Laura Kroschewski, Sprecherin der Grünen Jugend Region Braunschweig, spricht auf dem Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen über den junggrünen Wahlkampf, dem Kampf gegen das geplante Einkaufszentrum in Braunschweig und die Zukunft der Grünen.

Hallo Niedersachsen!
Freut mich, dass ihr alle den Weg nach Braunschweig gefunden habt.
Ich bin Laura Kroschewski, Sprecherin der Grünen Jugend Region Braunschweig. Region deshalb, weil anfangs nur die BraunschweigerInnen und WolfenbüttlerInnen aktiv waren, sie sich damit aber nicht zufrieden geben wollten – Junggrüne Ideen braucht es schließlich überall- Daher gründeten sie 2001 den Regionalverband Braunschweig. Mittlerweile stehen uns Wolfsburg, Gifhorn und seit neustem auch Peine in nichts nach.
Ich erinnere mich noch sehr genau an den Spatenstich für das ECE-Center, zu dem ihr ja schon einiges von unserem Kreisverband gehört habt. Das war der letzte Schultag vor den Ferien. Traditionell der Tag, an dem alle Braunschweiger Schüler im Schlosspark den Ferienanfang feierten. Nur, den Schlosspark gab es nicht mehr. Dort, wo einst die grüne Lunge Braunschweigs zu finden war, klaffte nun ein riesiges Loch. Von offizieller Seite hieß es jetzt, wir sollten irgendwo am Stadtrand feiern, (am besten da, wo uns keiner sieht und wir niemanden stören können). Gesponsert wurde die Party dort von – na von wem wohl? vom ECE Center.
Das wollten und konnten wir uns nicht bieten lassen und haben zusammen mit anderen linken Jugendorganisationen eine Alternativparty direkt vor dem Rathaus veranstaltet. Und siehe da, trotz der strengen Auflagen von Hoffmann und Co. sind viele gekommen, um ihren Protest gegen diese jugendfeindliche Politik kund zu tun.
Dann kam der Wahlkampf. Wir waren davon genauso überrascht wie ihr und haben trotzdem alles gegeben. Ob nun als Sträflinge verkleidet, um auf die miserable Situation von PraktikantInnen in diesem Lande aufmerksam zu machen, oder als Pinguine, die mit dem Slogan „Hilfe, mein Eis schmilzt“ zu mehr Klimaschutz aufgerufen haben. Wir haben uns in einem Gespräch in der Braunschweiger Zeitung mit Wolfgang Gerhardt über Studiengebühren gestritten. Damals war er noch unglaublich siegesgewiss. Tja, so schnell kann´s gehen, Herr Gerhardt.
Wir haben an dem landesweiten Aktionstag gegen Rechts mitgemacht. Nachdem wir schon im Juni an der Demo gegen den NPD-Aufmarsch teilgenommen hatten und der unverhältnismäßig harte Kurs der Polizei gegen Protestierende es bis in die bundesweiten Medien schaffte.
Wir waren die Wochen vor der Wahl regelmäßig in der Fußgängerzone zu finden. Haben Erstwähler geworben, sind auf die Menschen zugegangen, hatten keine Berührungsängste. In einer Schulpodiumsdiskussion mit allen Jugendparteien schnitten wir so gut ab, dass -wäre es nach den Schülern gegangen- die Grünen laut unserer Probewahl die absolute Mehrheit bekommen hätten.
Ganz soviel ist es ja dann doch nicht geworden, aber 8,1 %. Immerhin. Wir sind uns sicher: Die GRÜNE JUGEND hat einen wesentlichen Teil zu diesem Ergebnis beigetragen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Einsatz auch anerkannt wird. Wir waren ziemlich enttäuscht über Stephans Schillings Listenplatz. Jetzt ist es umso wichtiger, dass junggrüne Ideen bei euch Gehör finden, dass unsere Konzepte nicht auf taube Ohren stoßen. In unserem Leitantrag „Zukunft Grün“ vom Bundeskongress der Grünen Jugend in diesem November heißt es unter anderem: Stärker als je zuvor bedarf es starker, innovativer, kritischer Grüner. Nicht um der Partei selbst willen, sondern weil eine ökologische, soziale, emanzipative und kosmopolitische Politik notwendiger denn je ist.
Opposition ist kein Mist. Es bedarf lediglich starker PartnerInnnen. Wir müssen mit Umweltverbänden, mit Gewerkschaften, örtlichen Bürgerinitiativen und GlobalisierungskritikerInnen zusammenarbeiten. Für uns sind Visionen und Realismus noch keine Gegensätze.
Die Zukunft ist grün!
Wir sind die Zukunft!
Vielen Dank.