„Der Begriff [Intersexualität] bezeichnet biologische Besonderheiten bei der Geschlechtsdifferenzierung. Intersexuelle Körper weisen deshalb Ähnlichkeiten mit beiden, dem männlichen wie weiblichen, Geschlechtern auf. […] Es handelt sich also um Menschen, deren äußeres geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheint, sondern scheinbar eine Mischung aus beidem darstellt.“ [1]

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert eine sofortige und konsequente Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sie kritisiert, dass
seit der Erklärung von ”Inklusion” als Menschenrecht von 2008, sehr viele Vereinbarungen nicht eingehalten und ignoriert werden. Machbarkeitsargumente und fehlende finanzielle Mittel stehen im Vordergrund. Wir setzen uns uneingeschränkt für die Umsetzung der Konvention ein und lassen keine Gründe gelten, die gegen eine Umsetzung sprechen.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen steht hinter der Forderung einer inklusiven Gesellschaft. Dabei bedeutet Inklusion die vollständige gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen unabhängig von ihren Voraussetzungen und Fähigkeiten. Es geht nicht darum, dass sich Menschen mit Behinderung an ihre Umwelt anpassen sollen und vermeintliche Defizite ausgeglichen werden müssen. Vielmehr umfasst Inklusion die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen, nicht trotz ihrer Unterschiede, sondern gerade wegen ihrer Vielfältigkeit.

Auf ihrer vergangenen Landesmitgliederversammlung setzte sich die GRÜNE JUGEND Niederachsen (GJN) schwerpunktmäßig mit Geschlechterrollen, Gleichstellung und Sexualität auseinander und wählte einen neuen Landesvorstand.

Jil Dreyer, frisch gewählte Sprecherin der GJN erklärt: „Unsere Gesellschaft ist vielfältiger, als sie manches Mal dargestellt wird. Schulen sind in einer zentralen Verantwortung, ein Klima der Toleranz zu schaffen, deshalb sollen queer-theoretische Aspekte zukünftig fächerübergreifend im Unterricht und in Aus- und Fortbildung von Lehrer_innen verankert werden. Externe Netzwerke, wie beispielsweise das Schulaufklärungsprojekt „SchLAu“ bedürfen der finanziellen Unterstützung des Landes.“

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert die komplette Gleichstellung von LebenspartnerInnen mit EhegattInnen im niedersächsischen Landesrecht rückwirkend zum 1 August 2001.
Bei dieser Forderung handelt es sich nur um eine kurzfristige Maßnahme, da wir langfristig die Abschaffung der Exklusivität der Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft fordern. Gemäß der Beschlusslage der Bundesebene („gemeinsam frei leben”, 29.Bundeskongress, 2007) fordern wir stattdessen einen Familienvertrag, in dem Kinder und Erwachsene gleich welchen Geschlechts, welcher sexuellen Orientierung oder Stellung zu einander, die relevanten familienrechtlichen Fragen miteinander regeln können. Überflüssige und antiemanzipatorische Privilegien wie das Ehegattensplitting oder die Bevorzugung von Ehepaaren bei Adoptionen gehören abgeschafft.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert, die willkürlichen Altersgrenzen für hauptamtliche BürgermeisterInnen und Landräte/Innen in Niedersachsen aufzuheben.

Sowohl das Höchstalter von 65 Jahren bei der Wahl und 68 im Amt, als auch das Mindestalter von 23 Jahren diskriminieren völlig willkürlich Ältere und Jüngere Menschen. Wir sind der Überzeugung, dass es in einer Demokratie allein den Wählerinnen und Wählern überlassen sein sollte, wer sie im Rathaus vertritt.

Wenn diese eine 19jährige Bürgermeisterin oder einen 70jährigen Landrat wollen, dann sollte ihnen das auch ermöglicht werden. Die Niedersächsische Gemeindeordnung sorgt dafür, dass wertvolle Erfahrungen älterer kommunalpolitisch aktiver Menschen leichtfertig verloren gehen. Auch der jugendliche Elan von unter 23jährigen wird willkürlich aus den Rathäusern fern gehalten. Darüber hinaus ist es völlig unverständlich, dass Menschen mit 71 Jahren noch in der Lage sein sollen, Bundeskanzlerin oder Bundesinnenminister zu sein, aber zu alt, um Bürgermeister von Varel oder Landrätin von Ammerland zu sein. Diese unverständliche Willkür entbehrt jeglicher logischer Grundlage und muss deshalb beendet werden.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung der GJN in Hildesheim zum Thema Studiengebühren

Aus Studiengebühren Geschichte machen: Chancengerechtigkeit statt Zugangsbarrieren

Die niedersächsische CDU/FDP-Landesregierung hat mit der Einführung allgemeiner Studiengebühren eine weitere Hürde zur Aufnahme eines Hochschulstudiums aufgebaut. Die Abhängigkeit von Bildungschancen und sozialer Herkunft wurde hiermit weiter verschärft. Schon jetzt sind in unserem Bildungssystem durch ein selektives und sozial unausgewogenes Kinderbetreuungs- und Schulsystem große Kreise von Beginn an benachteiligt, Studiengebühren führen zu einer weiteren Verschärfung dieser Situation.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung der GJN (23.10.2005)

Alle Macht allen Menschen! Von Rabenvätern, Professorinnen und anderen Leuten…

Präambel

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben im 21. Jahrhundert, die Chancen von Frauen in Beruf und in der Gesellschaft zu verbessern und die Gleichstellung aller Geschlechter zu erreichen. Die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern hat sich stark gewandelt. Heutzutage machen Frauen 55 % der AbiturientInnen aus und auch die Hälfte aller StudentInnen ist weiblich. Dennoch bekommen Frauen auch heute noch weniger Lohn als Männer für die gleiche Arbeit. Ebenso sind in der Wirtschaft nur ca. 11 % der führenden Positionen an Frauen vergeben. Die Wahl der Berufe ist immer noch von den klassischen Rollenbildern geprägt. Und auch in der Politik haben Frauen noch weniger zu sagen als Männer. Zwar hindert niemand mehr eine Frau daran, in die Politik zu gehen, aber Frauen werden immer noch nicht genug gefördert und motiviert. Wir fordern, dass die Politik endlich handelt, und dass Männer und Frauen endlich in allen Bereichen gleichberechtigt behandelt werden und vertreten sind. Dieser Antrag weist jedoch ein Defizit auf, da es sehr viele verschiedene Arten von Frauen gibt und wir leider nicht auf alle eingehen können.

Stereotype? – Nichts für uns!