Guerilla Gardening als Protestaktion wirkt in erster Linie dezent. In ganz Göttingen blühte 2013 und 2014 der Hanf – Regionale, deutschlandweite sowie internationale Medien berichteten. Und doch springt diese Angelegenheit nicht Jeder*m ins Auge. Um die kreative, witzige und vor allem wichtige Aktion „Einiger Autonomer Blumenkinder” und deren Anliegen weiter publik zu machen, benötigt es unsere Solidarität!

Hanf ist eine seit Jahrtausenden durch den Menschen vielseitig verwendete Kulturpflanze. Zuerst als Getreide, dann auch für Textilien und Papier genutzt, war auch früh schon die heilende und berauschende Wirkung von Cannabis bekannt. Und obwohl Hanf damit zu den am häufigsten angebauten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte zählt, droht die Göttinger Polizei den „Blumenkindern” mit bis zu 25.000 Euro Strafe für das Aussäen von THC-armen Hanfsamen.

Das Verbot von Cannabis und anderen Drogen beruht auf dem Irrglauben, dass es möglich wäre, den Konsum von Drogen durch Strafverfolgung senken zu können. Schaut man sich allerdings die Zahlen an, ist es offensichtlich, dass die Menge des Konsums vom legalen Status unabhängig und die Verbreitung der Drogen andere Ursachen haben muss. Darüber hinaus gehen wir davon, dass die meisten Drogenkonsument*innen einen selbstbestimmten und mündigen Konsum haben und diese durch Verbote nur unnötig kriminalisiert werden. Durch die Kriminalisierung von Drogen entstehen neben den offensichtlichen Schwierigkeiten für Konsument*innen, auch massive Schwierigkeiten für die Gesellschaft. Durch die Repression werden Milliarden an Steuergeldern verschwendet, die anderswo besser aufgehoben wären und die Erlöse aus dem Drogenhandel finanzieren oft mafiöse Strukturen.

Wir halten jedoch Aufklärungs- sowie (Sucht-)Präventionsarbeit für Grundvoraussetzungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Drogen. Außerdem lässt sich nur bei Legalisierung eine wirkungsvolle Qualitätskontrolle einsetzen. Nur dann ist es für die Konsument*innen möglich, die Risiken und Wirkungen des Konsums mit gewisser Sicherheit abzuschätzen

In der Medizin wird Patient*innen der Zugang zu einer adäquaten, schonenderen Therapie verwehrt, zum Beispiel bei der chronischen Schmerztherapie, in der Onko- und Neurologie, Palliativmedizin oder Geriatrie. Und sollte der Zugang einmal gewährt werden, müssen Patient*innen die Kosten für die teuren und (halb-/voll-) synthetischen Cannabinoide in der Regel selbst stemmen.

Wir, die GRÜNE JUGEND Niedersachsen, fordern die Legalisierung und komplette Entkriminalisierung des Hanf-Anbaus und der Cannabispflanze an sich. Unser Ziel ist die Drogenmündigkeit der Gesellschaft. Darunter verstehen wir den verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit Drogen. Diesen verantwortungsvollen Umgang wünschen wir uns mit allen Drogen. Verbote machen diese Drogenmündigkeit unmöglich und helfen weder Betroffenen noch ihren Angehörigen. Eine objektive Aufklärung über Risiken ist in der heutigen Gesellschaft durch die Dämonisierung von Drogen nicht möglich. Die Dämonisierung des Cannabis versperrt jegliche Nutzung der Hanfpflanze an sich.

Wir fordern deswegen insbesondere:

  • Kurzfristig eine konsequente Entkriminalisierung von Cannabiskonsumierenden. Eine rechtlich unverbindliche Regelung wie die „geringe Menge” kann hier nur eine Übergangslösung sein. Stattdessen muss der Besitz kleiner Mengen der Droge sofort als Straftatbestand entfernt werden.
  • Die Legalisierung des Eigenanbaus von Cannabis für den Privatkonsum.
  • Die Einrichtung von Drogenfachgeschäften zur Ermöglichung einer kontrollierten Abgabe.
  • Die Einführung eines wissenschaftlich begründeten Grenzwertes für THC und seiner Abbauprodukte im Straßenverkehr. Die Nutzung des Führerscheinrechts als Ersatzstrafrecht für Cannabiskonsument*innen muss aufhören!
  • Die umfassende Freigabe von Cannabis zur medizinischen Nutzung.
  • Die Legalisierung des Cannabis auch im Hinblick auf die Nutzung der Pflanze als wertvollen ökologischen und nachwachsenden Rohstoff, z. B. für Textilien oder Dämmmaterial.

Solidarisch mit „Einigen Autonomen Blumenkindern”!