Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen wendet sich gegen die Angriffe auf Afghanistan. Sie kritisiert die Luftangriffe als die falsche Antwort auf die tragischen Anschläge in New York und Washington. Gleichzeitig lehnt sie die Position der Bundesregierung ab, die zukünftig vermehrt Konflikte außerhalb Europas militärisch lösen will.

Der 18jährige Schüler Philipp Mohr aus dem Landesvorstand der Grünen Jugend Niedersachsen kritisiert die Angriffe als „Racheaktionen, die nicht geeignet sind, den Terrorismus und Osama bin Laden zu bekämpfen“. Es darf keine Selbstjustiz gegen Terrorismusverdächtige geben. Vielmehr bedarf es eines rechtsstaatlichen Gerichtsverfahrens. Um dies gewährleisten zu können, muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, einen unabhängigen, internationalen Gerichtshof einzurichten. Darüber hinaus muss es ein Umdenken in der Politik geben. „Die amerikanische Regierung setzt mit der Unterstützung Deutschlands die verfehlte Sicherheits- und Außenpolitik fort, durch die die Taliban erst an die Macht gekommen ist“, so Philipp Mohr. Die USA unterstützt jetzt bei dem sogenannten „Kampf gegen Terrorismus“ die terroristische Nordallianz.
Statt Racheaktionen gegen ein ganzes Land zu führen, muss eine Welt geschaffen werden, in der Gerechtigkeit und Toleranz Einzug halten. Um dies zu erreichen, muss eine weitere Aufrüstung der Welt gestoppt, alle Rüstungsexporte verboten werden. Außerdem ist die Überwindung ungerechter weltwirtschaftlicher Verhältnisse durch eine ökologisch-soziale Strukturpolitik nötig. Dazu zählt ein umfangreicher Schuldenerlass, eine Tobin-Steuer zur Regulierung der Weltfinanzmärkte, die Austrocknung von Steueroasen sowie verschärfte Maßnahmen gegen Geldwäsche und Waffenhandel. Gleichzeitig müssen die Bemühungen verstärkt werden, Konflikte und deren Ursachen zivilisiert zu lösen, unterstützt durch humanitäre Hilfe.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen ruft zur Teilnahme an den Protesten gegen den Castor-Transport aus Stade in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague auf. Der Transport wird voraussichtlich am 11.6.2001 von Stade aus über Harburg quer durch Niedersachsen fahren.
Durch die Proteste möchte die GRÜNE JUGEND deutlich machen, dass sie sich gegen die umweltzerstörende Wiederaufarbeitung in La Hague und Sellafield sowie gegen den langfristigen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ausspricht. Sie fordert die sofortige Energiewende.
„Die gefährlichen und unnötigen Transporte in die Wiederaufarbeitung sind keine Entsorgung des strahlenden Mülls, sondern nur eine kurzsichtige Verlagerung des Problems ins Ausland“, so Philipp Mohr, Mitglied im Landesvorstand. Bei der Wiederaufarbeitung wird das Volumen vervielfacht und atomwaffenfähiges Plutonium aus den Brennstäben gewonnen. Der Müll wird in absehbarer Zeit wieder für erneute Transporte nach Gorleben sorgen.
Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert den sofortigen Ausstieg aus der Wiederaufarbeitung und somit eine Überarbeitung des Atomkonsenses, der eine Wiederaufarbeitung bis ins Jahr 2005 vorsieht.

Die GRÜNE JUGEND hält es für unverantwortlich, dass die gleiche Menge des bisher in Deutschland entstandenen Atommülls innerhalb der nächsten 20-28 Jahren noch einmal produziert werden soll. Nicht die Generation, die diesen Konsens beschlossen hat, sondern wir und die nach-folgenden Generationen werden das bislang ungelöste Entsorgungsproblem bewältigen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es so, dass wir in Niedersachsen das erste Endlager der Welt bekommen könnten, obwohl die technische Möglichkeit einer Endlagerung an sich nicht geklärt ist. Es ist uns unverständlich, dass die Eignung von Gorleben nicht mehr in Frage gestellt wird. Weiterhin drängt sich der Eindruck auf, dass viele Regelungen absichtlich unklar formuliert worden sind, um sich die Auslegung offen zu halten. Dass selbst bei einem gesellschaftlich mehrheitsfähigen Thema die Wirtschaft in der Lage ist der Politik die Regeln zu diktieren, ist alarmierend und erschreckend. Die Aussage der EVUs „Wir akzeptieren das Primat der Politik“ ist ein schlechter Scherz. Nicht vergessen werden darf, dass die Möglichkeit eines GAUs eine akute und nicht theoretische Gefahr darstellt. Einen solch Größt-Anzunehmenden-Unfall in Form einer nicht zu stoppenden Kettenreaktion gab es noch nie und ist deshalb in seinen Folgen noch unkalkulierbarer als die Zündung einer Atombombe.