Heute beginnt der Prozess gegen zwei Neonazis vor dem Landgericht Mühlhausen. Die beiden verfolgten am 29.04.2018 im thüringischen Fretterode zwei Göttinger Journalisten erst in einer Hetzjagd und griffen dann mit Pfefferspray, Messer und einem schweren Schraubenschlüssel brutal an. Ein Journalist wurde dabei mit dem Messer im Oberschenkel getroffen, während der zweite eine Schädelfraktur erlitt, nachdem ein Neonazis frontal mit dem schweren Schraubenschlüssel auf ihn einschlug.

 
Karoline Otte, Bundestagskandidatin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, erklärt hierzu: „Die Täter kommen aus dem direkten Umfeld der zentralen, bekannten Neonazigröße Thorsten Heise und sind im Kameradschaftsnetzwerk „arische Bruderschaft“ organisiert. Thorsten Heise bedroht immer wieder Journalist*innen in Hetzreden in Videos und auf Bühnen und beschwört die Presse als Feindbild. Nach diesen Reden lässt sich ein signifikanter Anstieg an Angriffen und Belästigung von Journalist*innen verzeichnen. 
Für uns ist klar: Menschen, die sich gegen Neonazismus engagieren oder über diesen berichten, müssen ausreichend geschützt werden – hier reichen Lippenbekenntnisse nicht aus. Der Angriff in Fretterode war ein brutaler Angriff auf die Pressefreiheit, muss als solcher festgestellt und darf nicht vom Gericht bagatellisiert werden. 
 
Doch genau das passiert gerade: Obwohl es 3,5 Jahre bis zum Prozess der beiden militanten Neonazis dauerte, ist keiner der beiden offen gewaltbereiten je in U-Haft gewesen. Einer der beiden setzte sich sogar in die Schweiz ab. Während auf der einen Seite angebliche linke Gefährder*innen wie Lina E. seit inzwischen einem Jahr in Untersuchungshaft festgehalten wird, werden hier vor den Gewalttaten der militanten Neonaziszene in Südniedersachsen und Thüringen beide Augen verschlossen.“
 
Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen ruft zur solidarischen Prozessbegleitung auf. Zu den ersten drei Prozesstagen (7., 9., und 13. September) wird es je eine Kundgebung, sowie eine Busanreise aus Göttingen zum Landgericht Mühlhausen geben. Hintergründe und genauere Informationen finden sich auf der Kampagnenseite Tatort-Fretterode.de