Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung in Hannover

Grünerleben – Ökologischer Lebensstil ganz easy!

Die Naturkatastrophen der letzten Jahre, von El Nino bis Oder- und Elbeflut, haben eines mehr als deutlich gemacht: Es ist höchste Zeit für einen Wechsel in der Politik. Der Mensch lebt heute weit über seinen Verhältnissen er betreibt Raubbau an der Natur und zerstört damit nach und nach seine eigene Lebensgrundlage.

Die Skandale um BSE, Dioxin und verseuchte Futtermittel zeigen, dass auch im Bereich der Nahrungsmittelproduktion gravierende Veränderungen notwendig sind. Deutschland hat im Bereich der Umweltpolitik in den letzten Jahren Fortschritte erzielt, es sind jedoch weitere Schritte notwendig, um den drohenden Kollaps der Ökosysteme zu verhindern. Hierbei ist jedoch nicht nur die Politik, sondern jedeR Einzelne gefordert, seinen Beitrag zur Rettung der Erde zu leisten. Wir können mehr tun, als wir annehmen, denn fast unser gesamtes Verhalten hat Auswirkungen, die allzu oft unterschätzt werden!

Ernährung

bewusst ernähren.

Ernährung – für die meisten von uns etwas, über das wir uns keine Gedanken machen. Kühlschrank auf, Kühlschrank zu. Aber ist das alles?

Während der BSE-Krise ist Ernährung ein politisches Massenthema geworden. Die Menschen wollten endlich wissen, was bei ihnen auf den Tisch kommt. Renate Künast leitete den Wechsel ein. Die „Neue Landwirtschaft” im kommen?

Die BSE-Krise ist lange her und für die meisten BürgerInnen längst kein Thema mehr. Die industrielle Landwirtschaft betreibt weiterhin eine Blockadepolitik und versucht den ökologischen Landbau mit allen Mitteln zu torpedieren. Nur noch Stillstand in der Politik?

Was geschehen muss.

Die GRÜN-Rote Bundesregierung hat in der Vergangenheit einige wichtige Weichen in die richtige Richtung gestellt. Dieses Reformvorhaben muss weitergetrieben und erneuert werden. Auch weiterhin ist die Politik gefordert, Rahmenbedingungen für eine neue Ernährungspolitik zu schaffen.

Es ist unabdingbar, den Bio-Landbau weiter zu fördern und auszubauen. Er muss aus seinem Nischendasein herauskommen und langfristig zur gängigen Form der Landwirtschaft werden. Dabei sollte ein nachhaltiger Umgang mit Natur und Umwelt im Fordergrund stehen. Tiere sind Lebewesen und keine Maschinen. Sie brauchen Freiraum und müssen ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Dies ist bei der Käfighaltung – z. B. bei den sogenannten Legebatterien für Hühner – nicht gegeben. Die BürgerInnen müssen wissen, welche Produkte wie und wo erzeugt wurden. Das neue Bio-Siegel fördert Kontrolle und garantiert, dass die Menschen nachvollziehen können, welche Produkte biologisch erzeugt werden.

Transparenz ist unbedingt erforderlich. Dies gilt auch und insbesondere für Lebensmittel, die gentechnisch verändert wurden. Die Gentechnologie stellt in diesem Bereich ein Risiko dar.

Sie ist nur unzureichend erforscht, langfristige potentielle Folgeschäden für Mensch und Umwelt sind nicht absehbar. Befürworter dieser Technologie argumentieren, durch die Gentechnologie könnten resistentere Arten erzeugt werden, die auch widrigen Umwelteinflüssen stand halten. Dies packt das Problem der fortschreitenden Umweltzerstörung nicht an der Wurzel an und stellt nur eine Reaktion dar. Wir lehnen einen derart drastischen Eingriff in den Kreislauf der Natur ab! Die Kennzeichnungspflicht muss weiter forciert werden. Eine Vereinheitlichung im Bereich der Bio-Siegel ist erforderlich. Der Einsatz von künstlichen Düngemitteln und sonstigem Chemie-Einsatz in der Landwirtschaft ist zu stoppen. Er verunreinigt den Boden und verseucht das Grundwasser. Somit besteht eine Gefahr für die Natur und damit für die kommenden Generationen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Lebensmittel erst quer über den Kontinent geschickt werden, bevor sie über die Ladentheke bei den KonsumentInnen landen. Der regionale Anbau ist weiterhin zu fördern. Dazu gehört auch, Tiertransporte zu stoppen! Es ist nicht nur wichtig, wie wir uns ernähren, sondern auch, wie unsere Lebensmittel verpackt sind. Getränkedosen weisen eine extrem schlechte Umweltbilanz auf. Wir fordern daher ein gesetzliches Verbot von Getränkedosen, wie es bereits in mehreren skandinavischen Ländern erfolgreich erprobt worden ist! Wir fordern die stufenweise Einführung eines sogenannten „Biocents”: Eine Steuer auf konventionelle Agrarprodukte, dient dazu, das Preisdumping im Agrarsektor zu bekämpfen. Durch eine Besteuerung umweltschädlicher Agrarprodukte werden die Folgekosten für Mensch und Umwelt in den Endpreis miteinbezogen. Außerdem können die entstehenden Mittel zur Subventionierung umweltfreundlicher Produkte verwendet werden, um somit die Wettbewerbsfähigkeit der ökologischen Landwirtschaft zu stärken! Die Politik muss endlich die Voraussetzungen schaffen, um den Wechsel der VerbraucherInnen zu einer ökologisch orientierten Ernährung zu ermöglichen.

Vorschläge zum Lebensstil.

Im Bereich der Ernährung zeigt sich besonders die Macht der VerbraucherInnen. Seit den BSE-Skandalen ist die Nachfrage nach Ökofleisch erheblich gestiegen, der Markt war zeitweilig nicht mehr in der Lage, die große Nachfrage zu befriedigen. Aber dieser Trend muss fortgesetzt und auch auf andere Bereiche der Lebensmittelindustrie übertragen werden.

Mensch sollte beim Einkauf darauf achten, wie und wo die angebotenen Produkte erzeugt wurden. Dabei sind Produkte aus ökologischem Anbau vorzuziehen. Bioläden bieten nur Produkte aus ökologisch-korrekter Produktionsweise an. Zudem beziehen sie ihre Waren zumeist direkt aus der Region. Dadurch wird der regionale Anbau unterstützt. Oder mensch kauft direkt beim Biobauernhof seiner Region ein. Viele Biohöfe bieten einen Direktverkauf am Hof an. Einen weiteren wichtigen Schritt kann jedeR von uns tun, indem er/sie Fast-Food- Ketten wie Mc Donalds oder Burger King boykotiert.

Und natürlich spielt die Verpackung der Lebensmittel eine wichtige Rolle: Das Dosenpfand ist hier ein Schritt in die richtige Richtung, aber auch auf pfandfreie Einwegverpackungen sollte verzichtet werden. Dies würde zu einer erheblichen Verringerung der Müllproduktion führen und damit die Umwelt weiter entlasten.

Ein bewussterer Umgang mit unserer Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil eines nachhaltigen Umgangs mit der Welt, in der wir leben. Dazu gehört es, nicht nur auf den scheinbaren Preis eines Produktes zu achten, sondern vor allem auf seine Qualität und Herstellung.

Ernährung bedeutet genießen. Bio schmeckt und ist besser!

Energie

saubere Energie.

Im Zeitalter des 21. Jahrhunderts ist unser Lebensstil von der Nutzung scheinbar unendlich zur Verfügung stehender Energie geprägt. Das Licht geht an, wann immer wir es wollen und der Kühlschrank läuft ununterbrochen. Doch wenn wir uns weiterhin auf die konventionellen Energien verlassen, sitzen wir schnell im Dunkeln, weil der letzte Tropfen Erdöl die Pipeline verlassen hat und es keine Endlagermöglichkeiten für die Massen an Atommüll gibt. Um für Klima und Umwelt insgesamt entscheidende Verbesserungen zu erreichen, ist besonders im Bereich der Energiepolitik ein Umdenken erforderlich! Es ist wichtig, dass wir heute umstellen auf regenerative Energien.

Was geschehen muss.

Es ist höchste Zeit, dass veraltete Technologien wie Öl- und Kohlekraftwerke, die erheblich zur Klimaschädigung beitragen, endlich durch regenerative Energiequellen ersetzt werden. Gerade die Industrienationen müssen hier ihren verschwenderischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde stoppen!

Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie muss erheblich beschleunigt werden, da Jahr für Jahr gewaltige Mengen an neuem Müll produziert werden, ohne dass die Frage der Entsorgung auch nur ansatzweise gelöst wäre. Die unverändert starken Proteste gegen die Castortransporte zeigen, dass diese Energieform keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Zumal der Staat besagte Transporte nur unter regelmäßiger Missachtung von Grundrechten durchsetzen kann. Die Förderung bewährter regenerativer Energieformen, wie Solarenergie, Windkraft und Wasserkraft muss ausgebaut werden und auch auf neue Errungenschaften, wie Biomasse, Aufwindkraftwerke, Offshore-Windparks sowie Fernwärmenutzung ausgeweitet werden. Eine solche dezentrale Energieversorgung spart große Mengen Energie, da bei den langen Verteilungswägen der konventionellen Energieversorgung ein hoher Energieverlust stattfindet.

Weiterhin muss die Politik endlich zeigen, dass sie ein Interesse daran hat, dass die Bevölkerung ihre Lebensgewohnheiten in Richtung eines nachhaltigen Umgangs mit Energie umstellt!

Die Subvention energiearmer Häuser sowie die Erneuerung des 100.000-Dächer-Programms sind erhebliche Bestandteile eines solchen Bestrebens. Verantwortlicher, nachhaltiger Umgang mit Energie im eigenen Haushalt muss belohnt werden. Nur so ist eine wirkliche Energiewende zu bewältigen.

Vorschläge zum Lebensstil.

Vor allem in diesem Bereich gibt es Vieles, wodurch wir als VerbrauerInnen einerseits einen Beitrag leisten können, unsere Erde weniger zu belasten und gleichzeitig den Druck sowohl auf Politik als auch auf Energiekonzerne zu verstärken. Ein besonders effektiver Schritt in diese Richtung ist das umsteigen auf Ökostrom Gerade hier gibt es mittlerweile viele seriöse Anbieter, die mit Konzept und Konsequenz ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Doch auch viele Feinheiten und Kleinigkeiten, die schon viel bewirken können, kann mensch im täglichen Leben umsetzen. Das Verwenden von Energiesparlampen und vor allem das Ausschalten der gerade nicht benötigten Lichtquellen gehören zu den einfachsten und gängigsten Energiesparmethoden. Auch das vielfach beschworene „Heizen nur bei geschlossenem Fenster” kann jede Menge Energie sparen und bedarf keiner großen Anstrengung. Geräte nicht auf „Standby” stellen, den Herd nicht neben den Kühlschrank stellen oder die Spülmaschine an das Warmwasser anschließen sind einige weitere Punkte dieser langen Energiesparliste, welche sich leicht fortsetzen lässt. Durch das konsequente Einschränken der immensen Energieverschwendung, die wir täglich betreiben, könnten wir uns viele Kraftwerke dieser Welt sparen. Der Größte Teil dieser Energieverschwendung geht auf die Rechnung schlecht isolierter Häuser. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, die eigenen vier Wände und Fenster gut zu isolieren sowie durch spezielle Bauweisen und Ausrichtung der Häuser die Sonneneinstrahlung auszunutzen. Mensch kann also viel dafür tun, dass die kostbare Energie, die wir erzeugen, sinnvoll genutzt wird und auch den nachfolgenden Generationen noch ausreichend zur Verfügung steht — auch ohne Supergau, Klimakatastrophe oder Ölkrise!

Also – Grünerleben – damit der Kühlschrank weiterbrummt!

Mobilität

gelassen mobil.

Wer garantiert uns, dass wir auch morgen noch von A nach B kommen? Das scheinbar unverzichtbare Auto jedenfalls nicht. Denn basierend auf dem Verbrauch fossiler Brennstoffe ist das Auto eher ein Risiko für nachhaltige Mobilität. Von den Umweltschäden, die das Autofähren anrichtet, ganz zu schweigen. Rund 20 Prozent der C02-Emissionen in Deutschland stammen allein aus Auspuffrohren. Eine radikale Minderung des Autoverkehrs ist unabdingbar.

Was geschehen muss.

Die Politik muss Alternativen zum Auto wirkungsvoll fördern. Zwar wurden Bahn und ÖPNV stellenweise ausgebaut und verbessert, aber es ist noch deutlich zu wenig. Gerade in ländlichen Regionen muss ein flächendeckenderes Angebot zu erschwinglichen Preisen eingeführt werden.

Um dies zu finanzieren, muss umverteilt werden. Die jahrelange Fehleinschätzung, das Auto sei so billig, wie es gemacht wird, muss ein Ende haben. Die immensen Umweltschäden sowie die hohe Rohstoffvernichtung müssen von den VerbraucherInnen gezahlt werden. Das Auto muss den Preis bekommen, den es verdient! Nur so können Bus und Bahn verstärkt subventioniert werden, so dass die Preise gesenkt und der Verzicht auf das Auto vom finanziellen Nachteil befreit wird. Die Beibehaltung und Erweiterung der Ökosteuer ist somit unbedingt notwendig, um mit diesen Einnahmen die öffentlichen Verkehrssysteme auszubauen und zu vergünstigen.

Ebenso von den AutofahrerInnen bezahlt werden muss die Luft- und Lärmverschmutzung in den Städten, die täglich von Automassen belagert sind. Lediglich die Einführung einer Automaut in den Innenstädten oder die vollständige Sperrung der Innenstädte für privaten Autoverkehr kann diesem Rechnung tragen. Der Bau von weiteren großen Autobahnen muss verhindert werden und das ersparte Geld in den Ausbau der Schienennetze investiert werden. Den Lastverkehr auf die Schiene zu verlagern, ist dann kein Problem mehr. Auch das umstrittene Beförderungsmittel Flugzeug darf nicht zum unverantwortlichen Selbstläufer werden. Gerade Inlandsflüge gehören zu den größten Klimakillern. Wir fordern daher die sofortige Einführung einer Steuer auf Flugbenzin, damit im Flugpreis auch die tatsächlich entstehenden Kosten für Mensch und Umwelt enthalten sind. Dumpingpreise können somit unterbunden und im Gegenzug, durch die Flugsteuereinnahmen, die Bahnpreise gemindert werden. Mittelfristig müssen den Autoherstellern Produktionsquoten für Erdgas-, Solar-, Wasserstoff-, Biodiesel- und 3-Liter-Autos auferlegt werden.

Vorschläge zum Lebensstil.

Ohne Mobilität und Bequemlichkeit einbüßen zu müssen, können kleine Wege innerhalb der Stadt locker mit Fahrrad, Bus oder Straßenbahn bewältigt werden. Weitere Entfernungen können bequem mit der Bahn zurückgelegt werden. Die Vorteile liegen im Grunde auf der Hand: Man kann während der Fahrt entspannen, essen oder lesen und braucht sich keine Gedanken um Verkehrsregeln zu machen. Außerdem verfällt die lästige Parkplatzsuche. Gegenargumente zu Bus und Bahn liegen oft einer einseitigen Sicht zu Grund und lösen sich schnell in Luft auf:

„Bus und Bahn sind zu teuer!”: Wer einmal die Kosten des Autos zusammenrechnet, ohne an die Kosten zu lasten der Umwelt zu denken, der kommt mit Anschaffung, Steuern, Versicherung, Wartungs- und Reparatur- sowie den Spritkosten auf eine erhebliche Summe, die den Bahnkosten nicht nachsteht! Beim Auto redet mensch sich die Kosten nur schön, während sie bei Bus und Bahn hoch erscheinen, da sie von vornherein als Gesamtsumme ersichtlich sind.

„Die Bahn ist immer zu spät!”: Ein Argument, dass sehr stark die einseitige Sichtweise vieler Verbraucherinnen zeigt. Denn bedenkt mensch mal, wie lange die deutschen Autofahrerinnen Reise für Reise im Stau stehen, kommt mensch schnell auf eine ähnliche Gesamtzeit, wie sie bei Bahnfahrten entstanden wäre. Nur, dass das Warten im Zug deutlich angenehmer ist, als im Auto.

Es ist also durchaus jetzt schon vorteilhaft, auf das Auto zu verzichten und auf nachhaltige Verkehrsmittel umzusteigen. Abgesehen davon ist Bus- und Bahnfahren um einiges kommunikativer als Autofahren! Sollte man aus Transportgründen oder sonstigen Problemen trotzdem auf das Auto zurückgreifen müssen, so bietet das sogenannte Car-Sharing (Autos teilen) eine gute Alternative.

Grünerleben

Spaß am Wechsel.

Der Wechsel zu einem nachhaltigen Lebensstil ist gar nicht so schwer und kann durchaus Spaß machen. Wir, als BürgerInnen einer Industrienation, haben Verantwortung sowohl gegenüber den Menschen in Staaten der sogenannten 3. Welt, die unverschuldet unter den Auswirkungen unseres Lebensstils zu leiden haben, als auch gegenüber den nachfolgenden Generationen! Dieser müssen wir nachkommen. Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt! Zusammen können wir viel erreichen. Packen wir‘s an!

Wir haben die Macht!

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