Für den 01.04.2017 hat der neonazistische „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ einen bundesweiten Aufmarsch in Göttingen angekündigt. Der Aufmarsch ist derzeit verboten, es ist aber nicht abzusehen, ob die gerichtliche Klage der Neonazis gegen das Verbot Erfolg hat. Das Göttinger „Bündnis gegen Rechts“ mobilisiert zu Blockaden. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen ruft gemeinsam mit der GJ Göttingen und der GJ Hannover dazu auf, den Naziaufmarsch durch Aktionen des zivilen Ungehorsams zu verhindern. Die GRÜNE JUGEND unterstützt das Göttinger „Bündnis gegen Rechts“ und organisiert gemeinsam mit anderen antifaschistischen Gruppen eine Zuganreise von Hannover nach Göttingen. Überregional werden sich Nazi-Gegner*innen anschließen und in Göttingen an den Protesten und Blockaden gegen den Naziaufmarsch teilnehmen.

Zugtreffpunkt Hannover: 01.04.2017 | 10:00 Uhr | Hauptbahnhof

Infoveranstaltung Hannover: 29.04.2017 | 20:00 Uhr | UJZ Korn

Die Proteste werden auf Twitter unter den Hashtags #naziwatchgoe und #Goe0104 begleitet.

Paula Rahaus und Timon Dzienus, Sprecher*innen der GJN erklären: „Die GRÜNE JUGEND wird sich nationalistischer und rassistischer Hetze in Göttingen und anderswo konsequent in den Weg stellen. Rassistische Ressentiments werden derzeit durch die AfD salonfähig gemacht, Neonazis setzen diese verbale Brandstiftung in Gewalttaten gegen Geflüchtete, Linke und andere Menschen um. Der Kampf für eine offene und solidarische Gesellschaft muss offensiv geführt werden. Deshalb rufen wir zu friedlichen Blockaden auf und stehen hinter dem Göttinger „Bündnis gegen Rechts“. Kein Platz für Nazis – in Göttingen und überall.“

Ein Mitglied der GJ Hannover ergänzt: „Die antifaschistische Mobilisierung in Hannover ist angelaufen. Die GJ Hannover hat jahrelang in der erfolgreichen Initiative „Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf“ mitgewirkt. Es hat sich gezeigt: Symbolischer Protest ist wichtig. Wirksamer sind aber Blockaden.“

Ein Mitglied der GJ Göttingen abschließend: „Für den 01. April haben sich bekannte Neonazis wie Thorsten Heise von der NPD und Michael Brück von „Die Rechte“ angekündigt. Auch wenn Heise mittlerweile wieder abgesagt hat, weil ihm der „Freundeskreis“ zu viel Werbung für die AfD macht, werden mit „Die Rechte“ Neonazis nach Göttingen kommen, die auf ihren Aufmärschen regelmäßig Parolen wie „Anne Frank war essgestört“ skandieren [2], die Ermordung des Punks Thomas Schulz feiern oder dem Polizisten-Mörder Michael Berger mit dem Spruch „Berger war ein Freund von uns, 3:1 für Deutschland“ huldigen [3]. 2014 wollten sie alle in Dortmund lebenden Jüd*innen auflisten lassen [4]. Blanker Hass aus dem Mund von Gewalttäter*innen ist keine Meinungsfreiheit. Wegsehen wird nicht dafür sorgen, dass Göttingens Nazi-Problem verschwindet. Göttingen lag mit 86 rechtsextremen Straftaten 2016 nach Stadt & Region Hannover und Braunschweig auf Platz 3 in Niedersachsen [5]. Wir werden gemeinsam mit dem Göttinger „Bündnis gegen Rechts“ den Naziaufmarsch verhindern. Vor allem die Göttinger Stadtgesellschaft muss eindeutig Flagge zeigen.“

[1] http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/165597/aussteigerinterview-diesen-extremen-rassismus-konnte-ich-nicht-mehr-ertragen-

[2] https://www.vice.com/de/article/nazis-machen-sich-ber-anne-frank-lustig-399

[3] http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2015/05/22/gedenken-an-von-neonazi-ermordete-polizisten_19413

[4] http://www.sueddeutsche.de/politik/dortmund-neonazis-wollen-juden-zaehlen-lassen-1.2221584

[5] vgl. Kleine Anfragen der Quartale http://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen_17_7500/7001-7500/17-7249.pdf