Bildung

Die Grüne Jugend Niedersachsen fordert die stärkere Repräsentanz weiblicher Geschichte in allen gesellschaftlichen Kontexten, insbesondere in der Schulbildung.

Weibliche Geschichte, weibliche Persönlichkeiten, deren historischen Errungenschaften, sowie jegliche feministisch-emanzipatorische Bewegungen erhalten weder im Geschichts-Unterricht noch in anderen Bereichen der Schulbildung genügend Platz, meist sogar nicht einmal Erwähnung.

Rechtes Gedankengut ist gesellschaftlich weit verbreitet und wird häufig unterschätzt. Wir stellen uns klar gegen jegliche Diskriminierung und lehnen rechtes Gedankengut ab! Das hohe Maß an rechtem Gedankengut innerhalb der Gesellschaft und das Erstarken von rechten Positionen und Parteien macht klar: Es braucht eine stärkere und erfolgreichere Arbeit gegen Rechts. Zentral sind dabei unter anderem die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen mit ehrenamtlich engagierten Menschen. Initiativen, Stiftungen und Vereinen sollten in der Arbeit gegen Rechts stärker finanziell und strukturell gefördert werden.

Wir, die GRÜNE JUGEND Niedersachsen, fordern demokratische Hochschulen mit einem realen Mitbestimmungsrecht für Studierende, einen Zugang zum Studium unabhängig von Herkunft und anderen Faktoren sowie mehr Freiheit für die Bildung an Hochschulen und Fachhochschulen in Niedersachsen.

Mitbestimmungsmöglichkeiten verbessern

Für uns als GRÜNE JUGEND ist Mitbestimmung ein zentraler Faktor. Dies gilt auch in der Hochschulpolitik. Für uns ist es selbstverständlich, dass jede*r sich einbringen darf, kann und sollte. Deswegen fordern wir mit aller Stärke die dringend erforderliche Umsetzung der Viertelparität im Senat für alle Statusgruppen (Studierende, Professor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und technisch-administrative Mitarbeiter*innen), da der Senat das höchste demokratisch gewählte Gremium einer Hochschule ist und alle Statusgruppen in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden müssen. Viertelparität bedeutet, dass jede Gruppe ein Viertel der Stimmen zugeteilt bekommt. Im Gegensatz dazu haben Studierende und die Mitarbeiter*innen momentan praktisch kein reales Mitbestimmungs- und Gestaltungsrecht, da meist eine Mehrheit auf der Seite der Professor*innen besteht. Dies ist nicht nur undemokratisch, da andere Statusgruppen somit leicht überstimmt werden können, sondern auch deshalb problematisch, da Professor*innen unter direktem Einfluss der Präsidien stehen und oft deren Meinung folgen.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen begrüßt die von der Landesregierung genannte Absicht zum neunjährigen Abitur zurückzukehren! Dies ist ein richtiger Schritt zu besserer Bildung in Niedersachsen und kommt so dem Wunsch vieler Eltern und Schüler_innen nach. Neben der Verlängerung der Schulzeit sollte es aber mit einer möglicherweise für den 01.08.2015 durchgeführten Schulgesetznovelle weitere Änderungen für die gymnasiale Oberstufe geben. Sollte die Schulgesetzreform zum Schuljahr 2015 und nicht 2014 beschlossen werden, fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die Verlängerung der Schulzeit für mehr als den 5.-und 6.- Jahrgang umzusetzen. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert hierbei die Facharbeit wieder an einen Leistungskurs zu binden umso ersetzend für 2 Klausuren zu dienen. Außerdem sollte in der Q2-Phase in den Leistungskursen neben der Vorabiklausur nur noch eine, aber etwas umfangreichere Klausur geschrieben werden. So könnten insgesamt sieben Klausuren weniger geschrieben werden. An der Anzahl der Abiturprüfungsfächern (fünf) soll festgehalten werden, weil den Schüler_innen so eine größere Wahlfreiheit geboten ist. Ergänzend dazu sollen aber Präsentationsprüfungen auch im Abitur möglich sein, auch ersetzend für die Abiturprüfung auf erhöhtem Niveau. Des Weiteren fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die Regelung der Unterkurse „aufzuweichen“. Aktuell können für die Zulassung zum Abitur maximal 3 Unterkurse in Leistungskursen und 4 Unterkurse in Grundkursen eingebracht werden. Hier soll eine Verschiebung der Anzahl der Unterkurse, insbesondere von Leistungskurs auf Grundkurs, möglich gemacht werden. Die Anzahl von 7 Unterkursen soll dabei nicht erhöht werden.
Langfristig fordert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die Landesregierung dazu auf, den Unterricht weiter zu individualisieren. Hiervon soll auch die Schulzeit betroffen sein; es sollen Möglichkeiten zu einem wirklichen „Abitur-im-eigenen-Takt” erörtert werden.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich für eine solide Finanzierung der Inklusionsbemühungen an niedersächsischen Schulen, sowie für einen Ausbau der Schulsozialarbeit aus.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen erkennt dabei an, dass dem Land nicht unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und die in der Landesverfassung verankerte Schuldenbremse zu Haushaltsdisziplin zwingt. Es ist deshalb notwendig, die von der Landesregierung geplante Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer_Innen von aktuell 23,5 auf 24,5 Wochenstunden umzusetzen.
Bundesweit existiert derzeit kein anderes Bundesland, in dem Lehrkräfte an Gymnasien eine geringere wöchentliche Unterrichtsverpflichtung haben als in Niedersachsen, daher betrachtet die GRÜNE JUGEND Niedersachsen die aktuell von Lehrer_innenverbänden angeschobene Protestkampagne als maßlos überzogen. Insbesondere ist die Androhung mehrerer Lehrer_innen im kommenden Schuljahr keine oder bedeutend weniger Klassenfahrten als bisher durchführen zu wollen zu kritisieren. Für viele Schüler_Innen sind Klassenfahrten das Highlight eines Schuljahres. Hier wird versucht, die Schülerinnen und Schüler für eigene politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Schon seit Jahren erteilen Lehrkräfte an Integrierten Gesamtschulen 24,5 Unterrichtsstunden in der Woche. Lehrer_innen an anderen Schulformen in Niedersachsen sehen sich sogar mit Unterrichtsverpflichtungen von bis zu 28 Stunden wöchentlich konfrontiert. Angesichts der höchst unterschiedlichen Unterrichtsverpflichtungen in den verschiedenen Schulformen in Niedersachsen, hält die GRÜNE JUGEND Niedersachsen aus Gründen der Fairness unter den Lehrkräften der verschiedenen Schulformen eine Angleichung der realen Gesamtarbeitszeiten, also inklusive von Vorbereitung und anderen außerunterrichtlichen Aufgaben, an die im öffentlichen Dienst üblichen Regelarbeitszeiten für notwendig. Lehrkräfte an z. B. Hauptschulen leisten in Niedersachsen nicht weniger oder weniger anstrengende Arbeit als Lehrkräfte an Gymnasien und auch hier finden Klassenfahrten statt.
Die Aussetzung der ursprünglich geplanten Arbeitszeitermäßigung für ältere Lehrkräfte bedauert die GRÜNE JUGEND Niedersachsen. Diese Arbeitszeitermäßigung war jedoch nie von der Schwarz-Gelben Vorgängerregierung gegenfinanziert worden, daher ist ihre Aussetzung nicht umgänglich, solange die Länder nicht z. B. durch höhere Steuereinnahmen vom Bund besser ausgestattet werden.
Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert alle Lehrkräfte an niedersächsischen Gymnasien dazu auf, das Austragen dieses politischen Konflikts auf Kosten der Schülerinnen und Schüler zu beenden.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachen fordert einen eigenständigen Wirtschaftsunterricht an Schulen für:

  • Die Sensibilierung von Schüler*innen für konkurrierende volkswirtschaftliche Theorien;
  • Die Förderung von Kritikfähigkeit bei wirtschaftspolitischen Themen

Kaum ein Bereich ist so essentiell für menschliches Leben, aber findet im Bildungssystem so wenig Beachtung, wie die Wirtschaft. Eine Umfrage des Verbraucherschutzministeriums stellte 2010 fest, dass die Hälfte der Zehntklässler*innen nicht wusste, was ein Girokonto ist. Diese erschreckende Zahl macht deutlich, dass der momentane Wirtschaftsunterricht in deutschen Schulen nicht in der Lage ist, elementarste Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Angesichts der immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Wechselbeziehungen in einer globalisierten Welt ist die breite Kenntnis wirtschaftswissenschaftlicher Grundlagen jedoch wichtiger denn je. Das gilt auch und in besonderem Maße in einer ökonomischen Krisensituation, in der wichtige Weichen für das zukünftige Wirtschaften gestellt werden. Da Wirtschaft alle Menschen betrifft, darf die Debatte um Wirtschaftspolitik nicht weiter zur Elitendebatte verkommen, sondern muss auf eine breite gesellschaftliche Diskussionsbasis gestellt werden. Nur so kann dem Gefühl, „den Märkten” ausgeliefert zu sein, eine wirklich demokratische Gestaltungsmöglichkeit entgegengesetzt werden.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen setzt sich für die verstärkte Einstellung von SozialarbeiterInnen in Kitas und den Verzicht auf Neueinstellungen von SozialassistentInnen und KinderpflegerInnen ein.
In Niedersachsen sollen keine SozialassistentInnen und KinderpflegerInnen mehr ausgebildet werden. Wir fordern eine globale Erzieher_Innenausbildung. Es kann nicht sein, dass Abstriche in der Ausbildung von Betreuer_Innen gemacht werden, um die Kosten für die Betreuung gering zu halten. Bei diesem Prozess der beruflich-qualitativen Personalaufwertung soll niemand wegen geringerer Qualifikation entlassen werden. Frei werdende Stellen sollen für ErzieherInnen ausgeschrieben und selbstverständlich entsprechend vergütet werden.
Zudem sollen besonders für Leitungsstellen in größeren Kitas verstärkt SozialarbeiterInnen oder ähnlich Qualifizierte eingestellt werden.
Das Land Niedersachsen sollte Anreize schaffen, z. B. durch die (teilweise) Übernahme von entstehenden Mehrkosten beim Personal, um diesen Prozess in die Wege zu leiten.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert, auf eine flächendeckende Versorgung mit Ganztagsschulplätzen in Niedersachsen hinzuarbeiten. Langfristig sollen Schulen in Niedersachsen grundsätzlich als Ganztagsschulen konzipiert sein und so allen SchülerInnen ein ganztägiges Schulangebot bieten.

Den weiteren Ausbau von Hortplätzen hält die GRÜNE JUGEND Niedersachsen für nicht zielführend sondern eher kontraproduktiv, da bestehende Horte aufgelöst und das Personal nach Möglichkeit in den Dienst der Ganztagsschule übernommen werden soll.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen spricht sich für die Einführung eines Rechtsanspruchs für Eltern auf einen Ganztagsbetreuungsplatz für nicht schulpflichtige Kinder in Niedersachsen aus.

Begründung: In der Debatte um Ganztagsbetreuungsplätze in Kitas und Krippen gibt es immer wieder zwei konkurrierende Haltungen. Auf der einen Seite die, die einen „bedarfsgerechten Ausbau“ der Ganztagsplätze in Kitas fordern und auf der anderen Seite die, die einen Rechtsanspruch für Eltern fordern. Der Unterschied hierbei ist klein aber fein: Die Einführung eines Rechtsanspruchs für Eltern würde jede Landesregierung per Gesetzt dazu zwingen, für ein ausreichendes Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen zu sorgen, während die bloße Selbstverpflichtung zum „bedarfsgerechten Ausbau“ im Zweifelsfall keinen bindenden Wert hätte. Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen stellt sich hier also ganz klar auf die Seite von Eltern und Kindern und stellt klar, dass Ganztagsbetreuung kein Luxus, sondern das gute Recht von Eltern und Kindern ist.

Um in den Genuss eines nicht-verschuldenden BaFöGs, auch genannt „Stipendium” zu kommen, muss Mensch am besten im Ausland gewesen, bei Wettbewerben überragt, Instrumente beherrschen gelernt und sich auffällig sozial engagiert haben – gute Noten, natürlich vorausgesetzt. Doch der Segen reicht weiter. Stipendiat_Innen erhalten außer einem elternunabhängigen „Büchergeld” von derzeit 80€ auch ausgezeichnete Kontaktmöglichkeiten auf diversen, speziell für sie organisierten Akademien und Treffen.

In Deutschland gibt es 11 große Stipendienwerke, darunter findet sich das der Wirtschaft, der Gewerkschaften, aller politischen Meinungen, der Konfessionen und die Studienstiftung des deutschen Volkes. Menschen ohne christliche Konfession und mit wenig-parteinaher Meinung sind also von vornherein unterrepräsentiert.