Es wird Winter, kalt und dunkel. Alles ist grau und trist und mensch verflucht ihn, kaum hat er begonnen. Die Weihnachtszeit steht kurz bevor und mit ihr die festliche, warme Beleuchtung, die die triste, dunkle Winterzeit erhellt und romantisiert. Plötzlich freut mensch sich über die Kälte, ja stellt sich freiwillig hinaus an einen Marktstand und schlürft heiße Schokolade. Weihnachten, Friede, Freude, Eierkuchen, ganz viel Liebe und Wärme soweit das Auge reicht. Das Licht löst Freude aus und mensch dekoriert sein eigenes Heim mit Weihnachtsbeleuchtung an Tannenbaum und Fenstern und abends, wenn es dunkel wird, erstrahlt das Zuhause in gemütlichem Licht. Hmmm…Licht…spreche ich gerade von Licht? Woher kommt eigentlich dieses Licht? Aus der Steckdose. Welche Farbe hat Ihr Strom? Yellow? Gelb? Gar keine? Egal welche Farbe Ihr Strom auch hat, Fakt ist, viele Menschen nutzen immer noch ihren „Standardanbieter“, der zu einem Großteil Atomstrom zur Stromerzeugung verwendet. Die Nutzung von Atomstrom birgt viele Risiken und Gefahren. Das ist Mensch spätestens seit Tschernobyl klar. Dennoch diskutieren viele Politiker über ein Aufrechterhalten der Atomkraftwerke zumindest bis Laufzeitende und eine Verzögerung des Ausbaus von erneuerbaren Energien. Ein fataler Fehler, sieht mensch sich die Gefahren des Atomstroms im Verhältnis zu dem geringen Nutzen der Atomkraftwerke an. Deutschland ist an der Spitzenposition in der Forschung für erneuerbare Energien, ein Gebiet, das in den kommenden Jahren umso wichtiger wird. Zudem ist eine Aufrechterhaltung der Risiken und eine weitere Produktion von noch Millionen Jahre strahlendem Atommüll nicht tragbar. Die Vorstellung riesiger, grauer Atomkraftwerke ist wenig weihnachtlich; die Vorstellung eines Super-Gaus zur Weihnachtszeit ebenso. Es folgt das alte Spiel: Bereuen im Nachhinein- hätte man es nicht früher erkennen ja sogar verhindern können? Dabei ist der Ausstieg aus der Atomenergie und somit umschwenken auf erneuerbare Energien einfach, jederzeit von jedermensch durchführbar und im Schnitt nur 1 Cent pro Kilowattstunde teurer. Ihr neuer, grüner Stromanbieter meldet Sie automatisch um, sodass Sie weder mit Bürokratie noch irgendwelchen anderen Umständen belastet werden.
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Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) lehnt die jüngste Forderung von Niedersachsens Innenminister Schünemann strikt ab. Dieser hatte gefordert, den Besitz und die Verbreitung von so genannten „Killerspielen“ mit bis zu 2 Jahren Haft zu bestrafen.

„Das Strafrecht ist das völlig falsche Mittel, um der Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen entgegenzuwirken. Wenn Innenpolitikern nichts mehr einfällt, sollen offenbar immer höhere Strafen die Lösung bringen. Das ist unverantwortlich!“ kommentierte Helge Limburg, Sprecher der GJN, die jüngsten Pläne des Innenministers.

Der Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen (GJN) gratuliert der Braunschweiger IGS Franzsches Feld zum hervorragenden Abschneiden beim Deutschen Schulpreis 2006:

„Mit den SchülerInnen und LehrerInnen der Braunschweiger IGS Franzsches Feld freuen wir uns über ihren Erfolg beim gestern in Berlin verliehenen Deutschen Schulpreis. Neben der Gewinnerin, einer Dortmunder Grundschule, ist die Schule eine von vier weiteren Preisträgerinnen – allesamt Gesamtschulen mit integrativen Konzept. Es fällt auf, dass ausschließlich Schulen prämiert wurden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben SchülerInnen gemeinsam lernen und leben zu lassen. Individuelle Lernpläne und Rückmeldungen, die ohne Zensuren auskommen, sorgen dafür, dass kein Kind verloren geht oder sich langweilt. Schulinterne Demokratie und gemeinsame Anstrengungen aller an der Schule arbeitenden Menschen, das Schulklima lernfördernder und lebenswerter zu machen, zeichnen die Gewinnerschulen aus.
Die Entscheidung der Fachjury aus ErziehungswissenschaftlerInnen beweist auf welch krassen Abwegen sich die niedersächsische Landesregierung mit ihrem Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem befindet: Selektion im Schulsystem ist nicht nur antidemokratisch und sozial ungerecht, sondern auch leistungshemmend! Es ist traurig, dass Kultusminister Busemann dies nicht erkennt und den Ausbau von Gesamtschulen blockiert.
Von der IGS Franzsches Feld lernen wir: Menschen lernen am Besten, wenn sie sich in ihrer Lernumgebung wohlfühlen, sie Anerkennung für ihre Leistung, aber vor allem für ihre Menschlichkeit erhalten. Wir hoffen, dass allgemeine Anerkennung für diese erfolgreiche Schule zu einem bildungspolitischen Umdenken in Niedersachsen beiträgt!“

Siehe auch:

Informationen zur Preisverleihung von den VeranstalterInnen
Homepage der IGS Franzsches Feld

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich für ein neues Bewusstsein im Umgang mit dem gefährlichen HI-Virus und der zum Tode führenden Krankheit Aids aus.

Gerade in Zeiten, in denen die Medienpräsenz dieser hoch ansteckenden Krankheit nachlässt, ist ein neues Bewusstsein der Menschen von äußerster Dringlichkeit. Nicht nur, weil die Zahl der HIV-Infektionen im 1. Halbjahr 2005 in Deutschland um 20 Prozent gestiegen ist und auch heute noch vehement steigt, sondern auch, weil oft von einer vermeintlichen Heilbarkeit dieser nach wie vor zum Tode führenden Krankheit ausgegangen wird.
Derzeit leben weltweit etwa 38,6 Millionen Menschen, die den tödlichen HI-Virus in sich tragen. Jede Minute infizieren sich zehn weitere durch Blut oder Samenflüssigkeit mit dem Erreger der tödlichen Immunschwäche. Besonders erschütternd sind Berichte über rund 660 000 infizierte Kinder, von denen nur etwa 20 000 bis 30 000 die Medikamente erhalten, die sie dringend benötigen.
Diese Zahlen machen deutlich, dass HIV ein immer noch absolut gefährliches Virus ist. Bislang gibt es keine medizinische Möglichkeit, um Menschen mit dem Aids-Erreger heilen zu können. Die sich derzeitig auf dem Markt befindenden Medikamente können nur die krankheitsbegleitenden Symptome mindern und damit den vorzeitigen Tod hinauszögern. Das muss jedem Menschen bewusst sein.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, nicht leichtsinnig mit der Ansteckungsgefahr dieser tödlichen Krankheit umzugehen.

Die Armut in Deutschland wächst und die Klassengegensätze innerhalb der Gesellschaft nehmen zu, wie jüngst die aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigt hat. Sven-Christian Kindler berichtet in einer Sonderausgabe des SPUNKs zum Bundesparteitag der Grünen über die soziale Lage in Deutschland und erläutert, warum ein bedingungsloses Grundeinkommen effektiv die Armut bekämpft.

Die harten Fakten zur gesellschaftlichen Lage in Deutschland sind erschreckend: Nach dem neusten Report des Statistischen Bundesamtes leben elf Millionen Menschen in Armut, fünf Millionen davon sind erwerbslos und versuchen mit dem ALG II zu überleben. Für die Betroffenen heißt das pro Tag mit 4,37 € Essensgeld, 1,27 € für Freizeitangebote, 0,69 € für den Nahverkehr und 0,00 € für Bildung auszukommen. Aktive Teilnahme an der Gesellschaft, gesunde Ernährung oder Weiterbildung scheint damit nur sehr schwer machbar, wenn nicht vollkommen unmöglich. Die Armut in Deutschland zeigt sich auch darin, dass Kinder aus sozial schwachen Familien hungrig in die Schulen kommen, nicht mit auf Klassenreisen fahren oder an Kinobesuchen und Kindergeburtstagen teilnehmen können. Arm sind ebenso Vollzeiterwerbstätige. FriseurInnen erhalten laut Tarif 3,30 € pro Stunde. Macht netto im Monat rund 360 €. Insgesamt drei Millionen Menschen in der Bundesrepublik verdienen mit ihrer Erwerbsarbeit so wenig, dass sie unter die Armutsgrenze fallen.

Bedingungslos sozial

Der deutsche Sozialstaat verhindert aktuell nicht die Armut, sondern trägt durch eine ungerechte Sozialpolitik zu Gunsten der Reichen massiv dazu bei. Die Hartz IV-Gesetzgebung hat – auch durch viele Verschärfungen der Union und der großen Koalition- dazu geführt, dass heute Millionen arbeitswillige Erwerbslose gegängelt und stigmatisiert werden und sie durch zu niedrige Leistungen zu einem Leben in Armut verdammt werden. Die GRÜNE JUGEND tritt deswegen für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, um jedem Menschen die materielle Grundlage für ein Leben ohne Armut zu ermöglichen. Es muss folgende vier Kriterien erfüllen:
1. Das Grundeinkommen steht allen BürgerInnen individuell garantiert zu, da wir ein Leben ohne Armut und die Möglichkeit zur aktiven Partizipation an der Gesellschaft als unveräußerbares Menschenrecht ansehen.
2. Die Existenzsicherung und die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe ist garantiert. Deswegen muss das Grundeinkommen spürbar oberhalb der jetzigen ALG II-Leistungen liegen. Hiermit grenz sich die GRÜNE JUGEND klar von neoliberalen Grundeinkommensmodellen ab.
3. Auf eine Gegenleistung wird verzichtet. Menschen sind keine faulen SozialschmarotzerInnen, sondern wollen arbeiten, wie das große ehrenamtliche Engagement in Deutschland zeigt. Ein grüner Arbeitsbegriff muss mehr umfassen als reine Erwerbtätigkeit. Wenn ein junger Erwerbsloser eine Kindergruppe in einem Sportverein betreut oder eine allein stehende Rentnerin MigrantInnen ehrenamtlich Sprachunterricht gibt, ist das genauso gesellschaftlich wertvolle Arbeit.
4. Eine Bedürftigkeitsprüfung findet nicht statt. Die entwürdigende Drangsalierung von ALG II-EmpfängerInnen, die ihre gesamte Privatsphäre wildfremden Schnüfflern von der Arbeitsagentur offen legen müssen, ist menschenunwürdig und unsozial.

Deutschland ist reich genug

Bei der Finanzierung des Grundeinkommens können zunächst viele heute individuell ausgezahlte soziale Transferleitungen ersetzt werden, wie z. B. das ALG II, Kindergeld, Wohngeld oder Bafög. Der übrige Finanzbedarf sollte möglichst durch die Einkommenssteuer erbracht werden. Dabei muss im Sinne der Armen von „oben“ nach „unten“ umverteilt werden. Deswegen sind auch die Steuereinnahmen aus Vermögen, Erbschaften und Kapitaleinkommen zu erhöhen und zur Finanzierung heranzuziehen

Ganzheitliches Konzept zur Armutsbekämpfung

Das Grundeinkommen kann nicht das Allheilmittel sein, das urplötzlich auf einen Schlag die Armut in Deutschland beseitigt. Auch weiterhin werden Angebote für die Arbeitsvermittlung und Weiterqualifizierung benötigt und der Ausbau der öffentlichen Infrastruktur muss vorangetrieben werden. Der Bildungsbereich, das Gesundheitswesen oder der öffentliche Nahverkehr müssen sozial gerecht gestaltet werden, um für die Armen auch andere soziale Barrieren abzubauen. Nur ein ganzheitliches Konzept, in dem ein armutsfestes Grundeinkommen integriert ist, kann den Schwächsten in dieser Gesellschaft Hilfe und Schutz bieten. Ruth Dreifuss, die ehemalige Schweizer Bundespräsidentin, hat den Skandal Armut treffend beschrieben: „Armut beschämt nicht die betroffenen Menschen, Armut beschämt die Gesellschaft.“ Wie langen wollen wir uns noch schämen?
Sven-Christian Kindler (21), studiert BWL im dualen System, ist Schatzmeister der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, SPUNK-Redakteur und Mitglied im Netzwerk Grundeinkommen.
Der Artikel erscheint im Extra-SPUNK, einer GRÜNE JUGEND Zeitung, zur Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/ Die Grünen in Köln.

Zur Beschlagnahmung von fauligem „Ekelfleisch“ in Braunschweig erklärt der Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen (GJN):

„Ekelfleischfunde wie dieser sind die unvermeidbare Folge industrieller Fleischproduktion wie sie der massenhafte Konsum von Fast-Food-Fleischprodukten verlangt. „Billig und gut“ ist beim derzeitigen Preiskampf vieler Dönerbuden nicht mehr möglich und geht zu Lasten der VerbraucherInnen. Wir müssen lernen, dass extremes Sparen bei Lebensmitteln ungesund ist und uns Inhalt und Zubereitung unserer Nahrung bewusst machen. Die VerbraucherInnen sind Lebensmittelskandalen nicht hilflos ausgeliefert, sondern sie können durch ihr eigenes Kaufverhalten das Lebensmittelangebot aktiv beeinflussen.
Als vertrauensbildende Maßnahme empfiehlt die GJN den DönerbudenbesitzerInnen Fleisch und Salat aus ökologischem Landbau und vermehrt vegetarische Gerichte anzubieten. Bio-Döner sind zwar kein Schutz vor unhygienischer Lebensmittelverarbeitung, sie garantieren aber wenigstens, dass Fleisch und Salat nicht zusätzlich noch durch Antibiotika und Pestizide belastet sind. Für uns sind die Konsequenzen aus Fleischskandalen wie diesem klar: Anstatt uns beim Döner essen Sorgen zu machen, kaufen wir Biokichererbsenburger bei einer Falafelfrau!“

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen hält ein Verbot von so genannten „Killerspielen“ für wenig sinnvoll. Politik und Gesellschaft müssen sich mit den Ursachen von Gewalttaten von Jugendlichen auseinandersetzen, statt nur auf die Symptome zu reagieren.

Dazu erklärte Helge Limburg, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen:
„Es steht völlig außer Frage, dass einige Computerspiele menschenverachtend und gewaltverherrlichend sind. Trotzdem machen es sich diejenigen, die jetzt eilfertig Verbote dieser Spiele als Antwort auf die schreckliche Gewalttat in Emsdetten fordern, viel zu leicht. Ich habe den Eindruck, dass Politiker wie Edmund Stoiber oder Christian Wulff gar nicht wissen, wovon sie reden, wenn sie diese Computerspiele für Gewalttaten verantwortlich machen. Viele tausend Menschen in Deutschland spielen derartige Spiele jeden Tag, ohne dass sie jemals auffällig werden. Ich halte es, ungeachtet meiner persönlichen Ablehnung dieser „Killerspiele“, für falsch, all diesen Menschen das Spielen verbieten zu wollen. Ganz abgesehen davon, dass Verbote von Computerspielen leicht umgangen werden können und deshalb vermutlich völlig wirkungslos wären.

Der OECD-Bildungsbericht hat Mitte September einmal wieder längst bekannte Weisheiten bestätigt: Im internationalen Vergleich ist das deutsche Bildungssystem unterfinanziert und zu wenig junge Menschen nehmen nach dem Schulabschluss ein Studium auf. Sven-Christian Kindler vom Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen erklärt wie Studiengebühren diese Entwicklung verschärfen und warum sie 2008 wieder abgeschafft werden müssen.

Gerade mal 20,6 % eines Jahrgangs absolvieren laut der OECD erfolgreich ein Hochschulstudium. Doch anstatt jungen Menschen Anreize zur Aufnahme eines Studiums zu setzen, werden bestehende finanzielle und soziale Barrieren verschärft, indem die CDU/FDP-Landesregierung in Niedersachsen flächendeckend nachgelagerte Studiengebühren einführt. In Niedersachsen zahlen alle Erstsemester ab Oktober 500 Euro pro Semester, ab dem Frühjahr 2007 sollen dann alle Studierenden zur Kasse gebeten werden.

Flucht aus Niedersachsen

Schon heute „exportiert“ Niedersachsen StudienanfängerInnen in andere Bundesländer, sprich Niedersachsen bietet zu wenig Studienplätze an und verpasst damit die Chance junge, gut ausgebildete Menschen dauerhaft an das Land zu binden. Noch nicht abzuschätzen ist die Anzahl der Studierwilligen, die wegen der finanziellen Belastung komplett auf ein Studium verzichten. Erfahrungen aus Österreich haben gezeigt, dass gerade Menschen aus sozial schwächeren Schichten dies eher abschreckt und durch Gebühren die soziale Spaltung im Bildungssystem weiter verschärft wird.

Bildung ist keine Ware!

Die Studierenden – die nicht auf den Geldbeutel der Eltern vertrauen können – sollen nach dem Studium den Kredit, den sie für die Gebühren aufnehmen müssen, innerhalb weniger Jahre zurückzahlen, wenn sie denn eine ausreichend bezahlte Anstellung finden. Ja, wenn! Und wenn nicht? Die Arbeitsrealität sieht heute für junge Menschen nach Abschluss des Studiums in vielen Branchen frustrierend aus: Viele HochschulabgängerInnen absolvieren erstmal ein, zwei, viele Praktika, jobben in befristeten Arbeitsverhältnissen, teilweise auch deutlich unter ihre Qualifikation. Folglich wird angesichts der Einführung von Studiengebühren mit dem Zwang möglichst erfolgsorientiert zu studieren, eine Konzentration auf ökonomisch besonders verwertbare Studiengänge stattfinden. AbsolventInnen der BWL, Chemie oder Biotechnologie sind ganz bestimmt wichtig für die Unternehmen. Aber auch freie KünstlerInnen, SoziologInnen oder IslamwissenschaftlerInnen leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, auch wenn das Ergebnis ihrer Arbeit nicht immer unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sofort zu erkennen ist. Eine Hochschule sollte deshalb nicht primär eine Ausbildungsstätte für die Wirtschaft sein, sondern den einzelnen Menschen durch Bildung befähigen selbst bestimmt, kritisch und aktiv an unserer demokratischen Gesellschaft teilzuhaben.

Mehr Geld für die Uni

Von der schwarz-gelben Landesregierung wird als Argument für Studiengebühren die bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten aufgeführt. Bewusst verschweigt sie allerdings, dass sie 2003 mit dem Hochschuloptimierungsgesetz 50 Millionen im Hochschulbereich zusammengekürzt hat. Eine bessere Finanzierung des Hochschulbereichs sollte viel mehr durch eine Umschichtung im Haushalt erreicht werden. Der oft beschworene Vorrang für Bildung muss sich endlich auch finanziell nieder schlagen. Zusätzlich müssen sich gut verdienende und vermögende AkademikerInnen an der Finanzierung der Universitäten beteiligen. Aber nicht durch Gebühren, sondern durch eine Erhöhung der Steuern auf Einkommen, Vermögen und Erbschaften.

Was können wir jetzt machen?

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen muss sich jetzt solidarisch mit den Studierenden zeigen und sich im Zusammenschluss mit Bündnis 90/ Die Grünen und Campus Grün mit den anderen GebührengegnerInnen vernetzen. Als erstes Ziel steht dabei der Boykott von Studiengebühren durch die Studierenden 2006 und 2007 an. Je mehr Menschen die Gebühren nicht zahlen, desto eher besteht die Möglichkeit die Landesregierung zu Verhandlungen zu drängen. Nach der Landtagswahl 2008 wird dann eine Rot-Grüne Koalition Studiengebühren abschaffen und damit auch für andere Bundesländer ein positives Signal setzen: Das Studium muss kostenfrei bleiben und zwar für alle!

Sven-Christian Kindler, 21, Schatzmeister der GJN, studiert BWL in Hannover und ist Redakteur des SPUNK.

Siehe auch:

Beschluss der Landesmitgliederversammlung der GJN in Hildesheim die Studiengebühren abzuschaffen

Der Info-Ticker des Landesvorstandes informiert euch über alles, was in der letzten Zeit in der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen gelaufen ist und an welchen Aktivitäten ihr euch demnächst beteiligen könnt.

1. Landesmitgliederversammlung (LMV):
Die LMV am 21.-22. 10. war ein voller Erfolg: Über 50 TeilnehmerInnen, ein gutes Workshopprogramm, eine interessante Podiumsdebatte und viele wichtige verabschiedetet Anträge. Außerdem beglückwünschen die drei neu gewählten IGEL-RedakteurInnen: Annelen Meyer, dChristoph Müller und Vera Buttmann und wünschen ihnen viel Spaß und Kreativität beim „herumIGELn“. Ebenso wurden zwei Plätze im Landesvorstand neu besetzt und wir freuen uns jetzt mit Sarah Benke und Ole Hilbrich ins nächste halbe Jahr durchzustarten. Die Presseresonanz der LMV war wahrscheinlich so groß wie nie bei einem Landeskongress der GJN: Es gab ein Interview und einen großen Artikel in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung, dazu noch zwei Rundfunkübertragungen. Hier die Pressemitteilung über den Kongress.
2. Castor-Proteste:
Auch bei den diesjährigen Demonstrationen gegen den Castor-Transport nach Gorleben hat die GJN wieder friedlich und kreativ gegen Atomkraft demonstriert. Über 30 AktivistInnen der GRÜNEN JUGEND aus ganz Niedersachsen waren bei der Auftaktdemo dabei und viele von uns blieben dann noch im Wendland-Camp der GRÜNEN JUGEND und blockierten am Tag X die Castor-Transportstrecke. Der Landesvorstand hat hierzu eine Pressemitteilung vor dem Transport und eine Pressemitteilung danachherausgegeben.
3. Parteitag der Grünen in Melle:
Am letzten Samstag (18.11.) fand die Landesdelegiertenkonferenz von Altgrüns zum Thema „Globalisierung“ in Melle statt. Vertreten waren neben dem Landesvorstand auch Basismitglieder der GJN. Mit der Annahme der von der GJN eingereichten Anträge bekräftigen die GRÜNEN ihr „Nein“ zu Studiengebühren und verpflichten sich ausschließlich vegetarische Verpflegung bei grünen Landesveranstaltungen anzubieten. Letzterer Beschluss fand großen Anklang in der Presse, u.a. gab es dazu Artikel in der Nord-West-Zeitung und der taz Nord. Außerdem wurde unser Schatzmeister Sven mit überwältigender Mehrheit in den Parteirat gewählt. Hier könnt ihr Svens Bewerbungsrede lesen. Auf der Homepage sind ebenfalls die Pressemitteilungen vor der Landesdelegiertenkonferenz (LDK) und nach der LDK.
4. Neuer Landesgeschäftsführer:
Dima Konsewitch wurde vom Landesvorstand als neuer Geschäftsführer eingestellt und soll ab dem 27.11.2006 die tolle Arbeit von Friederike weiterführen. Dima ist langjähriges Mitglied und bisher Schatzmeister der GJ Hannover. Als Zivildienstleistender arbeitet er in der staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover.
5. Landesvorstandssitzung in Hannover:
Am 2. und 3. Dezember trifft sich der Landesvorstand in der Landesgeschäftsstelle in Hannover zu einer ausgiebigen Kennenlern- und Arbeitssitzung. Die Sitzung ist öffentlich für alle GJN-Mitglieder – natürlich werdet ihr auch im Nachhinein in einem Protokoll über unsere Ergebnisse lesen können.
6. Landesarbeitskreise (LAKs):
In den LAKs soll die inhaltliche Arbeit der GJN zwischen den Mitgliederversammlungen stattfinden: Am Freitag, den 24.11.2006 trifft sich der LAK Antirassismus von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr in Hannover, um einen Rückblick auf die Aktivitäten im Jahr 2006 zu werfen und Pläne fürs kommende Jahr zu schmieden. Das Treffen findet in der Landesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen, Odeonstr. 4 statt.
Der LAK Geschlechterperspektiven hat den Landesvorstand informiert, dass er ein Treffen für den 16.12.2006 plant. Weitere Infos gibt“s von den Koordinatorinnen, z. B. Lisa Neuberg.
Alex Sebahs aus Hannover hat sich vorgenommen den Landesarbeitskreis Wirtschaft und Soziales („Die fetten Jahre sind vorbei“) wieder zu beleben. Bei Interesse meldet euch bei ihm.
7. Pressearbeit:
Neben unseren Pressebeiträgen zur LDK und dem Castor-Transport haben wir seit der Landesmitgliederversammlung eine Pressemitteilung zum Streit um das Bleiberecht für geduldete Menschen veröffentlicht. Besonders aktuell ist eine PM, in der wir die Debatte, um das Verbot von sogenannten „Killerspielen“ kritisieren. Ihr findet sie auf der Startseite unserer Homepage.
Falls ihr Artikel von/über die GJN in euren Lokalzeitungen findet, schickt sie doch einfach an den Landesvorstand oder über die GJN-Infoliste. Wir wissen oft nicht, ob und wo unsere Pressemitteilungen zu Veröffentlichungen führen, sind daran aber natürlich sehr interessiert.
8. Homepage:
Unsere [http://www.gj-nds.de]Homepage wird ständig aktualisiert. Neben wichtigen Informationen und neuen Terminen findet ihr auch zahlreiche Pressemitteilungen und Stellungnahmen. Außerdem freuen wir uns, wenn ihr selbst Artikel und Berichte mit Fotos für die Seite schreibt! Schickt uns einfach euer Material und wir stellen es online.
9. Termine:
Neumitgliedertreffen B90/ DG am 8.12.2006 in Hannover: Altgrüns veranstalten an diesem Tag ein Treffen für alle Neumitglieder von Bündnis 90/ Die Grünen, die in diesem Jahr eingetreten sind. Helge wird vor Ort sein und die GJN vorstellen.
BA vom 8.-10.12.2006 in Berlin: Der dritte Bundesausschuss dieses Jahres findet in Berlin statt. Unsere niedersächsischen Delegierten werden uns dort vertreten. Neben dem Austausch mit anderen Landesverbänden sowie dem BuVo wird es schwerpunktmäßig um die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im Jahr 2007 und den G8-Gipfel in Heiligendamm gehen.
Seminar vom 15.-17.12.2006 in Hannover: Die GJ Hannover veranstaltet an diesem Wochenende ein eigenes Seminar unter dem Thema „Demokratie und andere Regierungsformen“. JedeR, die/der Interesse hat, ist herzlich dazu eingeladen!

Kontakt:

Falls ihr Anregungen, Lob oder Kritik an uns loswerden möchtet, dann mailt uns einfach an gjn-lavo@gj-nds.de.
junggrüne Grüße Euer Landesvorstand

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) ist mit dem Ausgang des Parteitags der GRÜNEN in Melle zufrieden. Ihre Anträge zu vegetarischer Verpflegung auf grünen Landesveranstaltungen und die Ablehung von Studiengebühren wurden erfolgreich verabschiedetet. Außerdem wurde ihr Kandidat für den Parteirat, Sven-Christian Kindler, mit überwältigender Mehrheit gewählt.

Besonders freute sich Sven-Christian Kindler, Schatzmeister der GJN, über den vom Landesvorstand der GRÜNEN unterstützten Beschluss, zukünftig auf Veranstaltungen ausschließlich biologisch-vegetarische Verpflegung anzubieten: „Wir konnten die Delegierten überzeugen, dass der derzeitige Fleischkonsum in katastrophaler Weise unser gesamtes Ökosystem gefährdet. Millionen schmerzempfindlicher Lebewesen werden für den ungebremsten Fleischhunger tagtäglich aufs Brutalste gequält und misshandelt. Ebenso trägt die globale Tierhaltung eine Hauptschuld am Klimawandel, da Soja, für deren Anbau in Südamerika der Regenwald abgeholzt wird, häufig als Futtermittel dient. Deswegen war es wichtig, dass der Parteitag ein deutliches Symbol für eine Reduzierung des Fleischkonsums und die vegetarische Ernährung ausgesendet hat.“
Kindler bewarb sich für die GRÜNE JUGEND auch für den Parteirat und erzielte mit 99 % der Stimmen ein überragendes Ergebnis. Er forderte die GRÜNEN in seiner Bewerbungsrede dazu auf, verstärkt jungen Grünen in Spitzengremien und Parlamenten eine Chance zu geben: „Die GRÜNEN sind kein Ein-Generationen-Projekt. Die Kommunalwahlen, bei denen viele AktivistInnen der GRÜNE JUGEND kandidierten, haben das eindrucksvoll bestätigt. Doch der Generationenwechsel muss sich auch in den grünen Vorständen und im Landtag sowie Bundestag bemerkbar machen. Wir sind gespannt, ob die GRÜNEN bei den Vorstandswahlen im Januar und der Listenaufstellung für den Landtag im Juli KandidatInnen der GRÜNEN JUGEND angemessen mitberücksichtigen.“
Auch ein Antrag der GRÜNEN JUGEND, der die Wiederabschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen forderte, wurde mit großer Mehrheit angenommen. „Die GRÜNEN haben heute ihre langjährige Ablehnung von Studiengebühren konsequent bekräftigt, das freut uns natürlich. Bildungschancen sind eine entscheidende Vorrausetzung für sozialen Aufstieg in Deutschland. Studiengebühren schränken den Zugang zu Bildung massiv ein und sind deshalb unsozial und ungerecht.“ meinte dazu Helge Limburg, Sprecher der GJN.