Diese Woche:

WMO: Extremwetterereignisse//IAA – Autoindustrie vs. Mobilitätswende//Abtreibungsverbot in Texas

 

WMO: Extremwetterereignisse werden immer teurer 🌪️💰

Vergangenen Dienstag veröffentlichte die Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nation (WMO) einen Bericht zu ökonomischen Folgen von Extremwetterereignissen in den vergangenen 50 Jahren.📃

 Dafür wurden Wettereignisse wie Dürren, Stürme, Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbrände von 1970 bis 2019 untersucht. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Die Kosten sind enorm hoch und hätten sich mit der Zeit versiebenfacht, außerdem träten Extremwetterereignisse mittlerweile 4-5-mal häufiger auf. 📈

Die WMO errechnete im Mittel weltweite Kosten in Höhe von 200 Mio. US-Dollar pro Tag, ab 2010 stiegen diese sogar auf 383 Mio. US-Dollar.

Ein positives Ergebnis der Untersuchung ist, dass im Gegensatz dazu die Todeszahlen im betrachteten Zeitraum gesunken sind. Als Gründe werden verbesserte Warnsysteme und ein effektiveres Krisen-Management genannt. 🚨

Der Appell von WMO-Chef Petteri Taalas lautete: „Der Schlüssel zum menschlichen Wohlergehen ist es, den Klimawandel zu bremsen. Aber wir müssen uns auch an ihn anpassen.“ Denn: Die Folgen des Klimawandels sind nicht mehr vollständig abzuwenden. Auch der Weltklimabericht ergab, dass Extremwetterereignisse weiter zunehmen werden. Nichtsdestotrotz ist dieser Bericht ein weiteres Signal an die Politik, dass Klimaschutzmaßnahmen die Welt vor noch viel größeren Folgekosten bewahren können. Auch Deutschland ist durch die Flutkatastrophe von extremen Kosten betroffen. Wissenschaftler*innen der Forschungsinitiative World Weather Attribution kamen zu dem Ergebnis, dass der Starkregen durch den Klimawandel bis zu 9-mal wahrscheinlicher und 3-19% stärker wurde. 🌧️

Trotzdem scheinen Politiker*innen wie Armin Laschet nicht der Meinung zu sein, dies sei Grund zum Handeln. 😡

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📰 Bericht der WMO – Taz

📝 Bericht der WMO – WMO

📰 Flutkatastrophe Deutschland – Taz

 

IAA – Autoindustrie vs. Mobilitätswende 🚗💨❌

Die Internationale Automobilausstellung (“IAA Mobility”) findet in diesem Jahr nach knapp 70 Jahren erstmals an einem neuen Standort statt. Nachdem die IAA seit 1951 alle zwei Jahre in Frankfurt am Main ausgerichtet wurde, lädt der Verband der Automobilindustrie dieses Jahr vom 7. bis 12. September auf die Messe nach München ein. 

Die Veranstalter*innen sprechen von einer “neuen IAA”, die innovative Fahrzeuge und Technologien als “Basis der neuen Nachhaltigkeit” präsentiert. 

Doch diese Floskeln sind wenig glaubwürdig: Während der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor in den letzten 30 Jahren kaum gesunken ist, verhindert die Autolobby auf allen Ebenen, dass Klimaschutz im Verkehr umgesetzt wird. Das Greenwashing von “sauberen Motoren und effizienten Technologien” täuscht nicht darüber hinweg, dass in den größten Teil der produzierten Fahrzeuge noch immer dreckige Verbrennungsmotoren eingebaut werden und somit der Verkehrssektor für etwa 20 % der bundesweiten Emissionen verantwortlich ist.

Verschiedene Organisationen wie der ADFC, BUND und Greenpeace rufen deshalb zu Gegenprotesten auf. In einem breiten Bündnis wird bei einer Fahrradsternfahrt am 11. September für eine echte Mobilitätswende demonstriert. Das Motto “#aussteigen – Mobilitätswende jetzt!” unterstreicht die Forderungen nach einer fairen Verteilung des öffentlichen Raums, der Klimaneutralität im Verkehr bis 2035 und einem sofortigen Stopp des Baus von Autobahnen. 🚉

Auch das Bündnis “Sand im Getriebe” ruft zu Aktionen unter dem Slogan “#BlockIAA” auf.📣

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📰 BUND Kommentar 

🌐 #aussteigen Demoaufruf

🌐 Sand im Getriebe Protestaufruf

 

Menschenrechte unter Beschuss – Abtreibungsverbot in Texas 🤬🫀🤦‍♀️

Vergangenen Mittwoch wurde in Texas mit dem „Herzschlag-Gesetz“ ein Verbot für Abtreibungen ab der 6. Schwangerschaftswoche verabschiedet. Zu diesem Zeitpunkt wissen 85-90% der Betroffenen noch nichts von der Schwangerschaft.🤦‍♀️

Der Supreme Court der USA lehnten einen Eilantrag der Organisation „Planned Parenthood“, das Gesetz zu stoppen, ab. Daraufhin bemühten sich diese erfolgreich um eine einstweilige Verfügung gegen die Anti-Abtreibungsorganisation „Texas Right to Life“, um Abtreibungskliniken vor Klagen zu schützen.💪

Das Herzschlag-Gesetz beinhaltet nicht nur den enormen Eingriff in die körperliche Autonomie von Menschen mit Gebärmutter, sondern auch eine ungewöhnliche Art des Gesetzesvollzugs. Diesen übernehmen nämlich nicht, wie üblich, Behörden. Stattdessen sind Bürger*innen aufgerufen, Abtreibungen zu melden. Die Kläger*innen erhalten im Gegenzug 10.000$ von der verurteilten schwangeren Person. Und nicht nur das: Auch Menschen, die am Prozess der Abtreibung anderweitig beteiligt sind, können zu Strafen bis zu 10.000$ verurteilt werden. Darunter fallen beispielsweise Mitarbeitende in Abtreibungskliniken, aber auch Taxi-Fahrer*innen, die die schwangeren Personen zur Klinik fahren.🤬

„Texas Right to Life“ richtete dazu eine Website ein, auf der entsprechende Personen gemeldet werden können.

Klar ist, dass Abtreibungsverbote den Prozess nur unsicherer und gefährlicher machen, anstatt Abtreibungen zu verhindern. Das Gesetz zeigt, wie wenig selbstverständlich körperliche Selbstbestimmungsrechte von Menschen mit Gebärmutter sind und wie notwendig es ist, weiterhin für eben diese einzustehen.❗️

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📰 Einstweilige Verfügung gegen Abtreibungsgesetz – Tagesschau

📰 Abtreibungsgesetz Texas – Tagesschau

🎧 Podcast: Abtreibungsgegnerinnen in Texas – Deutschlandfunk Kultur