Diese Woche:

Humanitäres Visum für belarussische Sportlerin//Besorgniserregende Waldbrände im Mittelmeerraum//Einstellung der Ermittlungen im Fall Qosay K.

 

Humanitäres Visum für belarussische Sportlerin 🏃‍♀️🇧🇾 

Für die belarussische Sprinterin Timanowskaja endete Olympia vorzeitig. Nachdem sie sich auf sozialen Medien kritisch gegen Sportfunktionäre geäußert hatte, wurde sie von Belarus aus gebeten aus Tokio abzureißen und in die Heimat zurückzukehren.
Timanowskaja befürchtete eine Entführung durch belarussische Behörden, wandte sich an die japanische Polizei und suchte Zuflucht in der polnischen Botschaft. Polen bat ihr daraufhin politisches Asyl an. Mittlerweile ist die Sportlerin sicher dort angekommen. ✈️
Als Reaktion auf diese Bedrohung durch das autokratische belarussische Regime, bat das Internationale Olympische Komitee (IOC) zwei Leichtathletik-Trainer abzureisen. Weitere Konsequenzen, wie beispielsweise den Ausschluss des gesamten Nationalen Olympischen Komitees (NOK), was einige Sportler*innen gefordert hatten, gab es bisher nicht. 🤨 

IOC distanziert sich somit nicht klar von autokratischen Regierungen: Lukaschenko selbst war jahrelang im NOK und damit Teil des IOC. Erst 2020 gab das IOC dem internationalen Druck nach und schloß Lukaschenko aus. Offizieller Grund dafür war jedoch nicht die gewaltvolle Unterdrückungspolitik seines Landes, sondern dass die belarussischen Sportler*innen nicht ausreichend vor Diskriminierung geschützt würden. 

Dies ist ein weiterer Vorfall, der das repressive, diktatorische Handeln des Regimes in Belarus unterstreicht und zeigt, dass seine Bürger*innen auch außerhalb des Landes nicht sicher sind.⛔️

Zum Weiterlesen…

📰 Autokraten und das IOC – SZ 

📰 Artikel im Tagesspiegel 

📰 Artikel in der ZEIT 

 

 

Besorgniserregende Waldbrände im Mittelmeerraum 🌳🏠🔥

An vielen Orten im Mittelmeerraum brennt es seit Tagen. Ursache ist zum Teil Brandstiftung in Kombination mit der extremen Hitze und Trockenheit sowie den starken Winden der letzten Zeit, zum Teil die Hitze selbst. 🥵 

Die Waldbrände zerstören Natur und Infrastruktur, aber auch das Zuhause zahlreicher Menschen. An vielen Orten fehlt es an Feuerwehrkräften und Löschfahrzeugen. Die Feuerwehrkräfte, die im Einsatz sind, arbeiten unermüdlich, um die Feuer zu stoppen und Menschen aus den Brandgebieten zu evakuieren. 

Hilfe gibt es aus dem Ausland; auch die deutsche Regierung hat Unterstützung zugesagt. 🤝

Allein in Griechenland sind von Freitag auf Samstag innerhalb von 24 Stunden um die 90 Feuer entstanden. Hier konzentrierte sich die Brandbekämpfung zunächst auf die Brände nördlich von Athen, was in anderen, ländlichen, Gebieten für Unmut in der Bevölkerung sorgte. Auf der Insel Euböa mussten in der Nacht auf Samstag über 1100 Menschen aus Küstengebieten mit dem Schiff evakuiert werden, andere Fluchtmöglichkeiten gab es nicht mehr. 🆘

In der Türkei hat sich die Lage mittlerweile teilweise beruhigt. Aber auch hier sind Wälder und Dörfer abgebrannt, Zehntausende wurden aus gefährdeten Gebieten gerettet, acht Menschen starben.

In Sizilien wurde für 6 Monate der Not- und Krisenfall erklärt, da aufgrund der Extremwetter eine weitere Ausbreitung der Brände zu erwarten ist.

In Italien wurden seit dem 15. Juli 37.400 Brände gemeldet – 16.000 mehr als im letzten Jahr. 

Das zeigt, dass auch wenn Waldbrände zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich sind, das Ausmaß verheerend ist und nicht auf natürliche Verhältnisse sondern auf die Klimakrise zurückzuführen ist. 🌍

Zum Weiterlesen…

📰 Brände in Griechenland – Tagesschau

📰 Übersicht Waldbrände Mittelmeerraum – DW

📰 Rettungskräfte unter Druck – Süddeutsche Zeitung

 

 

Einstellung der Ermittlungen im Fall Qosay K. 👀👮‍♂️🤐

Nach dem Tod eines 19-Jährigen in Delmenhorst nach einer Drogenkontrolle der Polizei erklärte die Generalstaatsanwaltschaft in Oldenburg das Ermittlungsverfahren gegen die involvierten Polizeibeamten und Rettungskräfte nun für beendet. Qosay K. war am 05. März in Polizeigewahrsam kollabiert und verstarb später im Krankenhaus. 

 Laut den Ermittlungen wurden bei Qosay K. sogenannte Superabsorber im Mageninhalt gefunden, die von der Staatsanwaltschaft für seinen Tod verantwortlich gemacht werden. Diese können jedoch auch post mortem bei der Untersuchung hinzugefügt worden sein. Weiterhin wurde nicht geklärt, ob diese Mittel überhaupt tödlich sind. Es bleiben viele Lücken und Unstimmigkeiten in der Version der Staatsanwaltschaft, für die schlüssige Erklärungen fehlen. Auch die Geschwindigkeit, mit der die Ermittlungen für beendet erklärt wurden, zeigt den Unwillen und das Unvermögen, den Fall aufzuklären. 🤐

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch eine andere Staatsanwaltschaft und fordert lückenlose Aufklärung.📣 

Dazu erklärt Pippa Schneider, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen: „Wir fordern, dass endlich gründlich ermittelt wird! Dafür muss eine andere Staatsanwaltschaft den Fall übernehmen, die Ermittlungen wieder aufnehmen und lückenlos aufklären. Es braucht endlich Klarheit darüber, woran Qosay K. wirklich gestorben ist. Dass das Verfahren eingestellt wurde, bei dem in diesem Fall so viele Fragen nicht geklärt wurden, ist ein Skandal!“ 

Zum Weiterlesen…

📰 Tödlicher Polizeieinsatz – FR 

🌐 Viele Fragen offen – Flüchtlingsrat Niedersachsen 

📰 Zweifel an Darstellung der Polizei – TAZ