Pressemitteilung, Mittwoch, den 2. September 2020

Die Solidarsemester-Demonstration vor dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) am 28.08.2020 wurde von knapp 100 Student*innen besucht. Die Veranstalter*innen (LandesAStenKonferenz, Grüne Jugend, Jusos, Linksjugend solid, DGB Jugend, Bund Ausländischer Student*innen, sowie der fzs (Bundesverband der Student*innen) sind zufrieden mit der Anzahl der Teilnehmer*innen: „Trotz der laufenden Prüfungsphase und der weiten Anfahrt sind viele Student*innen aus allen Ecken Niedersachsens zusammengekommen. Die Corona bedingten Maßnahmen konnten während der Demo gut eingehalten werden.“

Einen Tag vor der Versammlung wurde die LandesAStenKonferenz (LAK) zu einem Gespräch mit dem MWK eingeladen, Birte Spekker und Daryoush Danaii berichten: „Es war ein längst überfälliges Gespräch, nachdem die unbeantworteten Briefe an Herrn Thümler keine Wirkung gezeigt haben und das MWK keinen Kontakt zu den Student*innen gesucht hat.“ Das Gespräch fand aus Sicht der Organisator*innen auf Augenhöhe statt, trotzdem wird das Ministerium abwarten und nicht den Forderungen des Solidarsemester-Bündnisses nachkommen. Das Bündnis fordert schon seit April eine Nichtanrechnung des Semesters, sowie wirksame finanzielle Hilfen für Student*innen, die ihren Job verloren haben. Enttäuschend war auch, dass Herr Thümler selbst nicht anwesend war.

Der Bericht zum Gespräch zwischen LAK und MWK wurde auf der Demo als unhaltbar wahrgenommen. Viele Student*innen haben nach der Umsetzung der Forderungen des bundesweiten Solidarsemester-Bündnisses in einigen Bundesländern auf ein Nachziehen vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium gehofft. Laut der LandesAStenKonferenz Niedersachsen wurde bereits für 76,5% der Student*innen in Deutschland eine Regelung zur Nichtanrechnung des Semesters getroffen, dazu zählen ca. 2 Millionen Student*innen aus folgenden Bundesländern: Hessen (264 789), Baden-Württemberg (357 429), Nordrhein-Westfalen (776 071), Bayern (394 278), Sachsen (107 963), sowie Berlin (193 650), Sachsen-Anhalt (54 476) und Schleswig-Holstein (65 151).

Tenor unter den Teilnehmer*innen der Demonstration war:
„Die niedersächsischen Student*innen haben ein besonders herausforderndes Semester absolvieren müssen. Teilweise konnten sie Seminare nicht belegen, weil diese nicht online stattfinden konnten. Sie litten aber auch unter dem Verlust ihrer Jobs, geschlossenen Bibliotheken und fehlendem Austausch mit ihren Kommiliton*innen. Nicht alle konnten mit ausreichender technischer Ausstattung an den größtenteils online stattfindenden Lehrveranstaltungen teilnehmen. Dies führte zu finanziellen, psychischen und physischen Problemen. Welche dies genau sind, wird aktuell noch durch eine landesweite Umfrage der LAK derzeit ermittelt. Klar ist aber, dass durch dieses Corona-Semester die Lebensläufe vieler Student*innen zerrissen wurden und die Nichtanrechnung, kombiniert mit finanziellen Hilfen, dies mildern könnte. Hinzu kommt, dass durch die Nichtanrechnung in anderen Bundesländern zukünftig niedersächsische Student*innen im Vergleich benachteiligt werden würden.“

 

Das Bündnis zum Solidarsemester in Niedersachsen wird weiterhin seine Forderungen aufrechterhalten und sich so für die Student*innen in Niedersachsen einsetzen. Unter folgendem Link können alle Forderungen zum Solidarsemester gefunden werden. Hier wird auch besonders auf die Herausforderungen für internationale Student*innen, sowie Eltern im Studium eingegangen: https://solidarsemester.de/