Plastik ist überall. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen heute bis zu 46.000 Teile Plastikmüll, und das Ausmaß der Belastung von Böden durch Mikroplastik beginnen wir gerade erst zu erahnen. Inzwischen wurde Mikroplastik auch in menschlichen Ausscheidungen gefunden.

Mikroplastik sind kleine Plastikteilchen mit einer Größe von unter 5mm, die auf verschiedenen Wegen entstehen. Plastikteile werden durch Sonne, Salz und Organismen mit der Zeit weiter zerkleinert zu kleinen Partikeln, die man kaum noch mit bloßem Auge sehen kann. Mikroplastik entsteht auch beim Waschen von Kunstfasertextilien wie Fleecepullis, da diese kleine Plastikfasern beim Waschen verlieren. In den Boden kann Mikroplastik zum Beispiel durch den Abrieb von Kunstrasen oder Reifen eingetragen werden.

Doch Mikroplastik wird auch bewusst produziert, zum Beispiel für
Kosmetikprodukte wie Peelings oder Zahnpasten.

Diese Teilchen können in Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden, gelangen unweigerlich in Flüsse und Meere und verteilen sich über den gesamten Globus. Sie reichern sich dadurch auch in der Nahrungskette an. Zusätzlich können sich viele Umweltgifte an Mikroplastik anlagern und gefährdet dadurch die Umwelt und vielleicht auch die Menschen.

Über die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen ist noch sehr wenig bekannt. Die negativen Einflüsse für die Umwelt sind jedoch unverkennbar.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert daher:

  • Ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik- und Reinigungsmitteln. Es gibt alternative Stoffe mit einer abrasiven Wirkung.
  • Eine Einstellung der Förderung der Installation von Kunstrasen.
  • Eine Verbesserung der Technik in Kläranlagen zur Filterung des
    Mikroplastiks.
  • Projekte und wissenschaftliche Untersuchungen zur Reduzierung des Reifenabriebs bei Kraftfahrzeugen ausreichend zu fördern und zu diesem Zweck ein Tempolimit von 120 km/h einzuführen.
  • Projekte und wissenschaftliche Untersuchungen zur Reduzierung der Mikrofaserfreisetzung beim Waschvorgang und der Produktion von Textilien aus synthetischen Materialien ausreichend zu fördern.
  • Die EU-Kommission soll die Gefährdung von Leben und Umwelt durch die Verbreitung von schwer abtrennbaren Stoffen wie Plastikpartikeln und hormonell wirksamen Substanzen wie Weichmachern anerkennen und geeignete Gegenmaßnahmen erarbeiten.

Darüber hinaus ist aber auch eine generelle Reduzierung des Plastikmülls und von littering, um den Eintrag durch Zersetzung zu verringern.

Außerdem begrüßt die GRÜNE JUGEND Niedersachsen das angedachte Verbot von oxo-abbaubarem Plastik im Rahmen der Einwegkunststoffrichtlinie, da aus diesen Produkten häufig Mikroplastik entsteht.

Glossar:

Abrasiv stammt vom Begriff Abrasion und beschreibt den Abtrag eines Materials durch Reiben oder Schleifen.

Oxo-abbaubar bedeutet hier, dass eine Zersetzung stattfindet, aber diese nicht vollständig ist und deshalb Mikroplastik überbleibt. Besonders schlimm ist das, weil der Name etwas anderes vermuten lässt.

Littering ist die Vermüllung der Umwelt durch achtlos weggeworfenen Müll direkt in die Natur, aber auch innerhalb der Stadt auf Bürgersteige und Grünstreifen.