Nicht erst seit der letzten Mitte-Studie ist allgemein bekannt, dass rechtes Gedankengut in der Gesellschaft weit verbreitet ist. Als GRÜNE JUGEND Niedersachsen stellen wir uns gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung von Menschen. Gesellschaftliche Haltungen, die Menschen ausgrenzen, dürfen auf keinem Wege einen Weg in die Politik finden. Wir sehen es daher als eine der größten politischen Herausforderungen an, gegen rassistische Politik zu kämpfen.

Liebe Leser*innen,

Wir freuen uns, euch endlich die neue Ausgabe des Igels zu präsentieren.
Dieses Mal haben wir uns mit rechtem Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft beschäftigt. Wir leben in einer Zeit, in der es immer leichter geworden ist, Rassismus und Unterdrückung als freie Meinung zu tarnen; dabei helfen u.a. soziale Netzwerke.
Uns als Redaktion war es wichtig, auf die unterschiedlichen Aspekte dieses Themas einzugehen. Eine Aufgabe, die nicht besonders einfach für alle Beteiligten war – insbesondere da viele von uns zum ersten Mal Artikel geschrieben haben.
Jeder Artikel beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themenbereichen – von Patriotismus bis hin zur Kritik an „Schulen ohne Rassismus“.
Wir bedanken uns herzlich an alle Autor*innen und wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Eure Igel-Redax:
Katharina, Maxi, Katja, Maximilian und Julius

IGEL 69 zum Download

Antisemit*innen, Holocaustleugner*innen und Verschwörungstheoretiker*innen in mehreren deutschen Landtagen. Immer noch täglich brennende Geflüchtetenunterkünfte auch in Niedersachsen. Rechtsextremes Gedankengut mehr und mehr in der gesamten Gesellschaft verbreitet. Es ist Zeit, sich in einem Seminar dieser Thematik zu widmen. Deswegen trafen wir uns vom 12.-14. August dazu in Hannover.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen zeigt sich empört über die Gewalt an Frauen*, wie kürzlich in Köln. Hier kam es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof zu mehreren sexuellen Übergriffen. Daraufhin hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zusammen mit der Polizei einen Katalog mit Verhaltensregeln für junge Frauen* angekündigt. Auch wurden zunehmend Geflüchtete oder Menschen, die nicht europäisch aussehen, stigmatisiert.

rotenburgWie macht der LAK (Landesarbeitskreis) AntiRa weiter? Diese Frage haben wir uns im vergangenen Frühjahr auf der Landesmitgliederversammlung in Oldenburg gestellt. Immerhin kann die GRÜNE JUGEND mehr, als sich bloß in die Politik einzumischen. Stacheln zu zeigen heißt vielmehr auch, sich durch gemeinsames Diskutieren, Nachdenken und Lernen Erkenntnisse anzueignen. Diese hilft uns, die Welt besser zu verstehen und damit auch zu wissen, wie wir gern leben wollen. Es hilft uns auch zu wissen, welche Geschehnisse eine Gesellschaft in der Vergangenheit geprägt haben. Noch immer tragen wir die Konsequenzen nationalsozialistischer Verbrechen in der Gesellschaft mit uns herum. Eine wichtige Rolle, Erinnerung an die Vergangenheit am Leben zu halten, spielen dabei die Gedenkstätten. Die massenhafte Ermordung von Menschen in Auschwitz und anderen großen Konzentrationslagern sind hier die bekanntesten Beispiele. Dennoch gibt es auch noch immer blinde Flecken in der Geschichte, die dem Auge der Öffentlichkeit nur wenig Einblick ermöglicht haben. So wurden im Zuge der rassistischen Politik Nazideutschlands beispielsweise unzählige Menschen mit Behinderungen in sogenannten „Euthanasie-Programmen“ ums Leben gebracht.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius forderte heute im Interview mit Hallo Niedersachsen Anreize für Balkanflüchtlinge, die Reise nach Deutschland nicht auf sich zu nehmen. Diese sollten der Überbelegung der Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen entgegenwirken. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) kritisiert diese Aussagen, da sie dem Ziel einer Willkommenskultur widersprechen.

Am achten Mai jährt sich die Kapitulation der Nationalsozialisten zum siebzigsten Mal. Europa feiert an diesem Datum die Befreiung von einem faschistischen und antisemitischen Regime. Gleichzeitig wird momentan in Deutschland eine Asylrechtsverschärfung beraten, die von rassistischer und xenophober Grundstimmung massiv geprägt ist. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) verurteilt den Gesetzesentwurf und fordert die SPD und Bündnis 90/ Die Grünen dazu auf, das Gesetz mit allen Mitteln zu verhindern.

Imke Byl, Sprecherin der GJN: „Die Einführung eines Grundrechts auf Asyl war eine Konsequenz aus den Erfahrungen des zweiten Weltkriegs. Dass am 70. Jahrestag der Kapitulation nun mit den Stimmen von SPD und CDU  ein Gesetz verabschiedet werden soll, das nach dem Asylkompromiss von 1993 die Grundrechte Geflüchteter noch drastischer einschränkt, ist unglaublich! SPD und CDU haben offensichtlich kein Problem damit, den 08. Mai als Gedenktag gegen den Faschismus zu feiern und gleichzeitig zu „vergessen“, dass Asyl ein Menschenrecht und kein Gnadenrecht  ist. Der Entwurf gießt die aktuell verstärkte, rassistische Grundstimmung der deutschen Gesellschaft in ein Gesetz und gibt damit dem Druck der Diskursverschiebung durch AfD und Pegida nach. Wer diesem rassistischen Gesetz zustimmt, hat auch 70 Jahre nach Kriegsende noch nicht verstanden, dass es keine Menschen zweiter Klasse gibt!“