In der Nacht zum Sonntag wurde am Braunschweiger Bahnhof von unbekannten ein Transparent gegen die Bahnpreiserhöhung befestigt.

Die GRÜNE JUGEND Braunschweig (GJBS) begrüßt die Aktion Unbekannter, die in der Nacht auf Sonntag (11.12.2005) ein Transparent mit der Aufschrift „Nein zu höheren DB-Preisen!“ am Vordach des Braunschweiger Hauptbahnhofs befestigt haben. Wir teilen die offensichtliche Auffassung der AktivistInnen, dass die Erhöhung der Preise im Nah- und Fernverkehr Bahn fahren unattraktiver macht und dringend benötigte KundInnen abschreckt.
Auch wenn die Bahn als gewinnorientiertes Unternehmen geführt werden soll, darf sich die Politik im konkreten Fall nicht aus der Verantwortung stehlen, indem sie die Preiserhöhungen widerspruchslos akzeptiert: Erstens zeigen die aktuell diskutierten Expansionspläne der Bahn, dass sich diese längst nicht mehr auf ihr Kerngeschäft im Personen- und Gütertransport konzentriert, sondern vielmehr anstrebt ein branchenübergreifend konkurrenzfähiges Logistikunternehmen zu werden. Eine solche Entwicklung mag zwar den Marktwert einer Deutsche Bahn AG steigern, liegt aber keineswegs im Interesse der auf Mobilität in öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesenen Bevölkerung. Zweitens muss die Bahn endlich von Wettbewerbshemmnissen gegenüber anderen Verkehrsmitteln befreit werden: So ist die Bahn durch eine höhere Mehrwertsteuer auf Bahntickets und eine höhere Kraftstoffbesteuerung gegenüber dem Flugverkehr benachteiligt.
Als Gestalterin von ökologischer und sozial gerechter Verkehrspolitik und verantwortliche Eigentümerin der Bahn muss die Bundesregierung endlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um dieses Verkehrsmittel attraktiver zu machen: Eine gestärkte Bahn liegt nicht nur im Interesse der Umwelt sondern auch finanzschwächerer Bevölkerungsgruppen wie junger Menschen, Familien, RentnerInnen und Arbeitssuchende.“
Die Bahnpreiserhöhung vom 10. auf den 11.12.2005 ist die dritte Erhöhung seit April 2004 und bedeutet Aufschläge beim Kauf von Tickets für den Nah- und Fernverkehr sowie Bahncards von durchschnittlich 2,9 %.