Auf der Landesmitgliederversammlung vom 06.-08.04. in Bad Fallingbostel wurde zum ersten Mal ein Arbeitsprogramm für den Landesvorstand beschlossen.

Arbeitsprogramm

Politische Lage
• Nach der Bundestags- und Landtagswahl 2017 scheint sich politischer Stillstand und angebliche Alternativlosigkeit breit zu machen. Im Bund macht die GroKo mit den Fehlern der letzten 4 Jahren weiter: Kein Umweltschutz, keine Agrar- oder Verkehrswende, law-and-order Innenminister statt Bürger*innenrechte, soziale Kälte statt gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Nachdem die politischen Möglichkeiten der linken Mehrheiten seit 2005 nicht genutzt wurden, scheint ein solches progressives Bündnis auf absehbare Zeit unmöglich. Durch die SPD fehlt de politische Gegenentwurf zur CDU-Schlafpolitik – inhaltlich sowie praktisch fast unmöglich.

•Ebenso in Niedersachsen: Die GroKo betriebt wieder eine Verkehrs- und Umweltpolitik der 60er Jahre. Autos, Beton und Wachstum ohne Verluste stellen die ökologische Transformation auf weite Zeit zurück. Von der halbwegs humanen Geflüchtetenpolitik unter rot-grün scheint die SPD genauso wenig in Erinnerung zu haben wie von dem Vorhaben einer inklusiven Gesellschaft.

•Dabei ist jetzt Zeit zum Handeln und es wird dringender: Mit der AfD hat die Neue Rechte mit der drittgrößten Fraktion eine einflussreiche parlamentarische Vertretung. Die Politik der Großen Koalition wird dies jedoch nicht ändern können. Doch gerade jetzt brauchen wir eine Politik, die gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich hinterfragt.

•Der Rechtsruck ist auch im politischen Diskurs um Feminismus spürbar. Der Anteil an Frauen* im Landes- und Bundesparlament war seit Jahrzehnten nicht so gering wie jetzt. Horst Seehofer besetzt das Bundesinnenministerium ausschließlich mit Männern* und Jens Spahn hat Sorge, dass Frauen* die Pille Danach mit Smarties verwechseln könnten.
•Für uns ist daher klar: Wir müssen einen tiefgreifenden, radikalen gesellschaftlichen und politischen Gegenentwurf zur herrschenden Politik entwerfen und erstreiten. Als Grüne Jugend Niedersachsen wollen wir daher weiterhin feministische, antikapitalistische und antirassistische Arbeit leisten.

Bildungsarbeit

• Wir wollen als Grüne Jugend Niedersachsen nicht nur Bildungsarbeit für unsere Mitglieder machen, sondern auch mit unseren Mitgliedern. Wir wollen, dass unsere Mitglieder an Bildungsarbeit, speziell unseren Seminaren teilhaben können. Die Bildungsangebote der GJN sollen uns und unsere Interessen vertreten und dazu braucht es eine breite Beteiligung und plurale
Einflussmöglichkeiten der Basis bei dessen Ausgestaltung.

• Dies ist und soll auch weiterhin dadurch möglich sein, dass man sich in einem Seminar-Prepteam einbringt. Hier kann sowohl an der organisatorischen, als auch an der thematischen Ausgestaltung der Seminare und anderen Bildungsangeboten mitgearbeitet werden.

• Außerdem wollen wir unser Bildungsangebot erweitern durch Workshops, Seminare und thematische Inputs anderer Art unserer Landesarbeitskreise (LAKs), die zunehmend wieder erstarken. Hier besteht die Möglichkeit, intensiv an Themen zu arbeiten und dann erarbeitete Ergebnisse der Basis zugänglich zu machen und zu präsentieren.

• Im nächsten halben Jahr wollen wir unser Bildungsprogramm evaluieren. Seminare sind in der organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung unterschiedlich belastend und auch unterschiedlich gut besucht. Unser Ziel ist, die Arbeit auf möglichst viele Personen zu verteilen und qualitativ hohe Bildungsarbeit anzubieten. Wir wollen in Zukunft mehr Menschen mit unseren Seminaren erreichen, inbesondere die, die bisher noch nicht oder nur selten auf GJNBildungsveranstaltungen
sind. Dies gilt auch für Personen außerhalb der GJN.

F*IT-Förderung
• 1919 wurde nach langen feministischen Kämpfen endlich das Wahlrecht für Frauen eingeführt. 100 Jahre später ist der Anteil von Frauen* in parlamentarischen Entscheidungsgremien gerade einmal um circa. 30%gestiegen und wir beobachten eine Diskursverschiebung nach rechts.
• Diese politische Diskursverschiebung wirkt sich auch auf die Grüne Jugend aus. Selbst wir hängen noch zu häufig in konservativen und binären Denkmustern fest. Es braucht noch mehr Auseinandersetzung mit feministischen Themen, daher wollen wir verstärkt darauf setzen barrierefrei in einen angemessenen feministischen Diskurs einzuführen. Dazu gehört auch, mehr auf die queere Perspektive zu verweisen, die momentan nur im Hintergrund steht.

• In diesem Jahr startet unser Frauen*Förderungsprogramm zusammen mit dem niedersächsischen Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen. Das ermöglicht es Frauen*, einen Einblick in die Arbeit der grünen Politik auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene zu bekommen. Dabei zielt das Programm darauf ab, Frauen* aktiv in die Strukturen der Grünen
Jugend und der grünen Partei einzuführen.

• Für ein wirkliches feministisches Empowerment braucht es darüber hinaus Gegenentwürfe zu männlichen* Karrieretrittleitern und Klüngelrunden. Wir müssen Mädchen*- bzw. Frauen*banden bilden. Der Landesvorstand möchte im kommenden halben Jahr deshalb solche Strukturen fördern und einen Reader ausarbeiten, der darlegt wie man diese auf den unterschiedlichen Ebenen des Landesverbands intiieren kann.

• Wir wollen weiterhin auf den halbjährlichen Genderseminaren Neueinsteiger*innen und Erfahrene GJ-ler*innen zusammenbringen, unabghängig von dem eigenen Geschlecht. Durch unsere Genderseminare wollen wir junge Menschen auf Probleme aufmerksam machen und innerverbandliche Strukturen stetig hinterfragen und reflektieren mit dem Hintergrund, dass auch wir nicht frei von Geschlechterdiskriminierung sind.

•Wir wollen mindestens einmal jährlich das Redeverhalten innerhalb der Grünen Jugend mithilfe der GenderWatch analysieren und evaluieren.

•Wir werden 2018 nutzen, um ein Zeichen für Feminismus zu setzten!

Umwelt- und Klimaschutz

•Der Kampf gegen die immer weiter voranschreitende Klimkrise ist elementar für unsere Arbeit als politischer Jugendverband. Aus diesem Grund widmet sich der Verband der verstärkten Bildungsarbeit zum Thema „Klima- und Umweltschutz“. Dazu sind sowohl kleinere Workshops und Inputs sinnvoll, als auch umfangreichere Seminare, dessen Organisation der Landesvorstand in Zusammenarbeit mit dem LAK Umwelt und allen Interessierten unterstützt. Zum Oktober soll
es wieder mehrere Busse zum Klimacamp geben.

Gesundheitspolitik
• Eine Zwei-Klassen-Medizin ist kein Umstand, den wir als GRÜNE JUGEND so hinnehmen müssen. Wir müssen es nicht hinnehmen, dass Menschen aufgrund ihres Einkommens bei medizinischen Behandlungen unterschiedlich behandelt werden. Das ist eine Ungerechtigekeit, die wir so nicht akzeptieren. Wir brauchen endlich eine Bürger*innenversicherung und zwar nicht erst in 10 Jahren, sondern so schnell wie möglich. Durch den Pflegenotstand sterben Menschen und zwar die Menschen, die nicht mehr selbst auf sich achten können und auf die Hilfe von Pflegepersonal angewiesen sind. Das können wir als GJN nicht mittragen. Wir fordern eine sofortige Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, eine flächendeckende tarifliche Bindung und eine bessere Ausbildungsvergütung. Nur so kann echter Patient*innenschutz aussehen! Diese Ziele können wir nur erreichen, indem wir uns weiterhin mit diesen Themen, z.B. in Form von Seminaren, beschäftigen.

Gedenkpolitik
• Gerade unsere Generation trägt eine besondere Verantwortung, dass Menschheitsverbrechen wie die aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht wieder geschehen. Deshalb ist das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus eine Aufgabe, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Gerade weil sich immer mehr Menschen die Realität nach Rechts lügen, der Rechtsruck in der Gesellschaft zunimmt und die Leugnung oder Relativierung der Shoah wieder salonfähig wird, tragen wir mit unserer Bildungsarbeit dazu bei, dass „Nie Wieder“ keine leere Phrase bleibt und Gedenken nicht nur ein Ritual. Dabei wollen wir uns in diesem Jahr besonders mit der Bewältigungs- und Aufarbeitungspoltitik der Nachkriegszeit beschäftigen. Denn Tendenzen dieser damals vorherrschenden Schlussstrich-Mentalität werden auch heute wieder sichtbarer wie in der
Diskussion um die Gedenkstätte am Bückeberg bei Hameln, an die Reichserntedankfeste deutlich wird. Hier möchten wir eine Exkursion an den historischen Ort und die zukünftige Gedenkstätte Bückeberg/Emmertal organisieren.

Antifaschismus – Rechtsruck entgegen wirken
•Durch die aktuelle Situation, dass rechte Parteien immer mehr an Zulauf gewinnen, indem sie Ängste schüren und Lügen verbreiten, müssen wir uns als linker Jugendverband dem besonders in den Weg stellen. In dieser Situation ist es umso wichtiger, dass die GRÜNE JUGEND einen Gegenpol zu den aufkommenden rechten Strukturen setzt und mit voller Kraft dem entgegenwirkt. Wir wollen, dass unsere Mitglieder geschult in Diskussionen mit rechten Anhänger*innen gehen können. Deswegen möchten wir uns im nächsten Jahr besonders stark gegen den Rechtsruck machen. Wir müssen mehr Strategien gegen Rechts entwickeln und uns für mehr Demokratie einsetzten.

• Dieser Einsatz gegen den allgemeinen Rechtsruck darf nicht als Pause im Einsatz gegen die radikalsten rechten Organisationen gedeutet werden. Im Schatten der AfD sind faschistisch Parteien, völkische Siedler, Kameradschaften und die Identitäre Bewegung weiter aktiv. Darauf gilt es immer wieder hinzuweisen und dagegen zu mobilisieren. In Goslar findet am 02. Juni der 10. „Tag der deutschen Zukunft“ statt. Er gilt als eines der bundesweit wichtigsten Ereignisse der Szene 2018. Die GJN wird die Gegenproteste dafür unterstützen und dazu aufrufen, den Aufmarsch zu verhindern.

Landesgeschäftsführung

•Im Zuge der Neubesetzung der Landesgeschäftsführung wird ein weiterer Schritt der Professionalisierung gegangen. Zur besseren Ansprechbarkeit und in dringenden Fällen bietet die Landesgeschäftsführung eine wöchentliche Sprechstunde an, welche eine garantierte telefonische Erreichbarkeit für die Mitglieder darstellt.

•Es findet eine regelmäßige Vor- und Nachbereitung der Telefonkonferenz des Landesvorstand zwischen organisatorischer und politischer Geschäftsführung statt.

•Für die Einarbeitung der neuen Landesgeschäftsführung ist insbesondere die auslaufende Landesgeschäftsführung gefordert. Es gilt hier, konkrete Abläufe für Landesmitgliederversammlungen, VpJ-Abrechnung, Seminare und weiteres festzuhalten und
weiterzugeben. Die auslaufende Landesgeschäftsführung soll im Sinne eines Wissensmanagments Arbeitsschritte in digitaler Form festhalten.

• Im Sinne der Arbeitnehmer*innen kann auf das Erstellen von Wochenplanarbeit zurückgegriffen werden. Außerdem kann im Sinne der Digitalisierung die Heimarbeit für die Landesgeschäftsführung begünstigt werden. Desweiteren wird der übermäßige Aufbau von Überstunden im Rahmen der Landesmitgliederversammlungen nicht weiter geduldet, sondern stattdessen entweder durch weitere Honorarkräfte oder projektbezogene Verträge ergänzt.

•Perspektivisch wollen wir zwei Beschäftigte in der Landesgeschäftsstelle einstellen, um die organisatorische und strukturelle Verantwortung größtmöglich an diese auszulagern. Somit wird der Weg geebnet für eine weitere Professionalisierung, die auch mittelfristig vorangetrieben werden soll.

Finanzen

  • Unsere aktuelle Finanzsituation ist nach einem kostenintensiven Wahlkampfjahr stabil. Wir haben in dem Haushalt für das Jahr 2018 mit einem Defizit von guten 3000 Euro geplant. Wir wollen unsere Rücklagen effizient nutzen, um gute politische Arbeit machen zu können. Wir werden im Zuge der Neubesetzung der Landesgeschäftsstelle die Stundenzahl etwas aufstocken. Wir wollen auch im Jahr 2019 einen tollen Europawahlkampf machen. Dafür werden wir diesmal einen Zuschuss vom Landesverband von Bündnis 90’die Grünen in Niedersachsen erhalten. Damit werden wir wieder tolle Aktionen für die Wahlkampfstände finanzieren. Trotz des Wahlkampfes im kommenden Jahr soll der Haushalt für 2019 ausgeglichen aufgestellt werden. Um dem Anspruch der mittelfristigen Professionalisierung gerecht zu werden, werden wir auch in zukünftigen Finanzverhandlungen darauf bestehen, die nötigen finanziellen Mittel hierfür einzufordern. Wir nehmen uns vor, das Pat*innenprogramm des Bundesverbands der Grünen Jugend zu evaluieren.

 

Igel

  • Das Ziel bleibt, dass wir die Reichweite des Igels erhöhen und eine rege Basisbeteiligung bei der Konzeption erreichen. Hierbei wird in Zukunft stärker darauf geachtet, das Thema des Igels an die Basis zu binden, beispielsweise durch die Auswahl der Basis von Themenvorschlägen der Redax.
  • Außerdem wird die Igel Redax daran arbeiten, den „Igel-Reader“ zu erneuern, um den Einstieg in die Redaktion so einfach wie möglich zu gestalten.
  • Der Igel wird sich außerdem gemeinsam mit weiteren Strukturen der GJN dafür einsetzen, dass die Grüne Jugend Niedersachsen einen wesentlichen Teil zu der Mitgliederzeitschrift von Bündnis 90/ DieGrünen Niedersachsen „Grüne Zeiten“ beitragen kann.

Bündnisse

  • Um unseren Anspruch eines politischen Gegenentwurfes zum Status quo umzusetzen, braucht es starke Bündnisse.
  • Bisher erwiesen sich dafür verschiedene Verbindungen zu den Altgrünen als hilfreich. Bündnis 90/ Die Grünen Niedersachsen haben dabei vor allem in letzter Zeit von unseren Ideen profitiert. Sie nahmen Vorschläge zum kostenlosen ÖPNV und Kritik an der antisemitischen BDS (Boycott, Divest, Sanctions) in ihre Beschlusslage mit auf, die GJN war der Partei hierbei bereits voraus (LDK Oldenburg 03.2018). Auch im Landeswahlprogramm wurden fast 1000 Änderungsvorschläge eingearbeitet (LDK Oldenburg 06.2017). Die strukturelle Unterstützung die wir als GJ in den letzten Wahlkämpfen geleistet haben und täglich leisten ist ein weiterer Teil, durch den wir uns in dieses Bündnis einbringen. Wir erwarten aus diesen Grund eine weitere starke Unterstützung. Dazu gehört ein vertrauensvolles Verhältnis, ebenso wie die ausreichende, gleichbleibende finanzielle Ausstattung. In Zukunft wollen sich die Grünen stärker für Jugendbeteiligung einsetzen. Durch dezentrale, offene und persönliche Programme soll dies ermöglicht werden. Hürden zur politischen Beteiligung sollen abgebaut werden. Die GJN bringt sich in dieser Hinsicht ein und erinnert die GRÜNEN dabei an ihren progressiven Anspruch. Wir werden auch in Zukunft Forderungen stellen, die nicht von politischen Sachzwängen geprägt sind. Weiterhin sehen wir uns in diesem Bündnis als ein Teil, von dem die gesamte Partei profitiert.
  • Innerhalb der Bündnisse setzen wir somit auf Aktivismus und Bildungsaspekte. Wir möchten von Partner*innen lernen und sinnvolle Anregungen in die Beschlusslage aufnehmen. Demos, Kundgebung und weitere Aktionen sollen (mit Abwägung der Ressourcen) so oft wie möglich umgesetzt werden. Die GJ-Niedersachsen setzt sich darin ein, den Kontakt Bündnispartner*innen aufrechtzuerhalten. Dazu gehören beispielsweise der Landesschülerrat Niedersachsen, linke Jugendverbände (Falken, Jusos) und Ende Gelände. Es sollen auch neue Bündnisse entstehen, die vor allem die Bildungsarbeit bereichern. Der Landesvorstand kann sich hierbei an den geplanten Bildungsangebot orientieren. So könnte er sich beispielsweise mit Initiativen und Akteur*innen rund um die Gedenkstätte Bückeberg/Emmertal vernetzen. Außerdem wäre es interessant, sich zu  orientieren, welche Gruppen für eine solidarischere Gesundheitspolitik kämpfen, die nach diesem Arbeitsprogramm stärker thematisiert werden soll.

Öffentlichkeitsarbeit         

  • Die Öffentlichkeitsarbeit ist eine wichtige Säule der politischen Arbeit der Grünen Jugend Niedersachsen. Eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig, um unsere Botschaften erfolgreich nach außen zu tragen und uns sowohl an aktuellen Debatten zu beteiligen, als auch eigene Schwerpunkte setzen zu können. Unser Ziel muss es sein, sowohl den Landesvorstand, aber
    insbesondere auch unsere Ortsgruppen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu professionalisieren. Dafür möchten wir gemeinsam mit dem Bundesverband, sowie wenn möglich mit anderen Landesverbänden, Seminare anbieten, um alle Ebenen zu schulen. Dabei müssen sowohl methodische Hilfestellungen angeboten werden, als auch ein aktives gegenseitiges Empowerment stattfinden. Möglichkeiten dazu, beispielsweise eine GJN-Multiplikator*innen-Gruppe (ähnlich der vom Bundesverband) auf Facebook oder sonstige Angebote zur Koordinierung und gegenseitigen Unterstützung der Social Media Tätigkeiten sind hierfür zu entwickeln. Wir möchten unsere Ortsgruppen dazu ermutigen, selber kreativ zu werden. Auch die Pressearbeit vor Ort soll gestärkt werden. Die Ortsgruppenzuständigen des Landesvorstandes sollen bei Bedarf ihre Ortsgruppen dabei unterstützen, vor Ort Pressekontakte aufzubauen und sie darin zu  bestärken, Pressemitteilungen rauszugeben, die in vielen Fällen eine gute Möglichkeit bieten, eine hohe Reichweite für Aktionen, Veranstaltungen und politische Statements zu entwickeln.
  • Die bisherige Arbeit gilt es kritisch zu analysieren und herauszufinden, was ‚gut‘ läuft, und wo noch ‚Luft nach oben‘ ist. Gerade in Hinblick auf die verschiedenen Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram, Twitter) muss sich der neue Landesvorstand damit befassen, wie man diese Kanäle sinnvoll bespielt. Zu einer gelungenen Öffentlichkeitsarbeit gehört auch die  Kommunikation nach innen. Wir wollen uns noch enger mit den Ortsgruppen koordinieren und, wie bereits zum Thema Queerfeminismus geschehen, Aktionsreader erarbeiten, um Impulse für politischen Aktivismus geben zu können. Auch soll sich damit auseinandergesetzt werden, wie man die angekündigte Kampagne des Bundesverbandes sinnvoll umsetzt und welche Bezüge zur Landespolitik hergestellt werden können.
  • Ein längerfristiger Blick muss darauf geworfen werden, dass wir uns in großen Schritten der richtungsweisenden Europawahl nähern; dafür müssen bereits jetzt die Grundlagen geschaffen werden.
  • Im nächsten halben Jahr wollen wir wie im Wahlkampf als GJN eigene Veranstaltungen organisieren. Dabei wollen wir lieber wenige, aber dafür gut besuchte Veranstaltungen durchführen. Beispielsweise wollen wir zum 100-jährigen Frauen*-Wahlrecht Veranstaltungen organisieren. Dafür wollen wir wie im Wahlkampf auch Geld für Werbung in die Hand nehmen. Bezahlte Werbung z.B. in Zeitungen, auf Facebook oder im Fahrgastfernsehen kommt dabei für uns auch in Frage.
  • Wir wollen unsere internen Kommunikationskanäle überarbeiten. Dafür wollen wir besonders die Telegrammgruppen neu regeln. Der Landesvorstand wird daher einen Kanal ohne Chatfunktion einrichten und dort die Kommunikation laufen lassen. Zu jeder LDK soll eine eigene Gruppe erstellt werden. Die aktuelle GJN-Info-Gruppe soll nicht weiter betreut werden.

Verbandsentwicklung und Ortsgruppenvernetzung

  • Im Rahmen des vergangen Jahres und der zwei bestrittenen Wahlkämpfe mussten wir ein deutliches Defizit an Aktivitäten der Grünen Jugend Niedersachsen in ländlichen Regionen und den kleineren nördlicheren Ortsgruppen gegenüber den etablierten und Mitte-, Großstadtortsgruppen feststellen.
  • Außerdem mussten wir besonders im letzten Jahr vielfach die Erfahrung machen, dass Seminare und andere Veranstaltungen nur wenig besucht werden und viele Mitglieder sich nicht auf Landesebene, besonders nicht in der Verantwortung als Teil des Landesvorstands, engagieren möchten oder sich dies nicht zutrauen, dies gilt leider vor allem für F*IT-Personen.
  • Als Landesvorstand sehen wir uns in der Verantwortung, all unsere Mitglieder in ihrer Arbeit und ihren Projekten zu unterstützen und ihnen den Einstieg in GJ-Strukturen auch in Hinblick auf beispielsweise Ämter in der Grünen Jugend zu erleichtern. Besonders für kleine Ortsgruppen mit
    wenigen Mitgliedern bzw. Aktiven, die auch räumlich separierter von den großen, etablierten Ortsgruppen sind, ist es schwierig, Aktionen zu starten, Öffentlichkeit zu bekommen und sich in unseren eigenen internen Strukturen zurecht zu finden.
  • Daher bedarf es einem Konzept zur Verbandsentwicklung. Ziel ist es, dies im nächsten halben Jahr auf Grundlage bereits erarbeiteten Ideen und Reflexionen aus dem Wahlkampf zu erstellen.
  • Mit Hinblick auf Stärkung unserer Ortsgruppen und Mitglieder möchten wir mehr Raum zur Vernetzung und mehr personelle Unterstützung bieten. Dies soll geschehen in Form von:
  • Besser organisierten und thematischen Ortsgruppen-Vernetzungstreffen auf den Landesmitgliederversammlungen. Wir möchten Kontakte zwischen den Ortsgruppen herstellen und diese zu Kooperationen und gemeinsamen Aktionen ermutigen, da dies vor allem für kleine Ortsgruppen die Möglichkeit bietet, mehr auf die Beine zu stellen. Bei solchen Vorhaben stehen wir ihnen auch gerne zur Seite. Hierzu sind beispielsweise Programme wie die „Bezirksthementage“ denkbar, in denen Ortsgruppen in einer Region gemeinsam einen Seminartag zu einem selbst ausgesuchten Thema planen.
  • Engerer Zusammenarbeit zwischen den Landesvorstandsmitgliedern und ihren betreuten Ortsgruppen. Hier sollte nach Möglichkeit mindestens einmal im Jahr ein Besuch stattfinden und regelmäßiger Kontakt zu einer Person der Ortsgruppe gehalten werden, um über deren Aktivität und umgekehrt über Aktionen der Landesebene zu informieren.
  • Auf Landesebene wollen wir zudem den LAKs wieder mehr Raum und Aufmerksamkeit schenken, durch Treffen und kleineren Aktionen auf den Landesmitgliederversammlungen und möchten Mitglieder dabei unterstützen LAKs zu gründen oder zu beleben.
  • Außerdem soll noch mehr auf weitere Möglichkeiten sich auf Landesebene einzubringen wie z.B. Prepteams, Awareness Group, Präsidium und kleinere Ämter auf Landesebene aufmerksam gemacht werden, um Menschen noch mehr einzubinden und ihnen Verantwortung in dem Maße zu übergeben, wie es sich für sie gut anfühlt.
  • Für die weitere F*IT-Förderung gibt es bereits erste Entwürfe für ein Mentor*innenprogramm im Landtag, welches im Herbst beginnen soll.
  • 600 Mitglieder im Jahr 2018 – Dieses Jahr soll nicht nur eine Jahr voller politischen Engagement werden, sondern wir als Grüne Jugend Niedersachen haben uns hohe Ziele gesetzt. Da wir diese nur gemeinsam erreichen können, haben wir ein Ziel: 600 Mitglieder in diesem Jahr. Wir wollen mit ganz viel Motivation 2018 nach unseren Vorstellungen gestalten und das können wir nur mit möglichst viel Unterstützung.
    Also packen wir es an und knacken die 600 Mitglieder in diesem Jahr!