Erfreuliche Wendung im Fall der Familie Fekovic, die in Holzminden ins Kirchenasyl geflüchtet war: Der Landkreis Holzminden hat von Amts wegen ein Asylverfahren im Namen des jüngsten Kindes eingeleitet. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen unterstützt die Forderung nach einem Bleiberecht für die Familie.

Holzminden. Bis zur endgültigen Entscheidung über den Asylantrag durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat die Familie Fekovic, die in Holzminden im Kichenasyl Obhut fand, damit ein vorläufiges Bleiberecht. Die Hoffnungen ruhen dann auf der Härtefallkommission des Landes Niedersachsen, die im September ihre Arbeit aufnehmen wird. Die Familie hat am Freitag das Kirchenasyl verlassen und ist in ihre Wohnung zurückgekehrt. „Das ist ein Sieg der Menschlichkeit. Respekt, Anerkennung und Dank verdienen alle, die mitgeholfen haben, diese Abschiebung vorläufig zu verhindern. Aber es ist noch nicht vorbei, im September muss erst die Härtefallkommission entscheiden.“ Erklärte ein erleichterter Helge Limburg, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen zu den jüngsten Entwicklungen.
Das Strafverfahren gegen seinen Vater, den Pastor Heiko Limburg, wegen „Beihilfe zum Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel“ läuft unterdessen weiter.
Pressemitteilung vom 27.07.2006

Abschiebung von Familie Fekovic stoppen!

Die fünfköpfige Familie, die seit 8 Jahren in Holzminden lebt und deren drei Kinder in Deutschland geboren wurden, harrt seit zwei Wochen im Kirchenasyl in der St. Thomaskirche Holzminden aus. Am Mittwoch war erstmals ein massives Polizeiaufgebot angerückt um die Familie in Haft zu nehmen. Da die Beamten jedoch auf ein Betreten der Sakralräume verzichteten, kam es vorläufig nicht zur Abschiebung. „Das ist absolut unmenschlich! In fünf Wochen kommt die Härtefallkommission, und vorher möchte der Herr Innenminister ganz offensichtlich schnell noch Fakten schaffen.“ Kommentiert Helge Limburg, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, die geplante Abschiebung.
Limburg, der ebenso wie Schünemann aus Holzminden stammt und dessen Vater, Pastor Heiko Limburg, den Fekovics im Kirchenasyl Schutz bietet, ist auch persönlich sehr betroffen. „Das berührt mich natürlich, wenn sich in unserer Kirche, wo ich konfirmiert wurde, wo mein Bruder getauft worden ist, so ein Drama abspielt. Warum müssen diese Menschen gewaltsam raus aus Deutschland? Sie haben sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.“ Es sei völlig unverständlich, wieso diese beispielhaft integrierte Familie das Land verlassen müsse. „Was will uns Uwe Schünemann durch solche Aktionen beweisen? Dass er ein harter Kerl ist? Stattdessen sollte er Menschlichkeit beweisen und die Abschiebung zumindest bis zur Einrichtung der Härtefallkommission aussetzen“, fordert Limburg.
Auch das gegen seinen Vater eingeleitete Strafverfahren wegen „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt“ wühlt Helge Limburg auf: „Mein Vater hat das Richtige getan, unabhängig davon, was jetzt Polizei und Staatsanwälte meinen. Für ihn ist sein Handeln eine Selbstverständlichkeit, ein Gebot der Nächstenliebe. Ich bin absolut stolz auf meinen Vater!“

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert weiterhin nachdrücklich eine humane und weltoffene Flüchtlingspolitik. Der aktuelle Fall einer von Abschiebung bedrohten serbischen Familie zeigt deutlich, zu welchen menschlichen Dramen die gegenwärtige Ausländerpolitik führt.

Nach der vorläufigen Aussetzung der Abschiebung von Familie Fekovic aus Holzminden geht für den Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen der Kampf um eine menschliche Ausländer- und Flüchtlingspolitik weiter. „Natürlich freuen wir uns alle sehr darüber, dass Familie Fekovic vorläufig in Holzminden zu Hause bleiben kann. Aber erstens ist für sie die Sache noch lange nicht ausgestanden, denn in fünf oder sechs Wochen müssen sie darauf hoffen, vor die Härtefallkommission zu gelangen. Und zweitens gibt es leider noch viele andere Menschen in Niedersachsen, die gegenwärtig unter unwürdigen Bedingungen ihre Abschiebung befürchten müssen.“ Erklärt dazu Marcus Blumtritt, Mitglied im Landesvorstand.
Blumtritt wies auf die unerträglichen Zustände in den Lagern Bramsche-Hesepe und Oldenburg-Blankenburg hin, in denen Flüchtlinge jahrelang in Sammelunterkünften vor einer ungewissen Zukunft stehen. „Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert nachdrücklich, diese Lager zu schließen und die Flüchtlinge in normalen Wohnungen unterzubringen. Flüchtlinge sind keine Verbrecher, sondern Menschen, die bei uns Schutz suchen!“ so Blumtritt weiter. Er weist in diesem Zusammenhang auch auf den aktuellen Fall eines Palästinensers hin, der willkürlich zwischen den Lagern Bramsche-Hesepe und Oldenburg-Blankenburg hin -und her geschoben wird. „Der Mann ist doch kein Paket, das man beliebig durch die Gegend schieben kann. Auch er hat Anspruch auf eine menschenwürdige, respektvolle Behandlung!“
Blumtritt macht außerdem darauf aufmerksam, dass gegenwärtig noch viele andere, teils bestens integrierte Familien in Niedersachsen von Abschiebung bedroht sind. Ohne grundlegende Veränderungen in der Ausländer- und Flüchtlingspolitik werde es zukünftig noch viele weitere Fälle wie den der Familie Fekovic geben.
Marcus Blumtritt, 24, ist Beisitzer im Landesvorstand und engagiert sich in einer Flüchtlingsinitiative in Oldenburg

Die fünfköpfige Familie Fekovic harrt seit zwei Wochen im Kirchenasyl in der St. Thomaskirche Holzminden aus. Die Eltern kommen ursprünglich aus Serbien-Montenegro und leben seit 8 Jahren in Holzminden. Ihre drei Kinder sind alle in Deutschland geboren, die beiden Älteren, 8 und 11 Jahre alt, gehen in Holzminden zur Schule. Da aber Serbien mittlerweile kein Kriegsgebiet mehr ist, soll die Familie abgeschoben werden.
Am Mittwoch war erstmals ein massives Polizeiaufgebot angerückt, um die Familie in Haft zu nehmen. Da die Beamten jedoch auf ein Betreten der Sakralräume verzichteten, kam es vorläufig nicht zur Abschiebung. „Das ist absolut unmenschlich! In fünf Wochen kommt die Härtefallkommission, und vorher möchte der Herr Innenminister ganz offensichtlich schnell noch Fakten schaffen.“ Kommentiert Helge Limburg, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, die geplante Abschiebung.
Limburg, der ebenso wie Schünemann aus Holzminden stammt und dessen Vater, Pastor Heiko Limburg, den Fekovics im Kirchenasyl Schutz bietet, ist auch persönlich sehr betroffen. „Das berührt mich natürlich, wenn sich in unserer Kirche, wo ich konfirmiert wurde, wo mein Bruder getauft worden ist, so ein Drama abspielt. Warum müssen diese Menschen gewaltsam raus aus Deutschland? Sie haben sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.“ Es sei völlig unverständlich, wieso diese beispielhaft integrierte Familie das Land verlassen müsse.
„Was will uns Uwe Schünemann durch solche Aktionen beweisen? Dass er ein harter Kerl ist? Stattdessen sollte er Menschlichkeit beweisen und die Abschiebung zumindest bis zur Einrichtung der Härtefallkommission aussetzen“, fordert Limburg. Auch das gegen seinen Vater eingeleitete Strafverfahren wegen „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt“ wühlt Helge Limburg auf: „Mein Vater hat das Richtige getan, unabhängig davon, was jetzt Polizei und Staatsanwälte meinen. Für ihn ist sein Handeln eine Selbstverständlichkeit, ein Gebot der Nächstenliebe. Ich bin absolut stolz auf meinen Vater!“

Am 28. Juni 2006 gingen mehrere Tausend Lernende und Solidarische in Hamburg auf die Straße, um gegen die für diesen Tag geplante Einführung von Studiengebühren zu protestieren.

Der Protest richtete sich aber nicht nur gegen Studiengebühren, sondern bewusst auch gegen andere neoliberale Entwicklungen, wie das Leyen’sche Elterngeld, das Eltern in der Ausbildung, Alleinerziehende allgemein und Sozialschwache sowieso benachteiligt, oder die Ausbeutung von PraktikantInnen als billige Arbeitskräfte.
Am Aufruf zur Demo beteiligten sich Asten aus ganz Norddeutschland, die GEW und SchülerInnengruppen. So kamen die DemonstrantInnen u. A. aus Bremen, Braunschweig, Hildesheim, Berlin und sogar aus Frankreich.
Bereits im Vorfeld war klar, dass die Stadt Hamburg bzw. die Polizei nicht an der Durchführung einer öffentlichkeitswirksamen Demo interessiert waren. So wurde die Demoroute durch die Innenstadt weitgehend verboten und die Demo glich entlang der Alster eher einem Wanderkessel als einer Demo – Hamburger Verhältnisse eben, wo noch immer der alte Schill-Geist zu wehen scheint.
So kam es dann auch auf der Lombardsbrücke zu einem Angriff auf die Demo durch eine Gruppe PolizistInnen. Grund? Die Demo habe nicht wie genehmigt nur drei, sondern auch die vierte Spur der Straße blockiert. Diese Nichtigkeit war aber schon Grund genug, um die vollkommen friedliche Demo aus heiterem Himmel anzugreifen. Die DemonstrantInnen reagierten allerdings schnell und wehrten den Übergriff ab, so dass eine Kleingruppe BeamtInnen letztlich kurz in die Mitte der Demo gedrängt und umzingelt wurde. Dabei kam es zu Schlagstockeinsatz durch die Polizei, bei dem mindestens ein Demonstrant am Kopf verletzt wurde. Letztlich musste sich die „Staatsmacht“ dann aber doch geschlagen geben und zurückziehen.
Ab diesem Zeitpunkt zogen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten in Schwarz („Knüppelgarde“) auf und die Demo bzw. die Spitze der Demo glich wirklich einem Wanderkessel. Kurzzeitig schien es als drohe eine Eskalation, so dass einige erfahrene DemoteilnehmerInnen zur Kettenbildung aufriefen. Es kam zum Glück nicht zu weiteren Übergriffen durch PolizeibeamtInnen. So zogen die Protestierenden weiter, unterbrochen durch Zwischenkundgebungen.
Ein weiteres Ärgernis stellte ein weitere Aktion der Hamburger Polizei dar, die die Personalien eines Teilnehmers aufnahmen, weil das Seitentransparent, das er trug, statt der in Hamburger gestatteten Länge von 1,50m, eine von 1,60m hatte.
Die Demo endete schließlich wo sie angefangen hatte, nämlich am Campus der Uni Hamburg.
Am Hauptbahnhof wurden Ankommende und Abfahrende nochmals von mehreren Gruppen Bundespolizei erwartet, die gepanzert und mit Hunden den Bahnhof verunsichterten. Obwohl noch am gleichen Abend in der Hamburger BürgerInnenschaft Studiengebühren beschlossen wurden, heißt das noch lange nicht, dass es diese auch geben wird. So wurde zum Gebührenboykott aufgerufen, um die Beschlüsse ins Leere laufen zu lassen.
Wir geben nicht auf, gegen Studiengebühren zu kämpfen. Gerade das Aufgebot am Hauptbahnhof hat doch gezeigt, dass Staat und Konzerne die Proteste nicht ignorieren können, wenn diese teuer genug werden bzw. drohen zu teuer zu werden.
In diesem Sinne für einen teuren Protest und teuren Widerstand!

Um gegen die menschenverachtende Realität in der deutschen Flüchtlingspolitik zu protestieren, sammelte die GJ Hannover zusammen mit dem Landesvorstand am Rande des Länderspiels Mexiko-Angola Unterschriften.

Angola gegen Mexiko. In Hannover. Ein riesiges Fanfest. Ein Grund zu unbeschwertem Jubel für alle? Leider nicht ganz. Wer in permanenter Angst und mit einer dauerhaft ungewissen Zukunft lebt, dessen Sorgen lösen sich auch während der Fußball-WM nicht einfach in Luft auf. Die Rede ist hier von den rund 200.000 Flüchtlingen, die in Deutschland geduldet sind. Die Duldung ist kein dauerhaftes Bleiberecht. Sie wird Menschen gewährt, deren Asylantrag abgelehnt worden ist, bei denen aber die Abschiebung zunächst nicht durchgeführt werde kann (z. B. wegen schweren Erkrankungen oder weil dem Flüchtling in seinem Herkunftsland Folter oder Tod drohen!). Sie kann jederzeit widerrufen und die Abschiebung daraufhin sofort vollstreckt werden. Rund 120.000 Mensche leben mit dieser permanenten Ungewissheit bereits seit über 5 Jahren in Deutschland.
Wenn es nach Niedersachsens Innenminister Schünemann geht, dann wird sich Deutschland zumindest mit dem Titel des Abschiebeweltmeisters schmücken. Schünemann blockiert bislang alle Versuche, dauerhafte, stabile Bleiberechte für die langjährig geduldeten Flüchtlinge zu erteilen. Stattdessen bemüht sich Schünemann, die Anzahl der vollzogenen Abschiebungen massiv und mit teilweise großer Brutalität zu erhöhen.
Um gegen diesen unmenschlichen Zustand und die menschenverachtende Abschiebpraxis zu protestieren sammelte die GRÜNE JUGEND Hannover unter tatkräftiger Unterstützung des niedersächsischen Landesvorstandes am Freitag, 16. Juni, Unterschriften in der Hannoveraner Innenstadt. Die Unterschriftensammlung erfolgte im Rahmen einer Kampagne von PRO ASYL, mit dem Ziel einer dauerhaften Bleiberechtsreglung für Flüchtlinge in Deutschland. Die Stimmung in der Innenstadt war kurz vor dem Länderspiel Mexiko – Angola insgesamt gut. Der mehrsprachige Flyer „Stay here!“sorgten dafür, dass auch die ausländischen Fußballfans ausreichend informiert wurden. Allerdings kam es in zwei Fällen zu massiven rassistischen Pöbeleien von Passanten. Nicht von Skinheads, sondern von dem äußeren Anschein nach gutbürgerlichen Menschen. Rassistisches Gedankengut kann leider auch durch eine fröhliche Fußball-WM nicht überall überwunden werden.
Insgesamt sammelten wir rund 100 Unterschriften für eine humane Flüchtlingspolitik. Dieses positive Feedback war für uns versöhnlich und half uns dabei unsere Wut über die Pöbeleien der unverbesserlichen Rassisten in den Hintergrund treten zu lassen.
Helge Limburg, 23, ist Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, überzeugter Antirassist und Angolafan.

Siehe auch:

Rote Karte für Deutschlands Abschiebetaktik!
Unterschriftenkampagne von PRO ASYL für ein Bleiberecht von langjährig in Deutschland lebenden Menschen.
Mehrsprachiger Flyer Stay here der GRÜNEN JUGEND Hannover zur Aktion

Vom 16.-18. Juni 06 trafen sich über 25 GRUENE JUGEND Aktive in Hannover um beim 2. Bundesausschuss (BA) des Jahres Anträge zu den Themen Umweltpolitik, dem neuen Hartz IV-Gesetzesentwurf und Flüchtlingspolitik zu debattieren und drei neue Kommissionen zu wählen.

Am Freitag starteten die 16 bis 27-jährigen GRUENE JUGEND Mitglieder nach den Aktionen der GJN in der Innenstadt mit Länderberichten in das Wochenende. Im BA sitzen jeweils zwei Delegierte aus den Bundesländern, sowie einige Bundesvorstandsmitglieder und das Präsidium, das den Ausschuss plant und moderiert.
Anschließend berichteten Bundesvorstand und FachforenkoordinatorInnen über ihre Arbeit. (Die Fachforen sind inhaltliche Arbeitskreise auf Bundesebene.)
Am Samstag hielten Christoph Bautz von Campact, politische Kampagnenarbeit im Internet, und Mirja Hoge von der Werbeagentur Zum Goldenen Hirschen GmbH, die u.a. viele Wahlkämpfe der GRUENEN plant, Vorträge zur Kampagnenplanung. Hauptaussagen waren, dass Schlagworte und klar abzugrenzende Themen die Grundvoraussetzung für eine gelungene Außendarstellung sind. Bautz sagte, dass das Kampagnenthema in drei Sätzen zu erklären sein müsste und die Kampagnenplanerin von den Goldenen Hirschen meinte, dass frühzeitiger Planungsbeginn, sechs Monate vor Start, und früh festgelegte Deadlines nötig sind um gesetzte Ziele zu erreichen.
Nach diesem inhaltlichen Input folgte eine Diskussionsrunde auf der Grundlage des Leitantrags. Wolfgang Sterk vom Wuppertal Institut, Reinhard Loske vonBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Lutz Fleischer von der BUNDjugend äußerten ihre Meinungen über den Antrag und stiegen anschließend mit uns in eine interessante Debatte ein.
Themen waren die Kerosinsteuer, eine mögliche PKW-Maut auf Bundesstraßen, internationale Möglichkeiten der Umweltpolitik und dem Zusammenhang von Menschenrechten und Umweltschutz. Letzteres bezog sich zum einen auf die Problematik, wenn vor allem arme Menschen ihren eigenen Lebensraum zerstören um sich selbst versorgen zu können und zum anderen auf indigene Völker, die von ihrem Lebensgebiet abhängig sind, welches gleichzeitig von Konzerninteressen gefährdet ist.
Die Mittel, die zu einer besseren Umweltpolitik führen können, sind beispielsweise ein effizienterer Emissionshandel, eine erweiterte Ökosteuer, die umweltschädliche Produkte belastet und unbedenkliche Produkte indirekt fördert. Damit soll den KundInnen der wirkliche Preis ihres Konsums deutlich gemacht werden, denn der Preis, den wir zur Zeit im Laden bezahlen, rechnet die kurz- und langfristigen Kosten von beispielsweise vermehrten Umweltkatastrophen nicht ein.
Außerdem wurde die Frage nach einer globalen Umweltorganisation laut, welche im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll die Mitgliedsländer für nicht eingehaltene Schutzpläne bestrafen kann. Kanada zum Beispiel kann nicht belangt werden, obwohl ihre Kohlendioxidemissionen statt zu sinken sogar um 7 % gestiegen sind. Weitere Anträge plädierten dafür eine weitere Senkung des Arbeitslosengeldes II nicht nur unmöglich zu machen, sondern den Satz von 345 zu erhöhen, weil Menschen mit solch einem geringen Einkommen von einer Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Außerdem sollen die 1-Euro-Jobs schrittweise durch reguläre staatliche Jobs ersetzt werden.
Der dritte Antrag befasste sich mit der inhumanen Flüchtlingspolitik in Deutschland. In ihm fordert die GRÜNE JUGEND dauerhafte Bleiberechte auszusprechen statt die oft gut integrierten Geduldeten jahrelang im Ungewissen zu lassen, ob und wann sie Deutschland verlassen müssen.
Anschließend wurde noch ein G8-Gipfel-Projektteam gewählt, welches die Proteste zum und im Vorfeld des G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm zu planen. Die zehn Mitglieder treffen sich schon nächstes Wochenende in Berlin um frühzeitig mit der Planung beginnen zu können.
Außerdem gibt es seit dem 18.6. eine friedenspolitische Kommission, welche eine Untersuchung der Friedenspolitik der Grünen in der Zeit von 1998 bis 2005 verfassen soll. Die Grünen konnten zwar einen Aktionsplan zu Ziviler Krisenprävention vorlegen und gaben ein klares „Nein“ zum Irakkrieg, Anknüpfungspunkte für Kritik an der grünen Regierungspolitik bieten allerdings die Zustimmung zum Kosovokrieg 1999, sowie das Ja zum Afghanistankrieg 2001.
Letztlich haben wir noch ein neues BA-Präsidium gewählt, welches das erste vierköpfige, komplett mit Frauen besetzte Präsidium ist!
Alles in allem war es ein erfolgreicher BA in dem wunderschönen Tagungszentrum Gleisdreieck, der für viele der erste und für einige leider der letzte war.
In diesem Sinne für eine radikalere und gerechtere Politik!
Ann-Morla Meyer, 17, ist die Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen und engagiert sich in der Ortsgruppe Lüneburg.

Die GRÜNE JUGEND Hannover protestiert zusammen mit Delegierten des Bundesausschusses gegen die Ausbeutung von Näherinnen bei Adidas, Nike & Co und klärt mit einer Torwandaktion und Infomaterial über die Alternativen des fairen Handels auf. Ein Bericht von Sven-Christian Kindler.

Ganz Deutschland versinkt derzeit in einem Fahnenmeer. Dazu noch Mützen, Trikots, Schals, Fußbälle, mit denen die Fans der verschiedensten Nationalitäten derzeit zur WM die Stadien und Innenstädte mit Farbe und Leben füllen. Und wo werden diese Fanartikel hergestellt? Jetzt mal ernsthaft, wen interessiert das denn? Es grassiert das höchst ansteckende WM-Fieber. Da wird angefeuert, getrunken und hemmungslos rumgegröllt. Kritisch nachdenken oder gar sich mit Politik beschäftigen? Lieber nicht, wir sind FIFA-Weltmeisterschaft 2006.
Doch nicht so die GRÜNEN JUGEND. Die Basisgruppe Hannover hat zum WM-Spiel Mexiko – Angola in der Lister Meile in der Nähe des Bahnhofes eine öffentlichkeitswirksame Aktion zu fairer Kleidung durchgeführt, bei der auch viele Delegierte des Bundessauschusses der GRÜNEN JUGEND, der gleichzeitig in Hannover tagte, teilgenommen haben. Denn uns interessiert, wie und wo die Fankleidung hergestellt!

Ausgebeutet und trotzdem bitterarm!

Mit dem Flyer Fair Play -Fair Pay auf den Sprachen Deutsch, Englisch und Portugisisch machte die GRÜNE JUGEND Hannover auf die menschenunwürdigen Arbeitbedingungen der Näherinnen aufmerksam. Während die großen Sportartikelfirmen Adidas, Nike, Reebok & Co. zur Weltmeisterschaft einen gigantischen Umsatz machen, denken sie nicht im Geringsten daran ihren ArbeiterInnen, welche die Grundlage für ihre Riesengewinne schaffen, etwas abzugeben. Bis zu 16-Stunden-Tage, unbezahlte Überstunden, sexuelle Belästigungen und Löhne unter Existenzminimum sind die brutalen Bedingungen unter denen die Näherinnen für die Sportartikelmultis produzieren müssen. Versuchen die abhängig Beschäftigten sich dagegen zu wehren, greifen die Firmen zu harten Mitteln. So geschehen im Fall desAdidas- Zulieferbetriebes Hermosa in El Salvador. Als die überwiegend weiblichen Arbeitskräfte eine Betriebsgewerkschaft gründen, wird die Fabrik geschlossen und auf die ausstehenden Löhne werden nicht ausgezahlt. Aufgedeckt und publik gemacht hat das die Kampagne für Saubere Kleidung, die schon seit längerem versucht Adidas und andere Ausbeuterfirmen unter Druck zu setzen, damit die Konzerne endlich faire Arbeitsverhältnisse für seine Näherinnen schafft.

Eine andere Kleidung ist möglich

Die Hauptattraktion am Stand war eindeutig das Torwandschießen – natürlich mit fairen Gepa-Bällen. Kleine Kinder, aufgeregte Mexikofans, frisch gebackene AbiturientInnen auf Partytour und fußballbegeisterte Junggrüne – alle wollten sie den Ball durch die Löcher im Netz versenken. Doch auch wenn nur die wenigsten trafen, erhielten alle als kleines Geschenk fair gehandelte Gummibärchen und konnten sich mit soviel Infomaterial eindecken wie sie tragen konnten.
Die von einem professionellen Graffitikünstler gesprayte Torwand wurde uns freundlicherweise von JANUN, dem Jugendumweltnetzwerk Niedersachsens bereitgestellt, das durch ganz Niedersachsen damit getourt ist, um einerseits über die katastrophalen Produktionsbedingungen aufzuklären und andererseits auch Alternativen aufzuzeigen.
Denn es gibt Möglichkeiten halbwegs fair Klamotten und Schuhe einzukaufen. Erstmal ist es kritisch zu hinterfragen, ob ich wirklich noch die achte stonewashed Jeans mit zerissenen Arschtaschen oder das zwöfte Paar Lederstiefel mit Dreizehn Zentimter Absätzen brauche? „Powershoppen“ zum Zeitvertreib nur um den Nachmittag zu verbringen mag nett und lustig sein, ökologisch, verantwortungsbewusst oder ethisch korrekt ist es nicht
Neben einem überlegten Konsum gibt es auch noch die Möglichkeit Kleidung second-hand im Laden oder per ebay einzukaufen. Die Anziehsachen werden wiederverwertet, die Näherinnen müssen dafür nicht ausgebeutet werden und ein individueller Stil jenseits vom H&M- Einheitsbrei ist auch garantiert.
Und auch faire neu hergestellte Kleidung ist, wenn auch zaghaft, im Kommen. ObLamulamu, American Apparal oder Hess Natur. Es gibt bereits heute gut aussehende Alternativen zu der konventionellen „schmutzigen“ Kleidung, ohne die es leider heute trotzdem noch nicht komplett möglich ist sich vernünftig einzukleiden. Das Angebot an fairer Kleidung ist noch zu klein. Doch wir können gemeinsam versuchen das zu ändern. Durch mehr Druck auf die Firmen. Durch mehr Second-hand. Durch mehr bewussteren Konsum – weniger Kleidung aus Ausbeutung, mehr aus fairem Handel. JedeR Einzelne kann seinen Teil dazu beitragen. Und wie sieht´s bei dir aus? Shoppst du noch, oder fairänderst du schon?
Sven-Christian Kindler, 21, ist Redakteur beim SPUNK und trägt bei jedem Wetter seine Black Spot Sneaker.

Siehe auch:

Kampagne für Saubere Kleidung
WM-Kampagne der christlichen Initiative Romero
Fair Play -Fair Pay GRÜNE JUGEND Flyer zur Aktion

Alle Macht geht vom Volk aus. Eigentlich. Aber was ist, wenn das Volk schlecht informiert ist? Die moderne Medienwelt beeinflusst und kontrolliert uns immer stärker. Spitzelaffären, Privatisierung des Wissens, mediale Berieselung mit Botschaften – all dies trägt dazu bei, dass wir uns kaum noch entscheiden können, was wir nun glauben sollen. In der aktuellen Ausgabe befassen wir uns mit solchen Problemen: Wie steht es mit der Freiheit der Presse? Worin liegt die Zukunft des Internets? Wie beeinflusst uns die Werbung? All diese Fragen und viele mehr sollt ihr beantworten können, nachdem ihr die letzte Seite des IGELs umgeblättert habt. Aber nicht nur das: Aus aktuellem Anlass wird der Iran-Konflikt kommentiert, die Ortsgruppen berichten von ihren Aktionen zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe, die wieder gegründeten Landesarbeitskreise und der komplett neu gewählte Landesvorstand werden vorgestellt. Auch im IGEL wird die Vernetzung des junggrünen Nordens vorangetrieben: Die HamburgerInnen steuern zwei Seiten zu dieser Ausgabe bei. Und auch aus Bremen werden wir demnächst wieder kontinuierlich Beiträge erhalten. Wir hoffen, dass euch unser Erstlingswerk gefällt – oder besser gesagt euer Werk, denn der IGEL wird von seinen Mitgliedern gemacht. Und um die einleitende Frage zu beantworten: Wir sind frei, wir sind unabhängig, und wir lassen uns von nichts und niemandem etwas sagen, weder von der Wirtschaft, noch vom Staat oder anderen Institutionen.
Eure IGEL-Redaktion

Alle Macht geht vom Volk aus. Eigentlich. Aber was ist, wenn das Volk schlecht informiert ist? Die moderne Medienwelt beeinflusst und kontrolliert uns immer stärker. Spitzelaffären, Privatisierung des Wissens, mediale Berieselung mit Botschaften – all dies trägt dazu bei, dass wir uns kaum noch entscheiden können, was wir nun glauben sollen. In der aktuellen Ausgabe befassen wir uns mit solchen Problemen: Wie steht es mit der Freiheit der Presse? Worin liegt die Zukunft des Internets? Wie beeinflusst uns die Werbung? All diese Fragen und viele mehr sollt ihr beantworten können, nachdem ihr die letzte Seite des IGELs umgeblättert habt. Aber nicht nur das: Aus aktuellem Anlass wird der Iran-Konflikt kommentiert, die Ortsgruppen berichten von ihren Aktionen zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe, die wieder gegründeten Landesarbeitskreise und der komplett neu gewählte Landesvorstand werden vorgestellt. Auch im IGEL wird die Vernetzung des junggrünen Nordens vorangetrieben: Die HamburgerInnen steuern zwei Seiten zu dieser Ausgabe bei. Und auch aus Bremen werden wir demnächst wieder kontinuierlich Beiträge erhalten. Wir hoffen, dass euch unser Erstlingswerk gefällt – oder besser gesagt euer Werk, denn der IGEL wird von seinen Mitgliedern gemacht. Und um die einleitende Frage zu beantworten: Wir sind frei, wir sind unabhängig, und wir lassen uns von nichts und niemandem etwas sagen, weder von der Wirtschaft, noch vom Staat oder anderen Institutionen.
Eure IGEL-Redaktion

Die Ausgabe 48 zum Download

Ein kalter, aber sonniger Samstagmorgen war es, als sich GJlerInnen trafen, um fairen Handel vorzustellen. Wie erreichen und überzeugen wir ein breites Publikum? Genau, wir stellen uns mit einem Stand an den Lindener Marktplatz und schenken Kaffee aus. Kostenlos. WelcheR HannoveranerIn möchte nicht einen heißen, fair gehandelten Kaffee trinken, den Kleinen Schokolade oder Gummibärchen gönnen und sich dabei kurz ausruhen?
„Fair gehandelt? Was meinen Sie damit?“, stellt sich der/dem BesucherIn dann vielleicht die Frage. Den fast leeren Becher in der einen Hand, den Flyer in der anderen. „Fair Trade“ steht drauf und das Trans Fair Logo ist abgebildet. Und dann sind wir dran: „Fair Trade steht für fair gehandelte Produkte, die in der so genannten „Dritten Welt“ zu bestimmten Standards hergestellt werden und dort der einheimischen Bevölkerung helfen, ein selbstbestimmtes Leben unter würdigen Bedingungen zu führen. Zu diesen Standards gehören das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, die Zahlung gerechter Löhne an die ProduzentInnen und einem besonderen Aufschlag für lokale Entwicklungsprogramme sowie langfristige Abnahme- und Preisverträge, die den ProduzentInnen Planungssicherheit bieten.“
anch EineR war überrascht, hat sich noch nicht mit fairem Handel auseinandergesetzt, einE AndereR hatte schon davon gehört und auch von der inzwischen großen Auswahl von verschiedenen Produkten. Kaffee, Tee und Kakao sind schon lange fair gehandelt verfügbar. Aber auch Süßes wie Honig, Bonbons und Schokolade werden von vielen verschiedenen HerstellerInnen inzwischen angeboten. Eine ältere Dame war sehr angetan von der Schokolade. „Ich kann es kaum erwarten, andere Sorten auszuprobieren!“, teilte sie uns begeistert mit.