Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen hält ein Verbot von so genannten „Killerspielen“ für wenig sinnvoll. Politik und Gesellschaft müssen sich mit den Ursachen von Gewalttaten von Jugendlichen auseinandersetzen, statt nur auf die Symptome zu reagieren.

Dazu erklärte Helge Limburg, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen:
„Es steht völlig außer Frage, dass einige Computerspiele menschenverachtend und gewaltverherrlichend sind. Trotzdem machen es sich diejenigen, die jetzt eilfertig Verbote dieser Spiele als Antwort auf die schreckliche Gewalttat in Emsdetten fordern, viel zu leicht. Ich habe den Eindruck, dass Politiker wie Edmund Stoiber oder Christian Wulff gar nicht wissen, wovon sie reden, wenn sie diese Computerspiele für Gewalttaten verantwortlich machen. Viele tausend Menschen in Deutschland spielen derartige Spiele jeden Tag, ohne dass sie jemals auffällig werden. Ich halte es, ungeachtet meiner persönlichen Ablehnung dieser „Killerspiele“, für falsch, all diesen Menschen das Spielen verbieten zu wollen. Ganz abgesehen davon, dass Verbote von Computerspielen leicht umgangen werden können und deshalb vermutlich völlig wirkungslos wären.

Der Konsum dieser Spiele kann meiner Ansicht nach ein Symptom für Frustration, Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit sein. Natürlich kann Frustration niemals solche Gewalttaten rechtfertigen. Schulen und andere Bildungseinrichtungen haben in unserer Gesellschaft jedoch auch die Aufgabe, Menschen beim Lösen der genannten Probleme zu unterstützen und diese nicht noch zu verschärfen. Warum werden deshalb nicht die bestehenden Strukturen an Schulen hinterfragt? Warum beschäftigen sich Wulff und Stoiber nicht ernsthaft mit der Frage, wie wir jungen Menschen Selbstvertrauen vermitteln und eine positive Lebensperspektive schaffen können? Ich räume ein, dass ich keine Erklärung für diese Gewalttat und auch keinen einfachen Lösungsvorschlag habe, um solche Taten zukünftig zu verhindern. Aber die, die jetzt eifrig Verbote fordern, haben auch keine Lösungsvorschläge, und sie geben es noch nicht einmal zu. Stoiber und Wulff betreiben billige Symbolpolitik, die nichts kostet. Grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft und insbesondere im Bildungs- und Ausbildungsbereich wären mit Kosten verbunden und würden viel Kraft und Mut erfordern. An beidem mangelt es offenbar den EntscheidungsträgerInnen. Das ist sehr bedauerlich.“