Umwelt- & Tierschutz/Energie & Atom

Moore sind Feuchtgebiete und bestehen aus Torf (angesammelte, durch Sauerstoffmangel nicht gänzlich zersetzte Pflanzenreste). Sie wachsen nur extrem langsam, maximal 1 mm im Jahr [1]. Eine 1 m dicke Torfschicht ist also ca. 1000 Jahre alt.
Intakte Moore übernehmen viele wichtige Funktionen. Als extremer Lebensraum beherbergen sie eine einzigartige biologische Vielfalt und tragen damit zur Biodiversität bei [2]. Als Stofffilter bzw. Nährstoffsenke sorgen sie für sauberes Grund- und damit Trinkwasser [3]. Für die Erforschung der Menschheitsgeschichte sind sie durch die im Torf außerordentlich gut erhaltenen Funde (z. B. „Moorleichen“ oder Werkzeug) elementarer Bestandteil. Und auch als Klimaarchive bieten sie uns eine besonders gute Möglichkeit, das Klima der letzten Jahrtausende zu rekonstruieren [4].
In Zeiten des menschlich verursachten Klimawandels gewinnt aber wohl eine Funktion besonders an Relevanz: Moore speichern enorme Mengen an Kohlenstoff. Obwohl ihre Fläche weltweit nur ca. drei Prozent beträgt, ist in ihnen schätzungsweise 30 Prozent des Bodenkohlenstoffs gespeichert. Das ist fast die doppelte Menge wie in allen Wäldern weltweit [5]. Das Problem: Der Kohlenstoff kann nur von intakten Mooren zuverlässig gespeichert werden. Durch Entwässerung und Torfabbau wird er stattdessen wieder in die Atmosphäre abgegeben und trägt dort zum Klimawandel bei. Unsere Moore sind also Klimaschützer und tickende Zeitbomben zugleich.

Mikroplastik sind kleine Plastikteilchen mit einer Größe von unter 5 mm. Diese Teilchen werden von Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert und können sich dadurch in Gewässern und im Meer absetzen und in der Nahrungskette ansammeln. An Mikroplastik können sich viele Umweltgifte anlagern und gefährdet dadurch unsere Umwelt.

Glitter besteht aus Plastik, häufig aus Polyester und fällt in die Kategorie des Mikroplastiks. Da der Umweltschutz ein wichtiges Ziel der GJN ist, ruft die GJN ihre Mitglieder dazu auf, bei GJN-Veranstaltungen kein Glitzer mehr zu verwenden.

Palmöl befindet sich in etwa 50 % der Lebensmittel im durchschnittlichen Supermarkt. Dabei geht es um Produkte wie Schokolade, Margarine, Fertiggerichten, Kosmetika, Haar- und Kleidungswaschmittel. Auch in Kraftstoffen findet es Anwendung. Es wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen und zu ungefähr 85 % (2007) in Malaysia und Indonesien hergestellt. Seit Dezember 2014 gilt eine neue EU-Verordnung, nach welcher Palmöl in der Zutatenliste der Lebensmittel explizit aufgeführt werden muss und nicht wie zuvor unter anderen Begriffen wie ”Pflanzliches Öl” zusammengefasst werden kann.

Let’s divest! (Englisch: to divest – ablegen, abstoßen); Divestment bedeutet Desinvestition. Vor kurzer Zeit veröffentlichte der Weltklimarat seinen letzten Sachstandbericht. Essenz war: Wir rasen auf eine Klimakatastrophe zu. Seit Beginn der industriellen Revolution emittieren wir CO2 und andere Treibhausgase in die Atmosphäre. Die Folgen bekommen wir schon zu spüren – vor allem an Negativrekorden, die immer offensichtlicher werden. Die Eisfläche der Arktis hat sich zum Beispiel um die Hälfte reduziert. Wir haben Eines der wichtigsten Ökosysteme, die Arktis, der Erde angegriffen und quasi weggeschmolzen. Doch das ist nicht das Einzige:

  • Die letzten drei Jahrzehnte – jedes für sich war wärmer als jedes vorangegangene Jahrzehnt.
  • Die Permafrostböden in Sibirien – tauen und setzen Methan frei, das die Klimakrise nochmals verstärkt.
  • Inseln gehen unter – Menschen die aufgrund dessen fliehen müssen, werden mehr.
  • Die Ozeane – um 30 % saurer geworden.
  • Das westantarktische Eisschild- instabil.
  • Gletscher – schmelzen schneller als je zuvor.

Die 1980 gegründete Tierrechtsorganisation sorgt mit ihren provokativen Kampagnen und Aktionen immer wieder für Aufsehen. Sie kämpft gegen Tierversuche, „Massentierhaltung”, Pelztierhaltung etc., was von der Richtung her erst einmal unterstützenswert klingt. Jedoch schafft PETA die Aufmerksamkeit mit abzulehnenden Aktionen, die meist mindestens eins der folgenden Dinge enthalten: Holocaust-Relativierungen, Rassismus, Sexismus und Lookismus. Beispielhaft sei hier die 2003 in den USA entstandene Aktion „Holocaust auf ihrem Teller” genannt. Dabei wurde der Shoah, bei der es sich um einen historisch einzigartigen Genozid handelte, mit der industriellen Tierhaltung, bei der es in erster Linie um die preiswerte Herstellung von Nahrungsmitteln geht, gleichgesetzt. Abgesehen von den komplett unterschiedlichen Intentionen, die dahinter steckten und stecken, ging die Aktion in eine derart antisemitische Richtung, dass sich der Zentralrat der Juden einschaltete und den Fall vor das Bundesverfassungsgericht brachte.

In vielen Kosmetikprodukten, von Zahnpasta bis Peeling, werden heute mikroskopisch kleine Plastikpartikel verarbeitet. Mikroplastikpartikel können in Kläranlagen nicht aus dem Wasser entfernt werden, gelangen unweigerlich in Flüsse und Meere und verteilen sich über den gesamten Globus. Damit verstärken sie die ohnehin schon prekäre Lage durch Plastikmüll in den Ozeanen. Im Meer stellen sie eine große Bedrohung für viele Meereslebewesen dar, da sich viele Schadstoffe an ihrer Oberfläche anlagern, beides zusammen von Meereslebewesen mit der Nahrung aufgenommen wird und viele Schadstoffe im Körper der Lebewesen verbleiben. Die Organe und der Stoffwechsel werden durch Ansammlung der Stoffe geschädigt. Durch die Nahrungskette werden viele Schadstoffe bis zum Menschen weitergegeben und verteilen sich in der ganzen Umwelt. Mittlerweile wurden Plastikpartikel z. B. im Trinkwasser und im Honig nachgewiesen.

Der Trend der stetig steigenden Zahl an Tierversuchen ist umzukehren, da Tierversuche für die Tiere großes Leid bringen und die Ergebnisse aus tierexperimenteller Forschung häufig nicht einwandfrei auf den Menschen übertragbar sind. Langfristig sollen möglichst alle Tierversuche durch tierversuchsfreie Experimente ersetzt werden.

Deshalb ist die Förderung von tierexperimenteller Forschung, die im Moment mehr als das Hundertfache der Förderung tierversuchsfreier Forschung beträgt, drastisch zu verringern und langfristig einzustellen. Die Gelder sollen stattdessen der tierversuchsfreien Forschung zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich ist mittelfristig für jeden Tierversuch der Nachweis zu erbringen, dass die Ergebnisse nicht auf dem Wege der tierversuchsfreien Forschung zu erhalten sind.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert die Landesregierung dazu auf, sich konsequent für bessere ökologische und soziale Standards in den Unternehmen im Besitz oder Teilbesitz des Landes Niedersachsen einzusetzen. Bei der Volkswagen AG beinhaltet das insbesondere die Forderungen nach der Aufgabe des klimaschutzfeindlichen Engagements, nach der Neuausrichtung auf kleinere, sparsamere und ökologischer erzeugte Fahrzeuge und innovative Antriebstechnologien sowie die Befürwortung strengerer Grenzwerte. Die Landesregierung muss einfordern, dass sich Konzerne in ihrem (Teil-) Besitz ihr Handeln an den politischen Richtlinien orientieren!
Alle Unternehmen mit Beteiligungen des Landes sollen ebenso auf Ökostrom umstellen.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert eine angemessene Besteuerung aller Verkehrsmittel. Während heutzutage zwar viel über hohe und vor allem steigende Benzinpreise geschimpft wird, ist die Mineralölsteuer im Grundsatz ein akzeptiertes Instrument der ökologischen Steuerung. Gleichwohl findet der Luftverkehr weitgehend unbehelligt von irgendwelchen Steuern oder Abgaben statt. Dieses Ungleichgewicht ist völlig unverständlich, denn gerade die starke Zunahme des Luftverkehrs in den vergangenen 20-30 Jahren hat nicht zu vernachlässigende klimschädigende Auswirkungen.
So entwickelt sich der Luftverkehr durch klimaschädliche Emissionen wie Wasserdampf, NOx (Stickoxide) und Kohlenstoffdioxid zu einem der größten Klimakiller. Doch nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten ist der Luftverkehr zu kritisieren, denn durch immer mehr Flugzeuge – sei es zum Transport von Waren in der globalisierten Wirtschaft oder der Personenverkehr – steigt auch der Fluglärm. Dieser ist für die Betroffenen oft gesundheitsschädigend, weswegen das Problem an der Wurzel gepackt werden muss.

Die Energiewende – weg von fossilen und atomaren Energiequellen, hin zu 100 % Erneuerbaren Energien – in der Energieversorgung ist seit der Katastrophe in Fukushima in aller Munde. Notwendig ist dieser Schritt schon aus Gründen des Klimaschutzes, der Endlichkeit der Ressourcen und der Gefahren der Atomenergie! Angesichts der heutigen Oligopol-Strukturen der vier großen Energieversorger ist ein entscheidender Grund auch die Umgestaltung der Eigentumsstrukturen hin zu einer solidarischeren und demokratischeren Energieversorgung.
Für die GRÜNE JUGEND Niedersachsen ist klar, dass die Stromversorgung in Deutschland spätestens bis 2030 und sämtliche Energieversorgung bis 2040 auf 100 % Erneuerbare umgestellt werden muss.

Mit dem Beschluss des Erneuerbaren-Energien-Gesetz wurde 2000 der wesentliche Schritt hin zu einer solchen Energieversorgung geleistet. Ein entscheidender Grund für den Erfolg des EEGs ist die Tatsache, dass erneuerbare Energien einen Einspeise- und Anschlussvorrang besitzen und für 20 Jahre nach Anlagenerrichtung eine feste Vergütung pro Kilowattstunde gesichert ist. Diese Elemente ermöglichen Investitionssicherheit und vor allem wurde KleinstanbieterInnen ohne großes Risiko die Chance gegeben zu investieren. Das EEG war ein Erfolg, denn 2012 betrug der Anteil der Erneuerbaren in der Stromversorgung knapp 23 %. Auf der einen Seite gehörten 35 % der installierten Leistung Privatpersonen, auf der anderen Seite aber nur 5 % den vier großen Energieversorgern! Diese Erfolge des EEGs dürfen in der anstehenden Reform nicht gefährdet werden. Aus diesem Grund müssen die genannten und wesentlichen Elemente erhalten bleiben.