Kampagnenerzählung
Der Status quo
Niedersachsen ist unser Zuhause und zwar von der Großstadt bis ins kleinste Dorf. Hier entscheidet sich, wie wir leben. Ob nach dem Unterricht, dem Spätdienst oder dem Feiern noch ein Bus fährt. Ob wir uns nachts sicher fühlen. Und ob auch wirklich alle mitbestimmen dürfen.
Unsere Kommunen stehen aber unter enormem Druck. Rund 4 Milliarden Euro Defizit lasten auf unseren niedersächsischen Städten, Gemeinden und Landkreisen. Die Aufgaben werden mehr, das Geld reicht oft nicht aus und die Kommunen verlieren sich in hohen Schuldenbergen. Viel zu häufig wird dann zuerst dort gespart, wo es junge Menschen direkt trifft: bei Jugendzentren, Sozialarbeit, Kultur oder Schutzangeboten.
Aber wir sagen klar: Das ist keine Naturgewalt. Das sind politische Entscheidungen. Und die Folgen treffen nicht alle gleich.
FLINTA*-Personen übernehmen überdurchschnittlich viel unbezahlte Care-Arbeit, verdienen statistisch weniger und erleben Unsicherheit im öffentlichen Raum anders. Gleichzeitig sind nur knapp 30 Prozent der Sitze in niedersächsischen Gemeinderäten von FLINTA*-Personen besetzt und damit sind FLINTA*-Personen massiv unterrepräsentiert bei zentralen Entscheidungen der Kommunen. Doch wenn Kinderbetreuung fehlt, wenn Frauenhäuser voll sind, wenn Dritte Räume schließen, dann spüren das vor allem diejenigen, die ohnehin mehr Verantwortung tragen und von Ungerechtigkeit betroffen sind.
Das ist nicht gerecht. Und wir sind nicht bereit, uns daran zu gewöhnen.
Unsere Perspektive
Wir schauen auf Niedersachsen aus der Perspektive unserer Generation und aus einer queerfeministischen Perspektive. Für uns ist Feminismus kein Label, sondern ein politischer Kompass: Er fragt, wer zu wenig gehört wird, wer zu viel Last trägt und wer zu wenig Sicherheit hat. Eine Kommune, die aus dieser Perspektive plant, wird gerechter und ermöglicht ein gutes Leben für alle. Unsere Leitfrage lautet:
Macht diese Kommune unser Leben freier, sicherer und selbstbestimmter und das für alle?
Für uns wird Politik in mehreren Bereichen konkret:
- Wohnen, weil ein bezahlbares, sicheres Zuhause die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben für alle ist, die neu anfangen, ausziehen oder Schutz brauchen.
- Bus und Bahn, weil echte Freiheit heißt, jederzeit und überall sicher unterwegs sein zu können, ob im Dorf oder in der Großstadt.
- Demokratie und Repräsentation, weil Entscheidungen über unsere Städte und Gemeinden auch widerspiegeln müssen, wer dort lebt und weil mehr Repräsentation in Gremien und Planung dazu führt, dass öffentliche Räume für alle funktionieren.
- Kultur, insbesondere Jugendzentren, Subkulturen und Dritte Räume als Orte neben dem Zuhause und Arbeitsplatz, weil sie uns verbinden, stärken und politisieren und weil sie Herzstücke einer lebendigen Demokratie sind.
- Asyl und Gerechtigkeit, weil besonders geflüchtete FLINTA*-Personen und queere geflüchtete Personen besonderen Schutz brauchen, etwa durch Gewaltschutz in Unterkünften, Zugang zu Beratung und eine eigenständige Absicherung.
- Klimaschutz, weil die Klimakrise unseren Alltag trifft und bestehende Ungleichheiten verschärft, besonders für FLINTA*-Personen, und weil gerechter Klimaschutz unsere Kommunen lebenswerter, gesünder und für alle sicherer macht.
Das sind keine Randthemen. Das ist das Fundament eines selbstbestimmten Lebens. Denn wenn Politik sich an den Interessen Benachteiligter orientiert, profitieren am Ende alle und zwar durch bessere Infrastruktur, mehr Sicherheit und stärkeren Zusammenhalt.
Unsere Vision
Wir glauben an niedersächsische Kommunen, die Gleichberechtigung nicht nur versprechen, sondern konsequent feministisch gestalten.
- Wir wollen Kommunen, in denen bezahlbares Wohnen politischer Wille ist durch starken genossenschaftlichen und städtischen Wohnungsbau, der dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft.
- Wir wollen Kommunen, in denen alle sicher zu Hause sind und auch sicher nach Hause kommen, ob vom Pendeln, der Care-Arbeit oder vom Feiern, mit ÖPNV, der auch nachts zuverlässig fährt, Safe-Now-Zonen und klaren Schutzkonzepten.
- Wir wollen Kommunen, in denen FLINTA*-Personen sich dank guter Beleuchtung und sicherer Stadtplanung frei und sicher bewegen können.
- Wir wollen Kommunen, in denen Jugendzentren, Kulturinitiativen und FLINTA*-sichere, lokale Szenen Räume haben als Orte für Begegnung, Kultur und gelebte Demokratie.
- Wir wollen Kommunen, in denen FLINTA*-Personen stärker an Demokratie teilhaben durch transparente Strukturen, Kinderbetreuung bei politischen Terminen, bessere Vereinbarkeit von Mandat und Alltag und eine offenere politische Kultur.
- Wir wollen Kommunen, die geflüchtete FLINTA*-Personen und queere geflüchtete Personen schützen mit sicheren Unterkünften, Gewaltschutz und unabhängigen Beratungsangeboten.
- Wir wollen Kommunen, in denen gerechter Klimaschutz Alltag ist mit bezahlbarer Energie, klimaresilienten Städten und Infrastruktur, die alle schützt und ein gutes Leben für alle ermöglicht.
Ja, wir kennen das Defizit. Aber wir akzeptieren nicht, dass daraus Stillstand wird. Haushaltspolitik ist keine Ausrede und queerfeministische Politik kein Zusatz. Beides ist eine Frage von Mut, neuen Ansätzen und klaren Prioritäten für Gleichberechtigung und Teilhabe.
Wir wollen Städte, Gemeinden und Dörfer, die Sicherheit für alle geben. Freiheit ermöglichen. Gemeinschaft stärken.
Und wir glauben: Das ist möglich.
Unsere Haltung
Wir sind die niedersächsische progressive Kraft, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet und die feministische Politik zum Maßstab für gerechte Kommunen macht.
Wir wissen: Gleichberechtigung fällt nicht vom Himmel. Sie wird erkämpft, organisiert und politisch durchgesetzt. Gerade deshalb braucht es eine Generation, die Verantwortung übernimmt. Eine Generation, die sagt: Wenn Strukturen benachteiligen, verändern wir sie. Wenn Stimmen fehlen, machen wir sie hörbar. Wenn Räume unsicher sind, gestalten wir sie neu.
Wir träumen nicht nur von einem feministischen Niedersachsen, wir bauen es auf. Vor Ort. Gemeinsam. Schritt für Schritt.
Unser Motto
Das Land gehört uns allen. Gestalten wir Niedersachsens Städte, Gemeinden und Dörfer neu – frei, gerecht und selbstbestimmt.
Packen wir es an und machen uns gemeinsam an den Wahlkampf!