Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen setzt sich für eine landesweite Förderung von Shared Space Projekten in Kommunen ein.

Wir wollen städtische Strukturen durch das Konzept des Shared Space aufbrechen und dadurch den Verkehrsraum zu einem gemeinsamen Lebensraum für alle Verkehrsteilnehmer_innen umwandeln.

Im Shared Space gelten zwei Regeln: Rechts-vor-links und gegenseitige Rücksichtnahme. Auf andere Verkehrsregeln wird verzichtet, weshalb es im Shared Space keine Beschilderung (außer Shared Space-Schilder), Ampeln und jegliche Fahrbahnmarkierungen gibt. Es gilt das Gebot der Kommunikation unter den Verkehrsteilnehmer_innen untereinander, was alle auf die gleiche Ebene hebt. Den Kraftwagenfahrer_innen wird die Vorrangstellung genommen, weswegen die Shared Spaces zu einem entschleunigten Raum werden, der das Verweilen und Leben im öffentlichen Raum fördert. Straßenkünstler_innen, Cafés und Straßenfeste haben dadurch beispielsweise mehr Raum.

Der Shared Space ist keine Insellösung, sondern sollte vor allem im städtischen Raum flächendeckend erfolgen, gerade dort wo Wohnraumnutzung oder Mischnutzung gegeben ist. Ob allerdings eine Nutzung des Shared Space Sinn ergibt und ob er überhaupt erwünscht ist sollte durch Gutachten und Bürger_innenbeteiligung geklärt werden.

Zusätzlich ist die Bürger_innenbeteiligung bei der Konzeptionalisierung und Planung erforderlich, damit unter anderem Menschengruppen wie Rollstuhlfahrer_innen, Blinde, Gehörlose, Kinder und ältere Menschen sich nicht vom Verkehrskonzept benachteiligt oder gar ausgeschlossen fühlen und ihre Forderungen berücksichtigt werden. Da das Konzept des Shared Space auf der Kommunikation mit Blickkontakten fundiert, besteht die Gefahr, dass besonders Blinde ausgeschlossen werden könnten. Zudem fehlen Blinden die Fahrbahnstrukturen als Orientierungshilfe. Daher sollten Bodenindikatoren installiert werden, um die Orientierung möglich zu machen. Auch Bepflanzung kann dem Raum mehr Struktur geben und das Straßenbild beleben.