Bildung & Kultur

Finanzielle Situation von Student*innen

Immer noch hängt der Bildungsweg junger Menschen in Deutschland vor allem vom Bildungshintergrund der Eltern ab. Allzu oft ist auch eine prekäre finanzielle Situation der Grund, weshalb Menschen sich gegen ein Studium entscheiden. Dies hat nichts mehr mit Bildungsgerechtigkeit zu tun. Daher fordern wir die Abschaffung von Bildungsgebühren, mehr sozialen Wohnungsbau und eine Überarbeitung der BAföG-Förderung hin zu einer elternunabhängigen Studienfinanzierung für alle.

 

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen setzt sich für eine Änderung des § 52 der Abgabenordnung ein, so dass die Förderung der Informationsbeschaffung im Rahmen von Hilfs- und Vorbereitungstätigkeiten (das heißt Recherche) zur anschließenden Herstellung eines Presserzeugnisses im Sinne des Bundesverfassungsgerichts ohne Gewinnerzielungsabsicht explizit als gemeinnützige Tätigkeit anerkannt werden kann. Hierfür kann eine Bundesratsinitiative, initiiert oder unterstützt durch die niedersächsische Landesregierung, sinnvoll sein.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen befürwortet, dass die Kunstförderung für Freie Künstler*innen überprüft und ausgebaut wird. Langfristig soll es eine umfassende Inspektion der Förderinstrumente auf Kompatibilität mit der Freien Szene geben. Dafür fordern wir in erster Linie eine Aufstockung des Kulturetats im Land Niedersachsen im Rahmen einer progressiven Kulturpolitik und die Einführung einer existenzsichernden Honoraruntergrenze für Freie Künstler*innen.

Die Grüne Jugend Niedersachsen fordert die stärkere Repräsentanz weiblicher Geschichte in allen gesellschaftlichen Kontexten, insbesondere in der Schulbildung.

Weibliche Geschichte, weibliche Persönlichkeiten, deren historischen Errungenschaften, sowie jegliche feministisch-emanzipatorische Bewegungen erhalten weder im Geschichts-Unterricht noch in anderen Bereichen der Schulbildung genügend Platz, meist sogar nicht einmal Erwähnung.

Rechtes Gedankengut ist gesellschaftlich weit verbreitet und wird häufig unterschätzt. Wir stellen uns klar gegen jegliche Diskriminierung und lehnen rechtes Gedankengut ab! Das hohe Maß an rechtem Gedankengut innerhalb der Gesellschaft und das Erstarken von rechten Positionen und Parteien macht klar: Es braucht eine stärkere und erfolgreichere Arbeit gegen Rechts. Zentral sind dabei unter anderem die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen mit ehrenamtlich engagierten Menschen. Initiativen, Stiftungen und Vereinen sollten in der Arbeit gegen Rechts stärker finanziell und strukturell gefördert werden.

Wir, die GRÜNE JUGEND Niedersachsen, fordern demokratische Hochschulen mit einem realen Mitbestimmungsrecht für Studierende, einen Zugang zum Studium unabhängig von Herkunft und anderen Faktoren sowie mehr Freiheit für die Bildung an Hochschulen und Fachhochschulen in Niedersachsen.

Mitbestimmungsmöglichkeiten verbessern

Für uns als GRÜNE JUGEND ist Mitbestimmung ein zentraler Faktor. Dies gilt auch in der Hochschulpolitik. Für uns ist es selbstverständlich, dass jede*r sich einbringen darf, kann und sollte. Deswegen fordern wir mit aller Stärke die dringend erforderliche Umsetzung der Viertelparität im Senat für alle Statusgruppen (Studierende, Professor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und technisch-administrative Mitarbeiter*innen), da der Senat das höchste demokratisch gewählte Gremium einer Hochschule ist und alle Statusgruppen in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden müssen.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen begrüßt die von der Landesregierung genannte Absicht zum neunjährigen Abitur zurückzukehren! Dies ist ein richtiger Schritt zu besserer Bildung in Niedersachsen und kommt so dem Wunsch vieler Eltern und Schüler_innen nach. Neben der Verlängerung der Schulzeit sollte es aber mit einer möglicherweise für den 01.08.2015 durchgeführten Schulgesetznovelle weitere Änderungen für die gymnasiale Oberstufe geben.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich für eine solide Finanzierung der Inklusionsbemühungen an niedersächsischen Schulen, sowie für einen Ausbau der Schulsozialarbeit aus.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen erkennt dabei an, dass dem Land nicht unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und die in der Landesverfassung verankerte Schuldenbremse zu Haushaltsdisziplin zwingt.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachen fordert einen eigenständigen Wirtschaftsunterricht an Schulen für:

  • Die Sensibilierung von Schüler*innen für konkurrierende volkswirtschaftliche Theorien;
  • Die Förderung von Kritikfähigkeit bei wirtschaftspolitischen Themen

Kaum ein Bereich ist so essentiell für menschliches Leben, aber findet im Bildungssystem so wenig Beachtung, wie die Wirtschaft. Eine Umfrage des Verbraucherschutzministeriums stellte 2010 fest, dass die Hälfte der Zehntklässler*innen nicht wusste, was ein Girokonto ist. Diese erschreckende Zahl macht deutlich, dass der momentane Wirtschaftsunterricht in deutschen Schulen nicht in der Lage ist, elementarste Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Angesichts der immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Wechselbeziehungen in einer globalisierten Welt ist die breite Kenntnis wirtschaftswissenschaftlicher Grundlagen jedoch wichtiger denn je. Das gilt auch und in besonderem Maße in einer ökonomischen Krisensituation, in der wichtige Weichen für das zukünftige Wirtschaften gestellt werden. Da Wirtschaft alle Menschen betrifft, darf die Debatte um Wirtschaftspolitik nicht weiter zur Elitendebatte verkommen, sondern muss auf eine breite gesellschaftliche Diskussionsbasis gestellt werden. Nur so kann dem Gefühl, „den Märkten” ausgeliefert zu sein, eine wirklich demokratische Gestaltungsmöglichkeit entgegengesetzt werden.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen setzt sich für die verstärkte Einstellung von SozialarbeiterInnen in Kitas und den Verzicht auf Neueinstellungen von SozialassistentInnen und KinderpflegerInnen ein.
In Niedersachsen sollen keine SozialassistentInnen und KinderpflegerInnen mehr ausgebildet werden. Wir fordern eine globale Erzieher_Innenausbildung. Es kann nicht sein, dass Abstriche in der Ausbildung von Betreuer_Innen gemacht werden, um die Kosten für die Betreuung gering zu halten. Bei diesem Prozess der beruflich-qualitativen Personalaufwertung soll niemand wegen geringerer Qualifikation entlassen werden. Frei werdende Stellen sollen für ErzieherInnen ausgeschrieben und selbstverständlich entsprechend vergütet werden.
Zudem sollen besonders für Leitungsstellen in größeren Kitas verstärkt SozialarbeiterInnen oder ähnlich Qualifizierte eingestellt werden.
Das Land Niedersachsen sollte Anreize schaffen, z. B. durch die (teilweise) Übernahme von entstehenden Mehrkosten beim Personal, um diesen Prozess in die Wege zu leiten.