“Wenn du dich nur ausreichend anstrengst, dann kannst du alles schaffen!”

Dieses Aufstiegsversprechen geben wir seit Generationen weiter und wundern uns dann, warum die eigene Leistung scheinbar doch nie ausreicht. Aber können wir überhaupt alles erreichen? Geht es wirklich nur um Anstrengung und Leistung? Und viel wichtiger: Haben dabei alle Menschen dieselben Chancen? Ihr ahnt, dass wir dieser neoliberalen Erzählung etwas entgegenzusetzen haben. Was es mit sozialen Ungerechtigkeiten auf sich hat und wie diese strukturell bedingt werden, erklärt uns in dieser Folge Sarah-Lee Heinrich.

Empfehlungen:

Sarah-Lee: Jacobin Magazin

Der Kampf für die Gleichberechtigung aller Geschlechter spielt selbstverständlich nicht nur im zwischenmenschlichen Umgang miteinander eine Rolle. Die Strukturen des patriarchalen Systems, in dem wir leben, zeigen sich auf sehr vielen Ebenen. Unter anderem benötigt es eine feministische Transformation der Rechtspolitik. Denn nicht umsonst steckt in Gleichberechtigung das Wort Recht drin. Was genau dahinter steckt, wo Probleme liegen und wie wir die Rechtsprechung feministisch gestalten können erklärt uns diese Woche Lena Gumnior.

Empfehlungen:

Lena: Podcast: Justitias Töchter

Ob UN-Gipfel, Münchener Sicherheitskonferenz oder bilaterale Treffen zwischen einzelnen Ländern: Männer sind dort stets überrepräsentiert. Wie so oft fällt auch in der Außenpolitik auf, dass die Geschlechter nicht zu gleichen Teilen vertreten sind und deren Interessen ebenso ungleich beachtet werden. Um das zu überwinden muss auch die Außenpolitik feministisch gedacht werden. Darüber haben wir mit Merle Spellerberg gesprochen.

Empfehlungen (alle von Merle):

Centre for feminist foreign policy
Belarus! Das weibliche Gesicht der Revolution von Andreas Rostek et al.

Zum internationalen Tag gegen Rassismus diesen Sonntag ruft die GRÜNE JUGEND Niedersachsen dazu auf, endlich konsequenten gegen Rassismus in Sicherheitsbehörden vorzugehen und fordert dazu unter Anderem ein Ticketsystem für Polizeikontrollen.

Pippa Schneider, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, erklärt dazu:
„Dass es auch heute noch strukturellen und institutionellen Rassismus gibt, erfahren People of Color jeden Tag schmerzlich. Ein Teil des Problems ist dabei auch die Polizei: sie fiel zuletzt immer wieder durch rassistisches und rechtsextremes Gedankengut beispielsweise in Chatgruppen auf. Wie sollen sich People of Color in einem Land sicher fühlen, in dem diejenigen, von denen sie eigentlich beschützt werden sollten, mit denen gemeinsame Sache machen, die sie ausgrenzen, abschieben und sogar ermorden wollen? Der Staat muss garantieren, dass menschenverachtende Einstellungen in den eigenen Sicherheitsbehörden konsequent bekämpft werden“

Anlässlich der heutigen Fragestunde im Landtag fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen endlich Klarheit zur im Koalitionsvertrag verankerten finanziellen Entlastung von Schüler*innen und einen klaren Fahrplan zur Einführung des schon länger angekündigten Azubitickets.

Svenja Appuhn, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, betont: „Dass den ersten Ankündigungen für ein Azubiticket aus dem Verkehrsministerium bisher nur Vertagungen und unklare Aussagen darüber, wo das Ticket überhaupt gelten soll, gefolgt sind, ist extrem bitter für alle jungen Auszubildenden in Niedersachsen. Azubis und Freiwilligendienstleistende warten seit Ewigkeiten auf finanzielle Entlastung beim Weg zu Arbeit und Schule, denn für diese Gruppen gibt es in vielen Teilen des Landes bisher überhaupt keine Ticketvergünstigungen – und das, obwohl viele von ihnen unterhalb des Existenzminimums leben. Dass die Krise jetzt als Ausrede genutzt wird, um ein Azubiticket auf die lange Bank zu schieben, ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die trotz Pandemie jeden Tag zur Arbeit fahren müssen, um die Gesellschaft am Laufen zu halten.“

Verkehrspolitik wurde zu lange von Männern für Männer gemacht. Der Weg mit dem Auto zur Arbeit ist oft unkompliziert, aber Menschen, die mit Kindern unterwegs sind, fürchten sich vor den oft viel zu schmalen und gefährlichen Radwegen. Frauen übernehmen deutlich häufiger Betreuungsaufgaben und legen daher auch andere Wege zurück als viele Männer – aber die Verkehrsplanung ist oft nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Da stimmt doch etwas nicht.

Wie unsere Mobilität durch ein System beeinflusst wird, das vor allem auf die Bedürfnisse von Vollzeit arbeitenden Männern abgestimmt ist, haben wir mit Svenja Appuhn diskutiert – und dabei herausgefunden, wie eine Verkehrswende aussehen kann, die nicht nur klimagerecht, sondern auch noch feministisch ist.

Empfehlungen (alle von Svenja):

Studie: Mobilität in Deutschland
Network Women in Mobility