Die Grüne Jugend Niedersachsen fordert die stärkere Repräsentanz weiblicher Geschichte in allen gesellschaftlichen Kontexten, insbesondere in der Schulbildung.

Weibliche Geschichte, weibliche Persönlichkeiten, deren historischen Errungenschaften, sowie jegliche feministisch-emanzipatorische Bewegungen erhalten weder im Geschichts-Unterricht noch in anderen Bereichen der Schulbildung genügend Platz, meist sogar nicht einmal Erwähnung.

Das reproduziert eine männerdominiere Geschichtsschreibung und vermittelt Schüler*innen langfristig den Eindruck, dass Frauen* kaum ein wirkliche Rolle in gesellschaftlichen Prozessen gespielt haben, bestenfalls als Ehefrau*, Schwester oder sonstige Verwandte Erwähnung finden.

Natürlich waren Frauen* in noch wesentlich stärker ausgeprägten patriarchalen Verhältnissen als heute in weniger machtvollen Positionen.

Dann sollte jedoch die Entstehung und Entwicklung eben dieses Patriarchat thematisiert und problematisiert werden.

Dazu gehört auch feministisch-emanzipatorische Widerstände, Entwicklungen, Bewegungen und Persönlichkeiten im Unterricht zu behandeln.

Beispiele dafür wären der Umbruch von Mittelalter zur Neuzeit und was dies für die Geschlechter-Verhältnisse bedeutete.

Um zwei weitere Beispiele zu nennen:
Mit Olympe de Gouges und ihrer alternativen Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin 1791, oder dem Kampf der Suffragisten und Sufragetten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts für das Frauen*-Wahlrecht in England ist die Relevanz für weitere historische Entwicklungen absolut gegeben.

Es ist also nicht nur aus einer feministischen Betrachtungsweise problematisch, die Errungenschaften und Bedeutungen von einzelnen Frauen* und Frauen* generell aus der Schulbildung zu verbannen, sondern auch historisch nicht haltbar und vermittelt ein sehr unvollständiges Bild.

Neben einem weitreichendem Umdenken sind konkrete Maßnahmen durch die niedersächsische Landesregierung gefragt.

Wir fordern:

  1. Stärkere Repräsentanz von weiblichen Persönlichkeiten und deren Errungenschaften in allen Unterrichtsfächern.
  2. Sensibilisierung der Schüler*innen für die Notwendigkeit feministisch-emanzipatorischer Bewegungen in der Geschichte und die umfangreiche Auseinandersetzung mit diesen.
    Und um das ermöglichen zu können:
  3. Fortbildung und Sensibilisierung von Lehrer*innen für die genannten Thematiken