Diese Woche…

Verdächtiger im NSU 2.0-Fall festgenommen //  Brutales Vorgehen gegen Protestierende in Kolumbien // Paukenschlag-Urteil für den Klimaschutz

Verdächtiger im NSU 2.0-Fall festgenommen

Vergangene Woche wurde erstmalig ein Verdächtiger im NSU 2.0-Fall festgenommen. Der Berliner Alexander M. steht unter Verdacht, zahlreiche Drohschreiben u.a an Politikerinnen, Anwältinnen und Schriftstellerinnen verschickt zu haben ✉️, unterzeichnet mit „NSU 2.0“. Betroffen sind ausschließlich Frauen, die sich öffentlich gegen Rechtsextremismus positionieren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung und das Verwenden von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen vor. Der Verdächtige wurde bereits seit Mitte April beobachtet, letztendlich führte eine sprachliche Analyse der Schreiben zu von ihm verfassten Kommentaren in einem rechtspopulistischen Internetportal. Besonders auffällig ist auch, dass diese zumeist private nicht-öffentliche Informationen über den Wohnort oder die Familien enthalten. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, wie diese Daten in den Besitz gekommen sind, einige wurden kurz zuvor von Polizeicomputern abgerufen. 💻 Ob diese erschlichen oder bereitwillig herausgegeben wurden, blieb bislang ungeklärt. ❓

Fest steht: Alexander M. ist war kein Bediensteter der Polizei. Die Einzeltätertheorie wird aber von mehreren Seiten angezweifelt.

 

Zum Weiterlesen…

📰Verdächtiger festgenommen – Taz

📰NSU 2.0 Hintergrund – Zeit

📊politisch motivierte Gewalt nimmt zu – Tagesschau

 

 

Brutales Vorgehen gegen Protestierende in Kolumbien 🇨🇴👮‍♂️💵

Vor 10 Tagen begannen in Kolumbien Proteste gegen die Steuerreform des Präsidenten Iván Duque. Die geplante Anhebung verschiedener Steuern sowie Reformen im Gesundheits- und Arbeitsbereich belasten besonders Mittel- und Geringverdienende. Die Steuerreform wurde zwar vorerst zurückgenommen, doch die Proteste halten an. Sie war Anstoß für die Bevölkerung, ihre Verzweiflung gegenüber der extremen sozialen Ungleichheit, Armut und Korruption auf der Straße auszudrücken.✊

Polizei- und Militärkräfte versuchen die Proteste mit willkürlicher Brutalität zu unterdrücken. Es gibt bereits 20 Tote, zahlreiche Verletzungen und ca. 800 Inhaftierungen. Berichtet wird außerdem von sexualisierter Gewalt, Einsatz von Schusswaffen und Angriffe gegen Sanitäter*innen und Zivilist*innen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International stuft das Vorgehen der Polizei als „systematisch“ ein. Die Unruhen sollen klein gehalten werden, Menschenleben dabei willentlich gefährdet oder attackiert. 👮‍♀️

Für viele Protestierende ist die Polizeigewalt ein weiterer Protestgrund. Die kolumbianische Gesellschaft ist finanziell stark gespalten. Die Bevölkerung leidet unter Chancen- und Jugendarbeitslosigkeit, viele haben nicht genug Geld, um Lebensmittel und Miete zu bezahlen. Dazu kommt das Pandemiemanagement der Regierung, das die untere Schicht noch weiter belastet.💵

 

Zum Weiterlesen…

📰 Zusammenfassung der Lage – tagesschau

💬 Erfahrungsbericht Protestierender – Spiegel

🌐 Petition gegen Polizeigewalt – Amnesty International

Sisyphos, Pflege & gerechte Arbeitsbedingungen

Während seit 2020 die Branche der Pflegeberufe wieder vielfältig im Gespräch ist und ihnen für die Arbeit gedankt wurde, ist eine umfassende Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht in Sicht.

Diese Situation, ist nicht neu, im Gegenteil: Sie ist von Anfang an da. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es professionelle Pflege und seitdem wird ihre Wertschätzung rein symbolisch statt materiell geleistet. Damals noch mit einer Belohnung im Himmel, erfahren sie heute die Wertschätzung immerhin zu Lebzeiten aber immer noch nicht materiell: 2020 hagelte es halt nur Applaus.

 

Care-Arbeit ist, so wie andere Kreise, dem Übermut anzulasten. Aber so oder so: Wir stehen gegen jeden Antisemitismus und an der Seite der Gewerkschafter*innen

Zum Weiterlesen…

Zum Weiterlesen…

http://Artikel zur Pflege – Neues Deutschland

http://Kommentar zu Lockdown und andere Möglichkeiten

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1150079.geschichte-der-pflege-kein-grund-fuer-applaus.html