Im Zuge der Untersuchungen und Berichte über den Absturz des Germanwings-Flugs am 25.03.2015 gelangten Informationen an die Öffentlichkeit, dass der Co-Pilot, der mutmaßlich den Absturz herbeigeführt hat, unter psychischen Problemen litt. Sofort wurde in der breiten medialen Berichterstattung auf eine mutmaßliche Depression geschlossen und diese als Grund für das Geschehene nahegelegt. Diese direkte und pauschale Verbindung ist erst einmal nicht grundsätzlich anzunehmen.

Die aktuelle Depressionsquote bewegt sich in Deutschland bei ca. 6 %. Depression hängt zwar mit einer leicht erhöhten Suizidrate zusammen, allerdings bedingen weder Depression noch andere psychische Erkrankungen eine erhöhte Gewaltbereitschaft oder Gefährlichkeit. Gerade in Bezug auf Depression ist Suizid, bzw. der Versuch, häufig eher ein Hilferuf.

„Der Begriff [Intersexualität] bezeichnet biologische Besonderheiten bei der Geschlechtsdifferenzierung. Intersexuelle Körper weisen deshalb Ähnlichkeiten mit beiden, dem männlichen wie weiblichen, Geschlechtern auf. […] Es handelt sich also um Menschen, deren äußeres geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheint, sondern scheinbar eine Mischung aus beidem darstellt.“ [1]

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen nimmt mit großer Sorge zur Kenntnis, dass es während der aktuellen Masern-Welle allein in Berlin zu bisher über 850 gemeldeten Masern-Fällen gekommen ist und Eltern gewarnt werden mussten, dass ihre Säuglinge die Wohnung nicht verlassen sollten. Ein Kleinkind starb bereits an den Folgen. Diese Fälle hätten mit einer Impfung verhindert werden können. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Masern bis zum Jahr 2015 auszurotten, konnte aufgrund zu geringer Impfquoten nicht erreicht werden.

Sterbehilfe: Sterben und Sterbenlassen

Nichts im Leben ist so sicher wie der Tod – doch sollte man den Zeitpunkt des Todes selbst bestimmen können? Ist die Entscheidung, wann man sterben möchte, eine, die man treffen können sollte – unter bestimmten Bedingungen, versteht sich?

Sterbehilfe umfasst Handlungen, die Einfluss auf den Prozess des Sterbens oder auf den Eintritt des Todes eines Menschen haben. In der Stellungnahme ”Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende” des Deutschen Ethikrates wird zwischen Sterbenlassen, Beihilfe zur Selbsttötung und Tötung auf Verlangen unterschieden: Sterbenlassen (”Passive Sterbehilfe”) meint das Unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen und ist in deutschen Krankenhäusern an der Tagesordnung. Der krankheitsbedingte Tod tritt dadurch meist früher ein. Die Passive Sterbehilfe betrifft in Deutschland ca. 40 Prozent der Todesfälle. Beihilfe zur Selbsttötung (”Assistierter Suizid”) wird geleistet, wenn man der*dem Betroffenen die Möglichkeit schafft, sich mithilfe einer tödlichen Medikation eigenverantwortlich umzubringen. Bei der ”Tötung auf Verlangen” (auch als ”Aktive Sterbehilfe” bekannt) wird auf Verlangen der*des Betroffenen deren*dessen Tod von einem anderen Menschen herbeigeführt.

GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich anlässlich des Finales von „Germany“s Next Topmodel“ für eine Überwindung von eindimensionalen Schönheitsidealen aus.

„Wir als GRÜNE JUGEND Niedersachsen wünschen uns eine Welt, in der es keine überkommenen,verstaubten Geschlechterbilder mehr gibt. Eine Welt, in der jede*r über den eigenen Körper selbst verfügen kann, Frauen* nicht mehr nur auf ihr Äußeres reduziert werden und jede*r selbst entscheiden kann, was er*sie als schön empfindet“, so Sarah Mohrmann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen (GJN).

„Deswegen fordern wir alle auf, sich auch mit Sendungen wie „Germany“s next Topmodel (GNTM)“ kritisch auseinanderzusetzen“, ergänzt Pippa Schneider, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GJN.

In vielen Kosmetikprodukten, von Zahnpasta bis Peeling, werden heute mikroskopisch kleine Plastikpartikel verarbeitet. Mikroplastikpartikel können in Kläranlagen nicht aus dem Wasser entfernt werden, gelangen unweigerlich in Flüsse und Meere und verteilen sich über den gesamten Globus. Damit verstärken sie die ohnehin schon prekäre Lage durch Plastikmüll in den Ozeanen. Im Meer stellen sie eine große Bedrohung für viele Meereslebewesen dar, da sich viele Schadstoffe an ihrer Oberfläche anlagern, beides zusammen von Meereslebewesen mit der Nahrung aufgenommen wird und viele Schadstoffe im Körper der Lebewesen verbleiben. Die Organe und der Stoffwechsel werden durch Ansammlung der Stoffe geschädigt. Durch die Nahrungskette werden viele Schadstoffe bis zum Menschen weitergegeben und verteilen sich in der ganzen Umwelt. Mittlerweile wurden Plastikpartikel z. B. im Trinkwasser und im Honig nachgewiesen.

Die GRÜNE JUGEND fordert:

  • Eine verpflichtende Kennzeichnung psychoaktiver Substanzen in Lebensmitteln einschließlich einer möglichst genauen Mengenangabe.
  • Psychoaktive Substanzen, die in Lebensmitteln vorhanden sind, müssen laut Lebensmittel-kennzeichnungsverordnung (LMKV) ab einer gewissen Höhe auf der Verpackung angegeben werden.
  • Bei Koffein gilt ein Grenzwert von 150 Milligramm pro Liter, ab dem der Koffeingehalt sichtbar deklariert werden muss. Es gibt jedoch die Ausnahme: „Die Angaben […] sind nicht erforderlich bei
  • Getränken auf der Basis von Kaffee, Tee oder Kaffee- oder Tee-Extrakt, deren Verkehrsbezeichnung die Wortbestandteile „Kaffee” oder „Tee” enthält.” (LMKV § 8(5))
  • Alkoholhaltige Lebensmittel müssen ab einem Alkoholgehalt von 1,2 % vol mit einer Volumenprozentangabe gekennzeichnet werden. Bis zu einem Alkoholgehalt von 0,5 % vol fallen solche Lebensmittel komplett aus der Kennzeichnungspflicht und können somit sogar als „alkoholfrei” beworben werden. ( http://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittelsicherheit/kennzeichnung/versteckteralkohol.htm )

Viele Menschen in unserer Gesellschaft wollen oder können keine psychoaktiven Substanzen konsumieren. Besonders bei Alkoholiker_innen kann selbst eine winzige Menge Alkohol zum Rückfall führen, aber auch das Abhängigkeitspotenzial von Koffein sollte nicht unterschätzt werden. Verbraucher_innen, die unter Abhängigkeiten leiden oder schlicht aus weltanschaulichen oder anderen Gründen (zum Beispiel Schwangerschaft) auf den Konsum von Drogen verzichten wollen, haben momentan oft keine Möglichkeit, psychoaktive Bestandteile ihrer Nahrung zu erkennen. Damit können auch eventuelle gesundheitliche Risiken nicht rational abgewogen werden.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen hält es deshalb für verantwortungslos, dass von gesetzgeberischer Seite weiterhin erlaubt wird, psychoaktive Bestandteile von Nahrungsmitteln intransparent zu halten. Wir setzen uns daher für eine verpflichtende Kennzeichnung aller psychoaktiver Substanzen, die in Lebensmitteln enthalten sind, ein. Eine solche Kennzeichnung umfasst auch die Konzentration. Bei natürlichen Produkten, die zum Beispiel je nach Reife unterschiedliche Alkoholkonzentrationen haben, soll der ungefähre Umfang dieser Schwankung angegeben werden. Bei kleinen, schwer zu bestimmenden Konzentrationen reicht eine „Kann Spuren von … erhalten“-Deklaration aus, damit kleinere Betriebe nicht durch unverhältnismäßige Prüfungskosten belastet werden. Weitere Ausnahmen oder Sonderregelungen werden nicht erteilt.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert die zukünftige Landesregierung auf, Forschung zur medizinischen Verwendung illegaler Drogen zuzulassen und finanziell zu fördern.

Begründung: Während der medizinische Nutzen von Cannabis inzwischen immer besser erforscht wird (unter Anderem an der Uni Rostock), sind die therapeutischen Potenziale anderer illegaler Drogen weitestgehend unbekannt, da jegliche Forschung über viele Jahrzehnte aufgrund der herrschenden Anti-Drogen-Hysterie de facto unmöglich war.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden bereits vielversprechende psychotherapeutische Erfahrungen mit LSD gemacht, da dieses einen leichteren Zugang zum Unbewussten der Patient_innen bietet und somit tieferliegende Probleme offenbart. Ähnliche Beobachtungen lassen sich auch für andere Psychedelika wie Psylocibin (auch als „Zauberpilze“ oder „Mushrooms“ bekannt) oder Meskalin anstellen, sind jedoch aufgrund des Forschungsstopps unzureichend reproduziert und verifiziert worden.

An diesem Wochenende debattierte der Jugendverband von Bündnis 90/ Die Grünen Niedersachsen in Waffensen bei Rotenburg über Bio-Boom und die Chancen des ökologischen Lebensstils. Außerdem wählte die Landesmitgliederversammlung die beiden SprecherInnen und weitere Vorstandsmitglieder neu.

In einem Grundsatzpapier fordern die rund 50 TeilnehmerInnen ein nachhaltiges Konsumverhalten in allen Lebensbereichen durchzusetzen. Dafür sollen die Rechte der VerbraucherInnen gestärkt werden und die politischen Rahmenbedingungen für eine ökologische und soziale Produktionsweise geschaffen werden. Die GRÜNE JUGEND fordert eine Weiterentwicklung der ökologischen Steuerreform, die bundesweite Einrichtung von TramperInnenstellen und gentechnisch veränderte Lebensmittel in der EU zu verbieten.

Karina Baalmann, die neu gewählte Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen: „VerbraucherInnen brauchen endlich mehr Rechte! Das Bio-Siegel muss eine Garantie für kontrollierten, ökologischen Anbau und eine gentechnikfreie Landwirtschaft bleiben. Außerdem sollten auch Kosmetika und Medikamente auf soziale und ökologische Verträglichkeit geprüft werden.“
Der neu gewählte Sprecher Sven-Christan Kindler ergänzt: „Dazu muss der Staat aber auch endlich handeln. Die Wirtschaft wird nicht von alleine grün. Wir brauchen starke ökologische und soziale Steuerungsmechanismen. Deswegen fordern wir die Steuern auf Energie und umweltschädliche Produkte zu erhöhen und die Mehreinnahmen für soziale Zwecke zu verwenden.“
Die GRÜNE JUGEND hat zudem weitreichende Änderungsanträge für das Grüne Landtagswahlprogramm beschlossen, die sie auf dem Parteitag in Oldenburg durchsetzen will. Das aktive Wahlrecht soll bei Landes- und Kommunalwahlen auf mindestens 14 Jahre gesenkt werden und die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden.
Neben Baalmann und Kindler wurde Luisa Streckenbach, vormalige Beisitzerin im Landesvorstand zur politischen Geschäftsführerin gewählt.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich für ein neues Bewusstsein im Umgang mit dem gefährlichen HI-Virus und der zum Tode führenden Krankheit Aids aus.

Gerade in Zeiten, in denen die Medienpräsenz dieser hoch ansteckenden Krankheit nachlässt, ist ein neues Bewusstsein der Menschen von äußerster Dringlichkeit. Nicht nur, weil die Zahl der HIV-Infektionen im 1. Halbjahr 2005 in Deutschland um 20 Prozent gestiegen ist und auch heute noch vehement steigt, sondern auch, weil oft von einer vermeintlichen Heilbarkeit dieser nach wie vor zum Tode führenden Krankheit ausgegangen wird.
Derzeit leben weltweit etwa 38,6 Millionen Menschen, die den tödlichen HI-Virus in sich tragen. Jede Minute infizieren sich zehn weitere durch Blut oder Samenflüssigkeit mit dem Erreger der tödlichen Immunschwäche. Besonders erschütternd sind Berichte über rund 660 000 infizierte Kinder, von denen nur etwa 20 000 bis 30 000 die Medikamente erhalten, die sie dringend benötigen.
Diese Zahlen machen deutlich, dass HIV ein immer noch absolut gefährliches Virus ist. Bislang gibt es keine medizinische Möglichkeit, um Menschen mit dem Aids-Erreger heilen zu können. Die sich derzeitig auf dem Markt befindenden Medikamente können nur die krankheitsbegleitenden Symptome mindern und damit den vorzeitigen Tod hinauszögern. Das muss jedem Menschen bewusst sein.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, nicht leichtsinnig mit der Ansteckungsgefahr dieser tödlichen Krankheit umzugehen.