GRÜNZEUG

Arbeitszeitverkürzungen, faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sind schon lange linke politische Forderungen. Auch wir als Grüne Jugend Niedersachsen haben vor zwei Wochen auf unserer Landesmitgliederversammlung mehrere Anträge zu guten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen beschlossen.

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit und des Arbeiter*innenkampfes. Eine tragende Rolle dabei spielen Gewerkschaften. Daher haben wir diese Woche mit Pauline Kracht von der ver.di Jugend über die Rolle von Gewerkschaften, Interessengegensätze und linke Arbeitskämpfe gesprochen.

Empfehlungen:

Pauline: Doku: Geschichte der Arbeiterbewegung
Mitglied bei ver.di werden

Kritik und Demonstrationen sind in einer Demokratie wichtig, die Demos der Corona-Leugner*innen sind jedoch strukturell antisemitisch. Auf diesen Demos werden gefährliche Verschwörungsideologien verbreitet und durch mangelnde Hygienemaßnahmen Menschen in Gefahr gebracht. Warum Verschwörungsideologien menschenfeindlich und antisemitisch sind, warum Corona zunehmenden Antisemitismus forciert hat und weshalb das so gefährlich ist, erklärt uns diese Woche Johanna Thiemecke von der Amadeu Antonio Stiftung.

Empfehlungen:

Johanna: Kurzfilm: Masel Tov Cocktail
Niklas: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt von Danger Dan und Broschüre: Verschwörungen und Antisemitismus von LAK Shalom der GJ Niedersachsen

Ein kapitalistisch organisierter Wohnungsmarkt fragt nicht danach, wie Menschen wohnen wollen, sondern wie an diesem Wohnungsbedürfnis Geld verdient werden kann. Anders sind horrend steigende Mietpreise oder 600.000 Wohnungslose in Deutschland bei 600.000 leerstehenden Wohnungen nicht zu erklären. Die Berliner Initiative “Deutsche Wohnen & Co. enteignen!” geht nun dagegen vor und fordert die Enteignung großer Immobilienkonzerne. Was sie sich davon verspricht, was wir daraus für Niedersachsen lernen können und warum sich plötzlich ganz grundsätzlich die Frage nach Eigentum stellt, haben wir mit Mark Schrolle von “Deutsche Wohnen & Co. enteignen!” diskutiert.

Empfehlungen:

Mark: Die Sommer von Ronya Othmann
Niklas: Jacobin Ausgabe 4: Enteignet!

Als politischer Jugendverband wollen wir die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten. Aber um Motivation für Engagement und Aktivismus zu finden, als auch um zu wissen in welche Richtung es gehen soll, müssen wir ein klares Ziel vor Augen haben. Hierfür haben wir Zukunftsvisionen oder Utopien. In diesen Utopien können wir unsere Vorstellung eines zukünftigen Zusammenlebens auf der Welt beschreiben und unsere Werte klar machen. Um genau zu wissen, was unter einer Utopie verstanden wird, wofür wir sie brauchen und wie wir diese anwenden können, haben wir diese Woche mit Jonathan Thurow gesprochen.

Empfehlungen:

Jonathan: Lesekreisreader: Das Unmögliche möglich machen. Braucht Politik Utopien?

“Wenn du dich nur ausreichend anstrengst, dann kannst du alles schaffen!”

Dieses Aufstiegsversprechen geben wir seit Generationen weiter und wundern uns dann, warum die eigene Leistung scheinbar doch nie ausreicht. Aber können wir überhaupt alles erreichen? Geht es wirklich nur um Anstrengung und Leistung? Und viel wichtiger: Haben dabei alle Menschen dieselben Chancen? Ihr ahnt, dass wir dieser neoliberalen Erzählung etwas entgegenzusetzen haben. Was es mit sozialen Ungerechtigkeiten auf sich hat und wie diese strukturell bedingt werden, erklärt uns in dieser Folge Sarah-Lee Heinrich.

Empfehlungen:

Sarah-Lee: Jacobin Magazin

Der Kampf für die Gleichberechtigung aller Geschlechter spielt selbstverständlich nicht nur im zwischenmenschlichen Umgang miteinander eine Rolle. Die Strukturen des patriarchalen Systems, in dem wir leben, zeigen sich auf sehr vielen Ebenen. Unter anderem benötigt es eine feministische Transformation der Rechtspolitik. Denn nicht umsonst steckt in Gleichberechtigung das Wort Recht drin. Was genau dahinter steckt, wo Probleme liegen und wie wir die Rechtsprechung feministisch gestalten können erklärt uns diese Woche Lena Gumnior.

Empfehlungen:

Lena: Podcast: Justitias Töchter

Ob UN-Gipfel, Münchener Sicherheitskonferenz oder bilaterale Treffen zwischen einzelnen Ländern: Männer sind dort stets überrepräsentiert. Wie so oft fällt auch in der Außenpolitik auf, dass die Geschlechter nicht zu gleichen Teilen vertreten sind und deren Interessen ebenso ungleich beachtet werden. Um das zu überwinden muss auch die Außenpolitik feministisch gedacht werden. Darüber haben wir mit Merle Spellerberg gesprochen.

Empfehlungen (alle von Merle):

Centre for feminist foreign policy
Belarus! Das weibliche Gesicht der Revolution von Andreas Rostek et al.

Verkehrspolitik wurde zu lange von Männern für Männer gemacht. Der Weg mit dem Auto zur Arbeit ist oft unkompliziert, aber Menschen, die mit Kindern unterwegs sind, fürchten sich vor den oft viel zu schmalen und gefährlichen Radwegen. Frauen übernehmen deutlich häufiger Betreuungsaufgaben und legen daher auch andere Wege zurück als viele Männer – aber die Verkehrsplanung ist oft nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Da stimmt doch etwas nicht.

Wie unsere Mobilität durch ein System beeinflusst wird, das vor allem auf die Bedürfnisse von Vollzeit arbeitenden Männern abgestimmt ist, haben wir mit Svenja Appuhn diskutiert – und dabei herausgefunden, wie eine Verkehrswende aussehen kann, die nicht nur klimagerecht, sondern auch noch feministisch ist.

Empfehlungen (alle von Svenja):

Studie: Mobilität in Deutschland
Network Women in Mobility

Es ist soweit! Der Feminismus-Monat startet heute mit einer einführenden Folge. Mit Pia Scholten reden wir darüber, was unter Feminismus zu verstehen ist. Wir wollen wissen, wie sie selbst Feministin geworden ist und was dazu geführt hat. Des Weiteren wird es darum gehen, wer in welcher Form vom Patriarchat betroffen ist und warum Feminismus nicht nur ein Thema für Frauen ist. Schlussendlich wollen wir wissen, wie die Transformation in eine feministische Zukunft umgesetzt werden kann.

Empfehlungen:

Pia: AktenEinsicht von Christina Clemm
Niklas: Untenrum frei von Margarete Stokowski

Während in Deutschland Dörfer und Menschen für den Kohleabbau umgesiedelt werden, heizt gerade diese Kohle die Klimakrise immer weiter an, was insbesondere die Menschen im globalen Süden zu spüren bekommen. Zu Beginn sprechen wir mit der Fridays for Future Aktivistin Christina Schliesky über das Leben und Aufwachsen am Tagebau und wie die düstere Enteignungspraxis von RWE Existenzen vor Ort zerstört. Warum diese Ungerechtigkeiten auf globaler Ebene noch viel deutlicher sind und weshalb wir nicht nur gegen den Klimawandel, sondern für Klimagerechtigkeit kämpfen, erklärt uns im zweiten Teil Tonny Nowshin, Klima- und soziale Gerechtigkeits-Aktivistin aus Bangladesch. Im zweiten Teil sprechen wir englisch mit Tonny, zum Ende gibt es noch eine kurze Zusammenfassung dessen auf deutsch.