Interview mit Jan Philipp Albrecht.

GRÜNE JUGEND Niedersachsen: Was hältst Du von der Sicherheitsdebatte nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz?

 

JPA: Ersteinmal haben die Berlinerinnen und Berliner sehr besonnen reagiert und sich nicht verrückt machen lassen, das finde ich gut. Dass die Bild-Zeitung die Überschrift „Angst“ auf die Titelseite genommen hat, hat nicht die Realität gespiegelt und das ist beruhigend. 

Liebe Leser*innen,

Wir freuen uns, euch endlich die neue Ausgabe des Igels zu präsentieren.
Dieses Mal haben wir uns mit rechtem Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft beschäftigt. Wir leben in einer Zeit, in der es immer leichter geworden ist, Rassismus und Unterdrückung als freie Meinung zu tarnen; dabei helfen u.a. soziale Netzwerke.
Uns als Redaktion war es wichtig, auf die unterschiedlichen Aspekte dieses Themas einzugehen. Eine Aufgabe, die nicht besonders einfach für alle Beteiligten war – insbesondere da viele von uns zum ersten Mal Artikel geschrieben haben.
Jeder Artikel beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themenbereichen – von Patriotismus bis hin zur Kritik an „Schulen ohne Rassismus“.
Wir bedanken uns herzlich an alle Autor*innen und wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Eure Igel-Redax:
Katharina, Maxi, Katja, Maximilian und Julius

IGEL 69 zum Download

Kirchenasyl ist legitim und notwendig! Kirchengemeinden treten für Geflüchtete dort ein, wo durch eine Abschiebung Gefahren für Leib, Leben und Freiheit drohen und wo mit einer Abschiebung nicht hinnehmbare soziale, inhumane Härte verbunden ist. Dies gilt es zu unterstützen und zu bewahren.
Durch das europäische, insbesondere durch die Dublin-III-Verordnung und das deutsche Recht wird Geflüchteten immer wieder ein Leben in Deutschland verwehrt. Die Dublin-III-Verordnung legt fest, dass für die Behandlung des Asylantrags das EU-Land zuständig ist, dessen Boden der/die Geflüchtete zuerst betreten hat. Somit können Personen, die in Deutschland Asyl beantragen, innerhalb von sechs Monaten in das Ersteinreiseland zurückgeschoben werden. Wenn eine Überstellung nicht in dieser Frist erfolgt, ist der deutsche Staat meistens für das Asylverfahren zuständig.

Momentan herrschen innerhalb der europäischen Union unterschiedliche Standards bei Asylverfahren und bei der Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten, sodass eine Rücküberstellung in ein anderes europäisches Land zur Gefahr für den/die Geflüchtete werden kann. Außerdem leiden die Geflüchteten unter starken psychischen Belastungen durch die Rückführungen. Denn sie werden aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und können so nicht an einem Ort richtig ankommen und Zuflucht finden. Diese fehlende Sicherheit nimmt ihnen die Möglichkeit, ihre Fluchtgeschichte zu verarbeiten. Vielmehr werden Geflüchtete auf eine Odyssee durch Europa geschickt und bekommen nicht die Unterstützung, die ihnen zusteht. Eine Abschaffung der Dublin-III Verordnung ist daher längst überfällig.

Zurzeit gibt es für Menschen, die sich nicht auf dem Boden eines EU-Landes befinden, keine Möglichkeit, einen Asylantrag in der EU zu stellen. Die europäischen Außengrenzen sind durch Frontex zur ”Festung Europa” ausgebaut worden und werden technisch immer weiter hochgerüstet. Damit soll verhindert werden, dass Menschen, die aufgrund verschiedener Situationen gezwungen sind, ihr Heimatland zu verlassen, in die EU einreisen können, um dort einen Asylantrag zu stellen. Diese Praxis führte dazu, dass bisher mehrere zehntausend Menschen im Mittelmeer ertranken. Wie viele vorher schon auf dem Weg durch die Sahara starben, ist unbekannt. Jede*r einzelne Tote ist ein Armutszeugnis für die EU und ihre Werte.

Um das Sterben zu beenden, fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die Schaffung legaler Fluchtwege nach Europa. Dazu gehört auch die Möglichkeit, einen Asylantrag in den Botschaften der Mitgliedsländer der EU stellen zu können. Wenn dem Asyl-Antrag stattgegeben wird ist dafür Sorge zu tragen, dass diese Menschen sofort in das jeweilige EU-Land ausreisen dürfen.