Anlässlich der heutigen Fragestunde im Landtag fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen endlich Klarheit zur im Koalitionsvertrag verankerten finanziellen Entlastung von Schüler*innen und einen klaren Fahrplan zur Einführung des schon länger angekündigten Azubitickets.

Svenja Appuhn, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, betont: „Dass den ersten Ankündigungen für ein Azubiticket aus dem Verkehrsministerium bisher nur Vertagungen und unklare Aussagen darüber, wo das Ticket überhaupt gelten soll, gefolgt sind, ist extrem bitter für alle jungen Auszubildenden in Niedersachsen. Azubis und Freiwilligendienstleistende warten seit Ewigkeiten auf finanzielle Entlastung beim Weg zu Arbeit und Schule, denn für diese Gruppen gibt es in vielen Teilen des Landes bisher überhaupt keine Ticketvergünstigungen – und das, obwohl viele von ihnen unterhalb des Existenzminimums leben. Dass die Krise jetzt als Ausrede genutzt wird, um ein Azubiticket auf die lange Bank zu schieben, ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die trotz Pandemie jeden Tag zur Arbeit fahren müssen, um die Gesellschaft am Laufen zu halten.“

Hintergrund:
Heute um 15.30 Uhr findet im Landtag eine von der grünen Fraktion beantragte Fragestunde zur kostenlosen Schüler*innenbeförderung und zu einem landesweiten 365€-Ticket statt.
Bereits 2020 hatte sich das Bündnis „Azubi-Ticket JETZT!“ aus DGB Jugend, Jusos, Junge Union, Grüner Jugend und Jungen Liberalen gegründet, um sich für die Schaffung eines landesweites Azubi-Ticket einzusetzen. Dieses soll für alle Auszubildenden und Freiwilligendienstleistende in allen Bussen, Straßenbahnen und Regionalzügen in Niedersachsen gelten und einen Euro pro Tag kosten. Es muss 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zu nutzen sowie unbürokratisch und digital zu erhalten sein. Auch aus diversen anderen Organisationen wie dem Landesschülerrat werden Forderungen nach einem 365-Euro-Ticket laut.
Während es in Hessen,Thüringen und seit Februar auch in Mecklenburg-Vorpommern schon vergleichbare Ticketangebote gibt, legte die Niedersächsische Landesregierung bislang nur Entwürfe für regionale Lösungen vor und vertagte auch diese zuletzt aufgrund der Coronapandemie.
Ein landesweites 365-Euro-Ticket könnte in einem ersten Schritt Azubis und Freiwilligendienstleistende, mittelfristig auch andere Gruppen finanziell entlasten.  Ein solches Ticket könnte Ausbildungen attraktiver machen und somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Gleichzeitig könnte es einen Beitrag zur dringend benötigten Verkehrswende leisten. Langfristig fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen einen komplett kostenlosen Nahverkehr.