Die Grüne Jugend Niedersachsen fordert die stärkere Repräsentanz weiblicher Geschichte in allen gesellschaftlichen Kontexten, insbesondere in der Schulbildung.

Weibliche Geschichte, weibliche Persönlichkeiten, deren historischen Errungenschaften, sowie jegliche feministisch-emanzipatorische Bewegungen erhalten weder im Geschichts-Unterricht noch in anderen Bereichen der Schulbildung genügend Platz, meist sogar nicht einmal Erwähnung.

Am Samstag, dem 14.2., fand der erste Gendertag der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen statt. Bei dieser eintägigen Veranstaltung ging es uns darum, ein Forum für alle Mitglieder und Interessierte zu schaffen, sich abseits der Gendertreffen auf Landesmitgliederversammlungen mit diesem Themenbereich zu beschäftigen. Dieser Text ist ein kurzer Bericht über den Inhalt dieses sehr erfolgreichen Experiments:

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Workshop zu sexueller Gewalt an Frauen* mit Behinderung mit Katrin Langensiepen

Der erste Workshop des Tages wurde durch Katrin Langensiepen, Sprecherin der grünen Landesarbeitsgemeinschaft Soziales, geleitet. Sie führte zu Beginn in die Bielefelder Studie zu sexueller Gewalt an Frauen* mit Behinderung ein. In dieser wurden Frauen* mit Behinderung sowohl in Einrichtungen als auch in Haushalten zu ihren (sexualisierten) Gewalterfahrungen befragt. Hier wurde deutlich, wie selten insbesondere Frauen* in Einrichtungen ihre Rechte auf Privatsphäre und körperliche Unversehrtheit verwirklichen können. Da eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung selten erreicht wird und Werkstätten oft weit außerhalb der Ballungsräume angesiedelt sind, ergeben sich zwangsläufig starke Abhängigkeitsverhältnisse zu Pflegekräften. Dass dieser Umstand häufig für sexuelle Übergriffe ausgenutzt wird, geht aus der Studie deutlich hervor. Doch nicht nur Pflegekräfte vergreifen sich an Frauen*: auch von Zimmernachbarn und in Beziehungen ist sexuelle Gewalt an der Tagesordnung.

GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich anlässlich des Finales von „Germany“s Next Topmodel“ für eine Überwindung von eindimensionalen Schönheitsidealen aus.

„Wir als GRÜNE JUGEND Niedersachsen wünschen uns eine Welt, in der es keine überkommenen,verstaubten Geschlechterbilder mehr gibt. Eine Welt, in der jede*r über den eigenen Körper selbst verfügen kann, Frauen* nicht mehr nur auf ihr Äußeres reduziert werden und jede*r selbst entscheiden kann, was er*sie als schön empfindet“, so Sarah Mohrmann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen (GJN).

„Deswegen fordern wir alle auf, sich auch mit Sendungen wie „Germany“s next Topmodel (GNTM)“ kritisch auseinanderzusetzen“, ergänzt Pippa Schneider, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GJN.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung der GJN (23.10.2005)

Alle Macht allen Menschen! Von Rabenvätern, Professorinnen und anderen Leuten…

Präambel

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben im 21. Jahrhundert, die Chancen von Frauen in Beruf und in der Gesellschaft zu verbessern und die Gleichstellung aller Geschlechter zu erreichen. Die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern hat sich stark gewandelt. Heutzutage machen Frauen 55 % der AbiturientInnen aus und auch die Hälfte aller StudentInnen ist weiblich. Dennoch bekommen Frauen auch heute noch weniger Lohn als Männer für die gleiche Arbeit. Ebenso sind in der Wirtschaft nur ca. 11 % der führenden Positionen an Frauen vergeben. Die Wahl der Berufe ist immer noch von den klassischen Rollenbildern geprägt. Und auch in der Politik haben Frauen noch weniger zu sagen als Männer. Zwar hindert niemand mehr eine Frau daran, in die Politik zu gehen, aber Frauen werden immer noch nicht genug gefördert und motiviert. Wir fordern, dass die Politik endlich handelt, und dass Männer und Frauen endlich in allen Bereichen gleichberechtigt behandelt werden und vertreten sind. Dieser Antrag weist jedoch ein Defizit auf, da es sehr viele verschiedene Arten von Frauen gibt und wir leider nicht auf alle eingehen können.

Stereotype? – Nichts für uns!