wir so gut ab, dass -wäre es nach den Schülern gegangen- die Grünen laut unserer Probewahl die absolute Mehrheit bekommen hätten.
Ganz soviel ist es ja dann doch nicht geworden, aber 8,1 %. Immerhin. Wir sind uns sicher: Die GRÜNE JUGEND hat einen wesentlichen Teil zu diesem Ergebnis beigetragen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Einsatz auch anerkannt wird. Wir waren ziemlich enttäuscht über Stephans Schillings Listenplatz. Jetzt ist es umso wichtiger, dass junggrüne Ideen bei euch Gehör finden, dass unsere Konzepte nicht auf taube Ohren stoßen. In unserem Leitantrag „Zukunft Grün“ vom Bundeskongress der Grünen Jugend in diesem November heißt es unter anderem: Stärker als je zuvor bedarf es starker, innovativer, kritischer Grüner. Nicht um der Partei selbst willen, sondern weil eine ökologische, soziale, emanzipative und kosmopolitische Politik notwendiger denn je ist.
Opposition ist kein Mist. Es bedarf lediglich starker PartnerInnnen. Wir müssen mit Umweltverbänden, mit Gewerkschaften, örtlichen Bürgerinitiativen und GlobalisierungskritikerInnen zusammenarbeiten. Für uns sind Visionen und Realismus noch keine Gegensätze.
Die Zukunft ist grün!
Wir sind die Zukunft!
Vielen Dank.

Die GRÜNE JUGEND war mit über 30 Leuten im Wendland und hat sich dort gegen den Castor Transport 2005 quer gestellt.
Gegen 6 Uhr schlossen sich die Tore hinter den 12 Castoren. Bis zuletzt versuchte die GRÜNE JUGEND, den Transport zu blockieren. Erst nach 60 Stunden erreichte der Castortransport am 22.11.2005 um 5.55 Uhr das Zwischenlager in Gorleben. Er war am Samstag in der Wiederaufbereitungsanlage La Hague gestartet.

Die GRÜNE JUGEND erlebt einen bisher nie dagewesenen Zulauf in Ostfriesland. 2005 haben sich bereits GRÜNE JUGEND Ortsgruppen in Leer (Februar) und Aurich (September) gegründet. Auch in Norden wird sich am Donnerstag, 24.11.05 eine GRÜNE JUGEND Ortsgruppe mit 15 Mitgliedern gründen. Damit gibt es in Ostfriesland (ca. 350 000 Einwohner) jetzt 30 Mitglieder und eine „bisher“ leider unbekannte Zahl GJ-lerInnen in der Fläche.

Der Nachwuchs von Bündnis 90/Die Grünen steht hinter der geplanten Regiobahn. „Sie entlastet den Verkehr und schafft Anreize, seltener mit dem Auto zu fahren“, steht für Thomas Meister, Vorstandsmitglied der Grünen Jugend Gifhorn fest.
„Diejenigen GifhornerInnen, die zum Einkaufen in die Nachbarstädte Wolfsburg und Braunschweig fahren wollen, tun dies bereits jetzt und nutzen dazu das eigene Auto“, versucht Meister das Argument der City Gemeinschaft Gifhorn zu entkräften, die einen Kaufkraftverlust befürchtet.
Für Karina Baalmann und Matthias Frese überwiegen die Vorteile, die die Bürger im Landkreis durch die Regiobahn hätten. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, die sich kein Auto leisten könnten, würden von den Dörfer leichter in die Gifhorner Innenstadt gelangen. Mit der Regiobahn würden auch die Unfallzahlen sinken.
Ferner spricht sich die GRÜNE JUGEND Gifhorn dafür aus, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, um auf diese Weise einen besseren Verkehrsfluss zu ermöglichen.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung der GJN (23.10.2005)

Alle Macht allen Menschen! Von Rabenvätern, Professorinnen und anderen Leuten…

Präambel

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben im 21. Jahrhundert, die Chancen von Frauen in Beruf und in der Gesellschaft zu verbessern und die Gleichstellung aller Geschlechter zu erreichen. Die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern hat sich stark gewandelt. Heutzutage machen Frauen 55 % der AbiturientInnen aus und auch die Hälfte aller StudentInnen ist weiblich. Dennoch bekommen Frauen auch heute noch weniger Lohn als Männer für die gleiche Arbeit. Ebenso sind in der Wirtschaft nur ca. 11 % der führenden Positionen an Frauen vergeben. Die Wahl der Berufe ist immer noch von den klassischen Rollenbildern geprägt. Und auch in der Politik haben Frauen noch weniger zu sagen als Männer. Zwar hindert niemand mehr eine Frau daran, in die Politik zu gehen, aber Frauen werden immer noch nicht genug gefördert und motiviert. Wir fordern, dass die Politik endlich handelt, und dass Männer und Frauen endlich in allen Bereichen gleichberechtigt behandelt werden und vertreten sind. Dieser Antrag weist jedoch ein Defizit auf, da es sehr viele verschiedene Arten von Frauen gibt und wir leider nicht auf alle eingehen können.

Stereotype? – Nichts für uns!

Es sind die kleinen Ereignisse, die zählen. Es ist der dunkelrote Sonnenuntergang abends am See, die kleine Pusteblume am Straßenrand, das flinke Eichhörnchen, das mutig von Baum zu Baum springt, es sind die vielen hellgelben, orangen oder rotbräunlichen Blätter, die jetzt im Herbst von den Bäumen fallen, und es ist der morgendliche Frühnebel, gerade wenn die Sonne wieder erwacht. In diesen scheinbar unwichtigen Augenblicken zeigt sich die unendliche Schönheit der Natur, auch wenn wir häufig nicht den Blick dafür haben.

„Auch nach einem Jahr hat die GJN den entsetzlichen Unfall nahe der deutsch-französischen Grenze nicht vergessen, bei dem der französische Atomkraftgegner Sébastien vom Castor-Transporter erfasst wurde und am 7. November 2004 seinen Verletzungen erlag. Bis heute wird dieser Vorfall von der Atomindustrie totgeschwiegen. Noch dazu wird vermutlich genau an diesem Datum wieder ein Castor-Transport aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague ins Zwischenlager Gorleben fahren. Es ist jedoch schon lange bekannt, dass am Todestag Gedenkveranstaltungen nahe der Bahnstrecke stattfinden sollen. Den Castor über den Todestag von Sébastien zu transportieren, ist eine Dreistigkeit und kann von uns nur verurteilt werden.“

Zu den Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident, Edmund Stoiber,über das Erstarken von Rechtsextremen erklärt Jan Wienken, Landesvorstand GRÜNE JUGEND Niedersachsen:

„Die populistische Aussage, Rot-Grün sei allein für den Aufschwung der rechten Parteien verantwortlich, ist in keinster Weise hilfreich im Kampf gegen Rechtsextremismus.“ Stoiber versuche mit diesem sehr wichtigem Thema Parteienpolitik zu betreiben und hoffe auf Stimmen für die bevorstehenden Landtagswahlen. „Wenn die demokratischen Parteien weiterhin gegeneinander und nicht miteinander gegen den parteipolitischen Rechtsextremismus agieren, haben NPD und co eine größere Chance sich in der Parteienlandschaft dauerhaft zu etablieren.“, so Wienken weiter. Rechtsextreme Meinungen erhielten einen weiteren Aufschwung, wenn die demokratischen Parteien sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.“ Wienken fordert weiter ein gemeinsames Bündnis für ein tolerantes, freiheitliches und aufgeklärtes Miteinander. Der Debatte, ob eine hohe Arbeitslosigkeit zu einem verstärkten Extremismus führe, fügt Wienken hinzu: „Es liegt nicht allein an der Arbeitslosigkeit, dass es zu Wahlerfolgen von NPD und DVU gekommen ist. Die aktuellen Unsicherheiten in Folge der Sozialleistungskürzungen im Zusammenhang mit Hartz 4, sowie die massiven Einsparungen in der politischen Bildung begünstigen den Radikalisierungsprozess. Aus diesem Grund kritisiert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die Schließung der Landeszentrale für politische Bildung am Anfang des Jahres sehr scharf.“

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen kritisiert den Vorstoß der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, sich entgegen der bisherigen Beschlusslage für eine Gebührenpflicht beim Master-Studiengang einzusetzen.

„Eine solche Regelung steht in keinem Verhältnis. Die benötigten Mittel für die Hochschulausbildung dürfen nicht aus den leeren Taschen der Studierenden kommen!“, erläutert Jan Philipp Albrecht vom Landesvorstand des Jugendverbandes. Dies führe zu weiterer Ausgrenzung sozial Schwacher beim Zugang zur Hochschulbildung. Der Master-Abschluss sei mit dem heutigen Diplom-Abschluss zu vergleichen und müsse in einem kostenfreien Erststudium enthalten bleiben.
Die GRÜNE JUGEND spricht sich klar gegen jede Form allgemeiner Studiengebühren aus und fordert ein angemessenes Studienkontenmodell, dass jedem Studierenden ein großzügig bemessenes Kontingent an Bildungsleistungen zur Verfügung stellt. Dazu gehören nach Albrecht Ansicht auch der Master-Studiengang sowie die Möglichkeit ein Zweitstudium zu absolvieren. Die Befürwortung von Studiengebühren-Modellen, wie es die grüne Landtagfraktion äußerte, ist für die GRÜNE JUGEND zudem ein Zuwiderhandeln gegen geltende Parteibeschlüsse. „Der Länderrat hat bereits klare Beschlüsse für ein kostenfreies Master-Studium gefasst“, bestärkt Albrecht.