Grundlage unseres derzeitigen Wirtschaftssystems ist Wirtschaftswachstum, welches durch gesteigerte Produktion von Gütern oder Erbringung von Dienstleistungen erzielt wird. Momentan verbrauchen wir Ressourcen so intensiv, dass wir diese in ihrer Existenz gefährden. Dies stellt eine Zerstörung unserer Umwelt dar und gefährdet die ökologische Zukunftsfähigkeit unseres Planeten.
Besonders problematisch sind die Verbrennung fossile Brennstoffe sowie die Haltung von Nutztieren. Der damit verbundene Ausstoß von Treibhausgasen ist eine Ursache für den globalen Klimawandel.

Eine weitere Folge der massenhaften Verbrennung fossiler Rohstoffe ist, dass diese meist irgendwann vollständig aufgebraucht sind. Beispielsweise ist Erdöl eine endliche Ressource, deren Vorräte ohne einen radikalen politischen und gesellschaftlichen Wandel in naher Zukunft aufgebraucht sein werden. Da dies extreme Schäden nach sich ziehen würde, fordern wir den schnellstmöglichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Denn wir möchten die Bestände endlicher Rohstoffe aus Verantwortung für die nächsten Generationen erhalten.

Einige Akteur*innen fordern zur Lösung der oben genannten Probleme sogenanntes „Grünes Wachstum“, wie z. B. den „Green New Deal“. Da dieser Lösungsvorschlag jedoch widersprüchlich ist, wie wissenschaftliche Studien belegen, sehen auch wir „Grünes Wachstum“ nicht als endgültige Lösung der aktuellen Umweltprobleme. Durch Rebound-Effekte und Verlagerungen wird die Umwelt trotz diverser Versuche, diese zu schützen in den meisten Fällen weiterhin geschädigt. Wachstum im Sinne eines „Weiter so“ und „Immer mehr“ und Umweltschutz sind nicht vereinbar.
Eine konsequente Umweltschutzpolitik lässt sich nur durch eine umfassende sozial- ökologische Transformation hin zu einer Wirtschaft jenseits des Wachstums, da nur auf diesem Weg der Ausstoß von Treibhausgasen auf ein ökologisch vertretbares Maß verringert werden kann.

Nun ist schnellstmögliches Handeln geboten. Allerdings sind wir uns auch darüber im Klaren, dass gesellschaftliche Veränderung, insbesondere bei schleichenden, nicht immer offensichtlichen Katastrophen, meist sehr langsam verläuft, da deren Ausmaße häufig unterschätzt werden.

Für eine emanzipatorische Nachhaltigkeitsstrategie

Wir als Grüne Jugend Niedersachsen wollen eine emanzipatorische Nachhaltigkeitsstrategie. Um diese zu entwickeln, braucht es neben zivilgesellschaftlichem Engagement wie den vielfältigen Aktionen der Anti-Atomkraft-Bewegung, die Anti-TTIP und CETA-Bewegung und die Aktionen der Klimabewegung (bspw. Ende Gelände) auch staatliche Impulse. Eine Ausrichtung der Umweltmaßnahmen an das liberale Marktsystem gehen uns als Grüne Jugend Niedersachsen nicht weit genug.

In vielen Kommunen gibt es dank verantwortungsvoller Bürger*innen schon gute Ansätze, beispielsweise in Form von Klimaschutzkonzepten oder Masterplänen. Diese fokussieren sich bislang eher auf den Bereich Mobilität. Unser langfristiges Ziel ist, dass jede Kommune ein Klimaschutzkonzept mit einer umfangreichen Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Deshalb fordern wir die Förderung lokaler und ökologischer Projekte mit dieser Zielsetzung.

Auch von der Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ wünschen wir uns mehr Mut, ressourcen- und energiesparende Maßnahmen zu fordern. Insbesondere sollen die drei Säulen der Nachhaltigkeit Einzug in die Programme der Grünen erhalten.